Die Proben der Laienbühne Freising zum Märchen Schneewittchen laufen auf Hochtouren. Regisseurin Margot Riegler gibt Einblick in ihre Märcheninszenierung.
Freising – Margot Riegler wird als Regisseurin für die diesjährige Inszenierung der Laienbühne Freising verantwortlich zeichnen. Und wer die Laienbühne schon etwas länger verfolgt, der kann sich denken, dass es durchaus wieder einmal Zeit für ein Märchen ist: Nach Rieglers Regie bei „Peterchens Mondfahrt“ (2018) ist es dieses Mal „Schneewittchen“, das sie inszeniert und das Jung und Alt ins Asamtheater locken wird. Und auch wenn die Premiere erst am Samstag, 18. Oktober, stattfindet, startet der Kartenvorverkauf bereits am 5. Juli über die Homepage der Laienbühne (www.laienbuehne-freising.de) oder im Kartenvorverkauf der Stadt im Asam. Im Interview mit dem Tagblatt lässt Margot Riegler schon einmal einen kleinen Blick auch hinter die Kulissen zu.
Frau Riegler, „Schneewittchen“ wird heuer von der Laienbühne wachgeküsst. Wie kamen Sie auf diesen Stoff?
Diesmal war es leicht. Wir sind ja drei Regisseure und es war klar, dass Arnold Aschbauer, der 2024 „Das Haus in Montevideo“ inszenierte, eine Pause braucht und ebenso Wolfgang Schnetz, sein Hauptdarsteller. Bevor ich mich so richtig damit befasste, tauchte in meinen Gedanken immer wieder Schneewittchen auf. Und als ich dann tiefer in das Märchen einstieg, wurde mir klar, wie aktuell es eigentlich auch ist. Da ist zum Beispiel auch der Schönheitswahn der Königin, der heutzutage durch alle Medien rauf und runtergeht.
Aufgeführt wird die Fassung von Karl-Heinz König, die neue und frische Akzente setzt, wie es in der Ankündigung heißt. Wie kann man sich das vorstellen?
Der Autor Karl-Heinz König hat das Märchen der Gebrüder Grimm gründlich entstaubt und gekürzt. Mir haben einfach die lustigen Rollen gefallen. Es gibt darin unter anderem einen exaltierten Hoffriseur sowie einen schusseligen, überforderten Hofmarschall. Jetzt verrate ich nichts weiter. Das Publikum soll sich überraschen lassen.
Was sind die besonderen Herausforderungen dieses Stücks?
Eine Herausforderung ist die große Zahl der Mitwirkenden, darunter wieder viele Kinder. Und ebenso herausfordernd ist der Kulissenbau. Das Märchen hat neun Bilder, und wenn wir jedes Mal den Vorhang schließen würden, wäre es langweilig fürs Publikum, besonders für die Kinder. Deswegen haben wir uns für einen offenen Szenenwechsel entschieden.
Wie lief die Besetzung der durchaus zahlreichen Rollen? Das war ja sicher nicht so einfach.
Stimmt! Denn wir brauchen für jede Altersgruppe die passenden Spieler. Ich habe mir mit der Besetzung viel Zeit gelassen und erst, als es für mich stimmig war, die Spieler angesprochen und neue Spieler aktiviert. Das Publikum darf sich freuen, was daraus entstanden ist.
Seit wann laufen die Proben? Liegt man gut in der Zeit bis zur Premiere?
Die Proben laufen seit Anfang April und wir sind gut in der Zeit. Es ist immer wieder schön, die Entwicklung der Akteure mitzuerleben. Auch die Kinder spüren sich wunderbar in ihre Rollen ein.
Die Stückauswahl klingt auf den ersten Blick danach, als wäre es eine Inszenierung in erster Linie für Kinder. Was an dem Stück lockt auch Erwachsene ins Asam-Theater?
Das Stück ist flott geschrieben. Und durch die zusätzlichen netten Figuren, die vom Autor eingefügt wurden, gibts bestimmt viele Szenen zum Lachen und Schmunzeln.
Das Kulturprogramm der Stadt im Asam hat wieder einige Kinderstücke im Angebot. Ist das nicht eine große Konkurrenz?
Grundsätzlich ist kulturelle Vielfalt in Freising zu begrüßen, jedoch über den Zeitpunkt kann man sich natürlich Gedanken machen. Ich gehe aber davon aus, dass unser Publikum die fantasievollen und mit großem Aufwand, Spielfreude und Liebe zum Detail inszenierten Aufführungen der Laienbühne zu schätzen weiß. Und das gilt auch für heuer: Alle Mitwirkenden geben ihr Bestes. Ich freue mich schon, wenn es am 18. Oktober heißt „Vorhang auf“.