Kita-Gebühren in Denklingen: Drastische Steigerung

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Blick aufs Freigelände der Kita „Fantasiereich“ in Denklingen: Für die Betreuung der Kinder müssen Eltern dort und an vielen anderen Orten ab Herbst tief in die Tasche greifen. © Jais

Gewiss: Denklingen ist ein aktuelles Beispiel; das Thema betrifft freilich viele Eltern im Landkreis Landsberg. In mehreren Gemeinden kommt es im Herbst zu einem drastischen Anstieg der Kita-Gebühren. Siehe der Beschluss der Denklinger Räte vom Juli zur „Anpassung der Elternbeiträge“. Dort wird für drei- bis siebenjährige Kinder, wenn sie für vier bis fünf Stunden in der Kita sind, ab September ein Betrag von 168 Euro verlangt.

Denklingen - Bisher sind es für die gleiche Zeitspanne 123 Euro. Das bedeutet Mehrausgaben von 45 Euro für die Eltern. Was gut 35 Prozent entspricht. Die neuen Gebühren greifen zum September 2024.

Drastische Steigerung bei Kita-Gebühren in Denklingen - Erhöhung um 40 Prozent

Wenn Eltern ihr Kind für fünf bis sechs Stunden in den Kindergarten geben, werden pro Monat bislang 134 Euro genommen. Ab Herbst sind es 188 Euro. Das ist eine Steigerung um 55 Euro bzw. um 40 Prozent.

Der Kindergarten in Denklingen wird seit vier Jahren vom Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes betrieben. Das Landsberger BRK ist für 14 Einrichtungen zur Kinderbetreuung im Landkreis zuständig – von Denklingen bis Prittriching. Es ist der größte Träger bei Kitas im Bereich Landsberg.

Birgit Jost, Geschäftsleiterin bei der Gemeinde Denklingen, erklärt auf Nachfrage der Redaktion, dass für Buben und Mädchen, die im „Fantasiereich“ in eine Regelgruppe gehen bzw. in den Waldkindergarten „Eichhörnchenbande“ im Ziegelwies, der Freistaat Bayern jeweils 100 Euro pro Kind beisteuert. Bei einer Buchung zwischen vier und fünf Stunden (168 Euro) verbleiben damit 68 Euro für die Eltern.

Deutlich nach oben klettert die Gebühr in den drei Krippengruppen der Kita, wo Buben und Mädchen bis zu drei Jahren betreut werden. Da sind es – wiederum eine Buchungszeit zwischen vier bis fünf Stunden zugrunde gelegt – derzeit noch 235 Euro. Ab September werden dann 310 Euro verlangt. Dies ist ein saftiger Anstieg von 30 Prozent. Eltern von zwei- und dreijährigen Kindern bekommen vom Staat 250 Euro – unabhängig davon, ob sie ihre Buben und Mädchen zu Hause betreuen oder in eine Krippe bringen.

Wie wird der drastische Anstieg begründet? Bei den Einnahmen für Kindertagesstätten liegt der Anteil aus Elternbeiträgen aktuell nur bei fünf bis elf Prozent. Die Empfehlung des Freistaates Bayern sind aber 20 Prozent. Daher wird eine drastische Erhöhung bis zu 20 Prozent empfohlen, die mancherorts in bestimmten Betreuungsstufen sogar noch deftiger ausfällt.

Eine Rolle spielt bei den Preissteigerungen auch, dass in Krippen die Zahl der zu betreuenden Kinder von früher maximal 15 auf zwölf reduziert wurde. Diese und andere Maßnahmen des Gesetzgebers, der Kita-Betreiber wie Kirche oder BRK und der Kommunen führen freilich dazu, dass trotz staatlicher Unterstützung manche Eltern mit geringerem Einkommen den Betrag für die Betreuung kaum noch allein stemmen können.

Ab September dieses Jahres wird eine Höhergruppierung der Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen erwartet. Die Bezahlung soll mit derjenigen im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst mithalten. Außerdem wird es im Januar 2025 eine tarifliche Steigerung um 7,5 Prozent geben.

Öffnungszeit

Beim Waldkindergarten am früheren Ziegelstadel in Denklingen kommt es im September zu einer Änderung. Die Öffnungszeiten, bisher von 8 bis 14 Uhr, werden leicht reduziert. Künftig müssen die Kinder spätestens um 13 Uhr wieder abgeholt werden. Erreicht wird damit für die überschaubare Gruppe in der „Eichhörnchenbande“ eine einheitliche Buchungszeit.

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