Dießen: Alter Dampfersteg wird barrierefrei erneuert und sicherer

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Der 71 Meter lange und in die Jahre gekommene Dampfersteg in Dießen wird derzeit abgebaut und komplett erneuert, wobei die Gründung mit tief eingerammten Stahlrohrpfählen erfolgt. © Roettig

Während die Ausflugsdampfer der Ammersee-Schifffahrt über die Winterpause in der Stegener Werft gewartet werden, wird in den Dießener Seeanlagen fleißig gewerkelt: Der in die Jahre gekommene Dampfersteg muss abgebaut und barrierefrei erneuert werden.

Dießen – Die Inbetriebnahme ist zum Start der neuen Saison an Ostern 2026 geplant. Rein optisch in Lärchenholz und von den Ausmaßen her wird sich der neue Steg vom alten kaum unterscheiden. Nur der Unterbau entsteht in dauerhafter Metallbauweise mit Stahlrohrpfählen. Diese Bauweise hat sich bereits bei der Erneuerung des Dampferstegs in Herrsching bewährt.

Der fast schon vollständig abgebaute alte Steg ist 71 Meter lang und an der Kopfplattform zwischen drei sechs Meter breit. An der Nordseite legten die Dampfer der Bayerischen Seenschifffahrt an und an der Südseite war der Liegeplatz für das Einsatzboot der Wasserschutzpolizei. Der wird wohl auch beim Neubau bleiben, zumindest solange bis im Uttinger Freizeitgelände das Polizeibootshaus gebaut wird.

Die bisherige Gründung des Stegs mittels Holzpfählen sowie die Holzdalben wiesen starke Verwitterungserscheinungen auf, was sich auf die Stabilität auswirkte. Der neue Steg wird eine „konstruktive Trennung“ zwischen dem Wartebereich der Fahrgäste und dem Stegkopf mit einer „Sollbruchstelle“ erhalten, um die Sicherheit der wartenden Gäste im Falle eines Schiffsanpralls zu gewährleisten. Die meisten Arbeiten erfolgen vom See aus mit einem Spezialfloß der auf Wasserbauten spezialisierten Firma Peer-Bau aus dem österreichischen Traunkirchen am Traunsee.

Barrierefrei und sicher – Metallbauweise ersetzt alte Pfähle

Mit dem neuen Steg wird das nächste Kapitel in der Ammersee-Schifffahrt aufgeschlagen. Sie begann bereits im Jahr 1877, als ein Dutzend Dießener Bürger ein zwölf Meter langes und zwei Meter breites Flussdampfboot mit dem irreführenden Namen „Omnibus“ kauften. Nur 20 Personen fasste das Schiff. Wegen des zunehmenden Fremdenverkehrs wurde schon 1878 eine Aktiengesellschaft gegründet, die ein neues Schiff für 150 Fahrgäste bauen ließ. 1880 übernahm Reichsrat von Maffei die Mehrheit an der „Aktiendampfschifffahrtsgesellschaft Ammersee“. Da noch keine Bahnverbindung zwischen München bzw. Augsburg und dem Ammersee bestand, richtete man mit dem Flussdampfer „Maria Theresia“ auf der Amper von Grafrath aus einen Zubringerdienst nach Stegen ein. 1906 kaufte der Bayerische Staat die komplette Ammersee-Schifffahrt und unterstellte sie der Königlich Bayerischen Staatseisenbahn. Der Zubringerdienst auf der Amper wurde im Jahr 1939 eingestellt.

Nachdem die Ammersee-Schifffahrt später von der Reichsbahn und der Bundesbahn betrieben wurde, war sie seit 1959 bis zur Errichtung des Staatsbetriebs „Staatliche Seenschifffahrt“ im Jahr 1984 der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen unterstellt. Schließlich wurden die Schifffahrtsbetriebe auf dem Ammersee, Starnberger See, Tegernsee und Königssee zusammengeführt und firmieren seit 1997 als „Bayerische Seenschifffahrt GmbH“.

Auf dem Ammersee fahren die Motorschiffe Augsburg und Utting sowie die Raddampfer Herrsching und Dießen in der historischen Bauform. Sie werden aber nicht mit Dampf betrieben, sondern mit emissionsarmen Dieselmotoren.

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