Waldverjüngung, Verbissgutachten, Jungbestandspflege und die Hangsanierung im Lechpark – das waren die wesentlichen Tagesordnungspunkte beim diesjährigen Waldbegang des Stadtrats.
Landsberg – Über allem hängt jedoch wie eine dunkle Wolke das Thema Klimawandel. Noch immer sind Mitarbeiter des Forstamts mit den Schäden durch Schneebruch Anfang Dezember 2023 und den Folgen des jüngsten Orkantiefs beschäftigt. Beim Abtransport geschwächter Bäume ist Eile geboten, denn für das laufende Jahr befürchtet Forstamtsleiter Michael Siller einen höheren Borkenkäferbefall.
Waldbegang des Landsberger Stadtrats: Wie steht es um den Borkenkäfer
Durch die ungewöhnlich warmen Temperaturen im März sind die Schädlinge „drei bis vier Wochen früher dran als üblich“. Und je früher die Borkenkäfer-Saison losgeht, desto mehr Generationen kann das Insekt ausbilden. „Wir hetzen von Schadereignis zu Schadereignis“, sagt Siller im Gespräch mit dem Kreisboten. „Und arbeiten parallel daran, einen klimaresilienten Wald aufzubauen.“
Dazu gehört die Jungbestandspflege, die Siller den Stadtratsmitgliedern am Beispiel der Hartmahd demonstrierte. Hier fand vor 14 Jahren als Ausgleichsmaßnahme für Rodungen im Frauenwald eine Erstaufforstung statt. Heute wachsen dort Eichen, Linden und Bergahorn. Ziel ist in einigen Generationen ein solider Eichenbestand, wie Siller erklärt.
Dafür sind nun erste vorsichtige Eingriffe erforderlich – einzelne Linden müssen entfernt werden, da sie die Eichen niederzudrücken drohen. Siller ließ Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl und die Stadtratsmitglieder unter Anleitung mit Sprühdose und Säge durch die Baumreihen gehen und freute sich, dass lebhaft darüber diskutiert wurde, welche Bäume wohl entfernt werden müssten.
Pflege nach dem Prinzip „Wald vor Wild“
Zur Pflege des Jungbestands gehört auch die scharfe Bejagung von Damwild nach dem Prinzip „Wald vor Wild“. Ziel ist es, Nachpflanzungen vor Verbiss zu bewahren, damit die jungen Bäume ohne teure Schutzmaßnahmen aufwachsen können. Die Abschusszahlen werden alle drei Jahre in einem Verbissgutachten festgelegt, ein neues wird demnächst herauskommen.
Die Landsberger Förster bejagen nach Sillers Aussage ein Gebiet von 4000 Hektar, unterteilt in elf Eigenjagden und drei von Jagdgenossenschaften angepachtete Gebiete. Im letzten, vor drei Jahren erschienenen Verbissgutachten erhielten elf Gebiete in Bezug auf den Verbiss die bestmögliche Beurteilung („günstig“). In zwei Gebieten wurde die Situation als „tragbar“ bewertet, was der zweitbesten Beurteilung entspricht. Lediglich eine Jagd bekam das Label „ungünstig“. Siller und seine Mitarbeiter sind nun gespannt auf die neuen Zahlen.
Eine weitere Station des Waldbegangs war der Lechpark Pössinger Au. Dort haben im Rahmen der notwendigen Hangsanierung Baumfällungen stattgefunden, die eine nachhaltige und artenreiche Waldentwicklung ermöglichen sollen. Abgeholzt wurden vor allem kranke Eschen, nachwachsen werden Ahorn, Birke und Buche. In den nächsten Wochen soll ein Zaun errichtet werden, der den Jungbestand vor Verbissschäden schützt.
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Der Waldbegang im letzten Jahr viel positiver aus. Mehr dazu lesen Sie hier.
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