Ammersee-Südufer: Der Fischadler braucht mehr Ruhe

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Bitte nicht stören: Am Ammersee-Südufer brütet wieder der Fischadler, weshalb das Schutzgebiet mit weiteren Bojen abgegrenzt werden soll. © Sebastian Hölch

Es dürfte bekannt sein, dass man in das Naturschutzgebiet ,Vogel­freistätte Ammersee-Südufer‘ weder vom Land noch vom Wasser aus eindringen darf. Zumal Schilder darauf hinweisen. Doch das reicht offensichtlich nicht. Immer wieder lenken uneinsichtige Segler, Stand­Up-Paddler und sogar Tretboot-Strampler vom nahen Verleih in die Verbotszone.

Dießen - Jetzt reicht es der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. In Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberbayern und der Gebietsbetreuung wird die wasserseitige Schutzgebietsgrenze mit einer Bojenreihe versehen.

Aktueller Anlass sind zwei junge Fischadler, die hier erstmals wieder seit mehr als 150 Jahren geschlüpft seien, wie Bürgermeisterin Sandra Perzul jetzt im Bau- und Umweltausschusses betonte. Man hoffe natürlich auf weiteren Nachwuchs und werde dem Fischadlerpaar sogar einen alternativen Horst anbieten. Weil der Baum, auf dem 2024 gebrütet wurde, nicht mehr stabil sei. Das Gemeinderat wurde von den Behörden über die Bojen in Kenntnis gesetzt und hatte natürlich keinerlei Einwände, die Störungen im sensiblem Bereich des Brutplatzes möglichst zu unterbinden.

Naturschutzgebiet Ammersee-Südufer - neue Warnbojen
Das Naturschutzgebiet am Ammersee-Südufer wird wasserseitig mit 16 weiteren Warnbojen in Gelb als Verbotszone gesichert, siehe grüne Linie. © LRA LL

Im vergangenen Jahr habe man bereits mit fünf provisorischen Bojen vergeblich versucht, Freizeitkapitäne von Ausflug in die Verbotszone abzuhalten. Darum werden ab dieser Saison zusätzlich die Dießener Wasserwacht und die Fischer ein Auge darauf werfen. Wer uneinsichtig bleibt, muss mit der Anfahrt der Wasserschutzpolizei rechnen.

16 gelbe Bojen

An der wasserseitigen Begrenzung des Schutzgebietes werden zeitnah auf drei Kilometer Länge bis rüber an das Ostufer 16 unübersehbar knallgelbe Kunststoff-Bojen gesetzt und mit 600 Kilogramm schweren Betonklötzen am Grund verankert. All das im Abstand von rund 200 beziehungsweise 75 Metern nahe der Brutstätte. Die Bojen mit 60 Zentimetern Durchmesser und einer Höhe von 65 Zentimetern bekommen eine dreieckige und damit von allen Seiten lesbare Beschilderung: „Naturschutzgebiet – Befahren mit Wasserfahrzeugen oder Schwimmkörpern aller Art verboten“.

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