Spezialbühne fürs ApoGeo-Festival im Landsberger Lech Atelier

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Letzte Arbeiten: Der Landsberger Steinbildhauer Philipp Ziegler bei der Arbeit an der von ihm und Max Lang konstruierten Bühne fürs ApoGeo-Festival im Lech Atelier. Infos zum Festival unter www.kunst-haelt-wache.de. © Greiner

ApoGeo die Zweite naht! Am Freitag und Samstag schwingen das Blütezeit Kollektiv und OpenArts wieder das Techno-Kunst-Zepter im Landsberger Lech Atelier. Nicht nur das Line Up – unter anderem mit der Landsbergerin Caiva – ist etwas Besonderes. Auch die Bühne ist einmalig – ein Kunstwerk des Landsberger Bildhauers Philipp Ziegler.

Landsberg – Knapp neun Meter breit und rund vier Meter hoch türmt sich helles Holz zu einer Bühne, die aus mehreren Ebenen besteht, samt Balkon und Blütezeit-Kollektiv-Logo. Dazwischen funkeln Glasbausteine: Materialen, die Philipp Ziegler zusammen mit Maximilian ‚Max‘ Lang alias OpenArts auch für die Konstruktionen rund um die Bühne – Sitzgelegenheiten verschiedenster Form, aber genauso auch Kunstwerke – verwenden. Seit März ist Ziegler dabei, die Bühne zu bauen, erzählt der 29-Jährige. Ein Work in Progress, das seine Feuertaufe schon mit Auszeichnung bestanden hat: unter anderem beim Nie-wieder-Faschismus-Festival des Lech Ateliers Anfang Juli, bei dem auch Jamaram von Ambiente und speziell der Bühne begeistert waren. Aber ganz fertig wird sie erst zum Techno-Festival ApoGeo am Freitag, zu dem pro Abend knapp eintausend Gäste erwartet werden. Eine absolute Premiere.

Der Landsberger Philipp Ziegler: Per Umweg zur Kunst

Philipp Ziegler hat schon mehrere Bühnen gebaut, erzählt er. „Aber keine war je so aufwendig wie die.“ Seit März ist er am Bauen, jeden Tag ein paar Stunden. In der Zeit dazwischen hilft er unter anderem seinem Vater in der Firma, Lebensunterhalt muss sein. Der Landsberger hat in seiner Ausbildung nicht eigentlich mit Holz gearbeitet. Er ist Steinbildhauer. „Aber das war für mich von Anfang an eher eine Art Umweg zur künstlerischen Arbeit“, erzählt er. Vor seiner Ausbildung habe er bei einigen Künstlern wegen einer Lehre angefragt. Und wurde bei Joachim Hoppe in Thaining fündig: ein Kunstbildhauer, unter anderem der Ruethenfestbrunnen in Landsberg stammt von seinem Meißel. Bei Hoppe habe er neben dem Wissen um Stein auch viel über Holz und Metall lernen können, erzählt Philipp.

Nach der dreijährigen Lehre arbeitet der Landsberger dann auch erst einmal als Steinmetz, auf Baustellen. Aber schon vor gut vier Jahren macht Philipp einen entscheidenden Schritt in Richtung Kunst: Er und Max, seines Zeichens gelernter Zimmerer, gründen OpenArts, ein Künstler-Duo, das mit seiner Kreativität Festivals und sonstige Events zum Leuchten bringt.

Herz am Lech-Atelier-Maibaum
Das Herz am Lech-Atelier-Maibaum © Greiner

„Am Anfang haben wir fast nur Bilder gemacht, aber irgendwann habe ich dann mit dem Holz angefangen, weil es so ein schönes, warmes Material ist“, erinnert sich Philipp. Und dann trifft er vor gut einem Jahr auf Franz Hartmann, Vorsitzender des Vereins „Kunst hält Wache“ und Initial-Motor sowie Grundstücksstifter des Lech Ateliers. „Das hat mein Leben verändert“, sagt der Bildhauer. „Hier im Lech Atelier habe ich einen Platz gefunden, wo ich ‚rumspinnen‘ darf. Und d es ist immer jemand da, mit dem man sich austauschen kann. Das ist wie eine zweite Familie.“ Ein großes Miteinander. Weshalb Philipp auch gleich seine ‚Autorenschaft‘ bei der Bühne relativiert: „Das ist nicht alles mein Ding, da haben so viele geholfen.“

Bevor er und Max anfangen zu bauen, dauere es oft, bis er eine erste Idee habe, gibt der 29-Jährige zu. Dann erste Skizzen, aus denen sich in der gemeinsamen Arbeit die Bühne entwickelt, „alles nach Plänen von Max und mir“. Die diversen Ebenen, die die beiden in die Bühne eingebaut haben, bieten dabei nicht nur Raum für Menschen: „Das ist auch gut, um Lichteffekte von vorne nach hinten durchlaufen zu lassen.“ Denn Licht und Farbe spielen im Design eine ebenso große Rolle – weshalb auch hinter jedem der rund 150 verbauten Glasbausteine ein Licht montiert wird.

Spezialbühne fürs Landsberger Lech Atelier: Anpassungen möglich

Natürlich gebe es gewisse Anforderungen an die Bühne, Sicherheitsstandards, die erfüllt werden müssen, eine gewisse Größe. „Aber ansonsten hat uns Franz völlig freie Hand gelassen“, sagt Philipp. Die einzelnen Bühnenelemente sind mobil, können Platz machen für Events, bei denen mehr Personen als ‚nur‘ ein DJ auf der Bühne sind. Und auch die meterhohen Türme vor der Bühne gehören zum Konzept: „Da kommen dann noch Scheinwerfer rein“. Und auch dem Pavillon, dem ‚Technik-Häuschen‘ vor der Bühne wollen sich Max und Philipp noch annehmen und es mittels Glas zum Leuchten bringen. „Ich freu mich jetzt riesig auf Freitag, wenn alles fertig ist und beim Festival das erste Mal ‚ganz‘ wirken kann.“ Die Leidenschaft für seine Arbeit ist Philipp deutlich anzusehen.

Ein Großteil des verbauten Holzes stammt aus Franz Hartmanns Wald, erzählt der 29-Jährige. „Aber wir verwenden auch Leisten aus alten Regalbrettern oder Platten vom Schrotthändler, da gab es auch Solarpanels. Es ist immer wieder toll, was man von den Leuten geschenkt bekommt, wenn man nett fragt.“ So hat Rational die Paletten gestiftet, aus denen die beiden die Ausruh-Plätze im fluoreszierenden Magic Forest hinter der Bühne gebaut haben. Gekauft haben wir fast nichts.“ Außer den Glasbausteinen. „Da werden aber immer wieder welche auf ebay angeboten.“ Holz und Glasbausteine finden sich auch in den Kunstwerken des Magic Forest hinter Bühne wieder, den die beiden wie bereits im letzten Jahr gestaltet haben –diesmal aber etwas größer. „Den Gartenschuppen werden wir noch irgendwie einbeziehen. Und wahrscheinlich bekommen wir auch noch einen Lichtkünstler“, freut sich Philipp.

Nicht nur aufs Fest, auch auf die weitere Arbeit im Lech Atelier freut sich Bildhauer-Bühnenbauer Ziegler. Und ruft zum Mitmachen auf: „Es wäre so schön, wenn wir Leute dazu animieren könnten, herzukommen und mitzuhelfen. Zusammen arbeiten und sich kreativ so ausleben zu können, das ist einfach ein tolles Gefühl.“

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