„Gelebter Bürgerdialog“: Anwohner und Räte einigen sich auf Maßnahmen für Schulverkehr am neuen Gymnasium

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising

Kommentare

Konnten sich auf Lösungsansätze einigen: Gemeinderat Georg Niederschweiberer, Anlieger-Sprecher Volker Nist und Peter Rose als unmittelbarer Nachbar des Gymnasiums (v.l.) © ost

Gemeinderäte und Anwohner erarbeiten bei Ortstermin Lösungsvorschläge, wie die Umgebung des neuen Röhrmooser Gymnasiums sicherer gemacht werden kann.

Röhrmoos – Die Verkehrssituation rund um das neu errichtete Gymnasium Röhrmoos sorgt weiterhin für Diskussionen und Sorgen unter den Anliegern. Viele befürchten insbesondere Gefahren für Schulkinder, wie aus einer Unterschriftensammlung mit 153 Unterstützern aus dem Bereich Flurstraße, Schillhofener Straße und Fichtenweg hervorgeht. Dies wurde bereits vor der Gemeinderatssitzung Ende April deutlich, als Volker Nist und Manfred Egolf im Rahmen der Bürgerviertelstunde auf die prekäre Lage durch parkende Autos hinwiesen: Wegen der geparkten Autos käme es zu fehlende Sichtachsen, was vor allem für Kinder ein erhebliches Risiko darstellt. Auch Müllabfuhr und Rettungsdienste hätten häufig Schwierigkeiten, die Straßen zu passieren.

Maßnahmen im Antrag nicht möglich

Bereits vor dem Ortstermin am vergangenen Mittwoch hatten die Gemeinderäte Uwe Himstedt (CSU) und Georg Niederschweiberer (Freie Wähler) mit einem gemeinsamen Antrag auf schnelle Verbesserungen der Verkehrssituation gedrängt. Beide wohnen in dem betroffenen Gebiet. Himstedt kritisierte die mangelnde Empathie im Gemeinderat, während Bürgermeister Dieter Kugler die anderen Kommunalpolitiker in Schutz nahm und betonte, der Gemeinderat müsse Entscheidungen für den gesamten Gemeindebereich treffen und könne nicht auf einzelne Örtlichkeiten abzielen. Kugler stellte zudem klar, dass die im Antrag geforderten Maßnahmen derzeit rechtlich nicht zulässig seien. Die Polizei werde die Situation nach dem Schulstart im September vor Ort prüfen und entsprechend reagieren. Für das Gymnasium stehen laut Gemeinde auf dem Parkplatz mehr Stellplätze zur Verfügung, als die Stellplatzsatzung vorschreibt.

Vor-Ort-Termin bringt Lösungen

Dem von der Gemeinde organisierten Treffen mit Anliegern folgten 25 Bürger, elf Gemeinderäte und Mitarbeiter der Bauverwaltung. „Es zeigte sich, dass ein breiter Konsens vorhanden ist“, urteilte Burkhard Haneke (CSU) bei der anschließenden Sitzung im Rathaussaal. Uwe Himstedt möchte die von einem Anlieger vorgeschlagene Idee eines verkehrsberuhigten Bereichs nicht sofort verwerfen, sieht aber ebenso wie Niederschweiberer Sinn in den vereinbarten kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Lösungsansätzen. Kurzfristig sollen Parkverbotsschilder aufgestellt werden, mittelfristig sind auf Vorschlag des Bürgermeisters Zickzack-Markierungen auf der Fahrbahn geplant, um den Schulweg zu sichern. Langfristig wird eine Kombination beider Maßnahmen angestrebt.

Eltern-Taxis und Schulwegsicherheit weiter beobachten

„Der Beharrlichkeit der Anwohner und deren Sprecher Volker Nist geschuldet, ist ein Lösungsvorschlag erarbeitet worden, den über die Hälfte der Gemeinderäte, die vor Ort waren, auch mittragen können“, betonte Niederschweiberer und sprach von einem „gelebten Bürgerdialog“. Gemeinderat Günter Bakomenko (Freie Wähler) sieht dennoch mit Beginn des Schulbetriebs ein Problem mit den sogenannten Eltern-Taxis, während Sabine Decker (SPD) anmerkte, dass im September die Schulwegsicherheit besonders im Blick behalten werden müsse. Vize-Bürgermeister Arthur Stein (Grüne) hob hervor, dass es wichtig sei, dass die Anlieger sich frühzeitig Gedanken über die künftige Verkehrssituation gemacht haben.

Auch interessant

Kommentare