Kläranlage statt Kultur: Muss das Landsberger Lechatelier weichen?

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Winter im Lech Atelier: mit Licht- und Laserinstallationen von Lennart Möller, Martin Landwehrmann und dem Kollektiv Open Arts. Das Kulturzentrum ist aber in Gefahr: Die Stadtwerke beanspruchen das Gelände. © Greiner

Das Lechatelier Landsberg ist beliebt. Betreiber und zahlreiche ehrenamtliche Helfer organisieren kulturelle Veranstaltungen aller Art. Aber der Standort ist in Gefahr.

Landsberg - Seit zwei Jahren ist die Stadt Landsberg damit beschäftigt, einen Bebauungsplan für das Gelände des Lechateliers aufzustellen. Dabei geht es um die kulturelle Nutzung, die dort bereits stattfindet, aber auch um eine mögliche Erweiterung der Kläranlage. Zu diesem Zweck hat der Stadtrat nun eine Vorkaufsrechtsatzung für das Gelände beschlossen.

Lechatelier Landsberg muss für mögliche Erweiterung der Kläranlage weichen, fordern die Stadtwerke

Die von den Stadtwerken betriebene Kläranlage am Lech Richtung Kaufering reinigt die Abwässer von 50.000 Einwohnern und den Industriebetrieben in Landsberg sowie in den Einzugsgebieten der Abwasserzweckverbände Fuchstal und Pürgener Gruppe. Auf dem Werksgelände selbst sind dabei noch unbebaute Flächen vorhanden. Sie sind für eine Erweiterung der Nitrations- und Denitrationsbecken eingeplant, wie es in der Sitzungsvorlage des Stadtrats hieß.

Für eine Klärschlammtrocknung, eine weitere Stickstoffreduzierung und eine vierte Reinigungsstufe (die derzeit noch nicht vorgeschrieben ist), müsse das Gelände jedoch erweitert werden, so die Stadtwerke – dies auch im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung. Das Bayerische Landesamt für Statistik sagt für den Landkreis einen Anstieg der Einwohnerzahl um 7,1 Prozent bis 2043 voraus.

Das Lechatelier Landsberg als Veranstaltungsort auf Zeit?

Von dieser Erweiterung wäre das Nachbargrundstück betroffen, auf dem das Lechatelier angesiedelt ist, das sich inzwischen als feste Größe im kulturellen Leben der Stadt und des Landkreises Landsberg und weit über die Landkreisgrenzen hinaus etabliert hat. Im Bebauungsplan soll deshalb die Nutzung als Veranstaltungsort befristet werden, bis die Kläranlage erweitert werden muss. Wann das sein wird, ist allerdings noch offen. „Seriöse Angaben“ seien den Stadtwerken in dieser Frage noch nicht möglich, hieß es im Sachvortrag der Verwaltung.

Parallel wurde nun im Stadtrat auch ein Vorkaufsrecht beschlossen, das der Stadt Landsberg den Zugriff auf das Grundstück sichert, sollte es je verkauft werden. Der Eigentümer ist auch der Betreiber des Lech-Ateliers. Dieses werde sich „auf Dauer eine andere Bleibe suchen müssen“, sagte Christian Hettmer (CSU). Die Entscheidung über den Erlass der Vorkaufrechtsatzung fiel einstimmig.

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