Landsberger Lech Atelier: Baurecht im „luftleeren Raum“

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Eines der Kulturevents auf dem Gelande am Lech war der „Winter im Lech Atelier“. Auch wenn dort bereits ein Haus steht: Das Thema Baurecht bleibt schwierig. © Greiner

Inzwischen ist das Landsberger Lech Atelier eine Institution und nicht mehr wegzudenken vom kulturellen Betrieb der Lechstadt. Das Thema Baurecht bleibt aber schwierig.

Landsberg – Ein Zentrum für Subkultur und Kreativwirtschaft ist auf dem „Kunstareal am Lech“ an der Schwaighofstraße entstanden. Es erfreut sich bei den regionalen Kulturschaffenden und Besuchern aller Generationen großer Beliebtheit und erntet auch von der Kommunalpolitik viel Lob. Und doch ist die notwendige Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal keine ganz einfache Aufgabe.

7.000 Quadratmeter für die Kultur im Landsberger Lech Atelier

Der Issinger Künstler Franz Hartmann und seine Frau haben das über 7.000 Quadratmeter große Grundstück samt dem darauf befindlichen Haus mit vorgebautem Wintergarten 2023 erworben (der KREISBOTE berichtete) und bei der Stadt die nachträgliche Genehmigung des Gebäudes sowie die Neuerrichtung von vier Ateliergebäuden für kulturelle Nutzungen und Freizeit beantragt. Der Stadtrat beschloss daraufhin im November 2023 die Aufstellung eines Bebauungsplans. Nun ging es im Bauausschuss um den aktuellen Sachstand und das weitere Vorgehen.

„Die Schaffung eines Zentrums für Subkultur und Kreativwirtschaft ist an diesem Ort sehr gut gelungen“ lobte OBin Doris Baumgartl (UBV). Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen, Vernetzungstreffen, Jam-Sessions, gemeinsames Rappen, Auftritte von Bands und Nachwuchsfestivals – für all das biete das Areal den idealen Rahmen. Es sei „von einem nicht bezifferbaren Wert für die Kultur in Landsberg“, schwärmte Jonas Pioch (SPD). „Das ist ein Schatz da draußen.“ Die bisherigen Angebote seien „von vorne bis hinten gut durchdacht und gut gemacht“.

Bei der Aufstellung des Bebauungsplans für das im Außenbereich gelegene Gelände spielen allerdings auch Themen wie Arten- und Naturschutz, Immissionsschutz und Landesplanung eine Rolle. Es bestehe Klärungsbedarf mit der Regierung von Oberbayern, wie Gerhard Spieß als juristischer Berater der Stadt sagte.

Es gelte „den luftleeren baurechtlichen Raum zu füllen“ und Kriterien für die Nutzung des Areals aufzustellen – auch als Sicherheit für den Betreiber und das Umfeld. Auch brauche das Ordnungsamt ein Fundament für seine Entscheidungen. „Das ist alles bewältigbar“, zeigte sich Spieß überzeugt. Zudem ist die kulturelle Nutzung des Geländes bislang zeitlich befristet. Eine mögliche Erweiterung der Kläranlage war in der gezeigten Präsentation eingeräumt.

Landsberger Lech Atelier: einen großzügigen Rahmen schaffen

Wolfgang Neumeier (UBV) bat darum, einen möglichst großzügigen Rahmen zu schaffen und nicht zu viele direkte Vorgaben zu machen, um das erfolgreiche Konzept nicht zu gefährden. „Die Angebote sind niederschwellig und generationenübergreifend, jeder kann dort hingehen“, lobte Neumeier. Das Areal mit „absolut nachhaltiger Gestaltung“ und abseits der Wohnbebauung sei ein perfekter Ort für Subkultur.

Die Stadt könne ihre Planungshoheit ausnutzen, entgegnete Spieß. Rahmenbedingungen wie das Immissionsschutzrecht seien aber vorgegeben. Hubert Schlee (CSU) sprach Beschwerden wegen Lärm an, die es gegeben habe. Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte) hatte „Bauchschmerzen“ wegen der Problematik des Außenbereichs. „Was passiert mit den Bereichen dazwischen, wenn wir da draußen Baurecht schaffen?“

Beschlossen wurde, die Verwaltung mit der Weiterführung des Bauleitverfahrens zu beauftragen. Weitere Aspekte des Themas wurden im nichtöffentlichen Teil der Sitzung behandelt.

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