An der B17 bei Denklingen: Leerstand im Lustberghof

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Der Lustberghof an der B 17 zwischen Landsberg und Schongau. Die Immobilie wird zum Verkauf angeboten. © Jais

Der Lustberghof, an der B 17 zwischen Landsberg und Schongau gelegen: eine Lokalität, die seit langem leer steht. Nun steht die Immobilie zum Verkauf. Der bisherige Eigentümer, im Landkreis Dachau ansässig, hat damit ein Büro aus dem Unterallgäu beauftragt.

Denklingen – Dass im Lustberghof an der B 17 Ausflügler einkehrten oder Vereine aus der Gemeinde Denklingen wie beispielsweise die Feuerwehr dort ihre Versammlungen abhielten, ist lange her. Die Tür zum Lustberghof ist schon seit mehreren Monaten geschlossen. Ein Paar, das zuletzt Pächter war und 2023 für Gastronomie und Zimmervermietung noch ehrgeizige Pläne hatte, ist wieder weggezogen. Früher war ein Grieche der Wirt. Doch der ging vor mehreren Jahren nach Landsberg. Der gastronomische Betrieb ist zuletzt nie mehr in die Höhe gekommen.

Lusberghof an der B17: Denklingen wehrt sich gegen Splittersiedlung

Im Februar vergangenen Jahres setzte sich die Gemeinde mit dem Antrag auf Vorbescheid auseinander. Kernpunkt war, dass auch im zweiten Obergeschoss ausgebaut wird. Birgit Jost vom Bauamt betont auf Nachfrage, dass bislang kein regulärer Bauantrag eingereicht worden sei. Das sei aber erforderlich, bevor Veränderungen am Gebäude oder auf dem Gelände in Angriff genommen werden können.

Wichtig ist der Gemeinde, dass ein Ausbau zu Wohnzwecken ausdrücklich ausgeschlossen wird. Eine dortige Splittersiedlung soll vermieden werden. Einverstanden zeigt sich die Kommune aber mit einer Umnutzung zu Hotelzimmern und Ferienwohnungen. Zudem kann die Betriebsleiterwohnung beim Gebäude dauerhaft vom Pächter der Gaststätte in Anspruch genommen werden.

Die Immobilienmaklerin aus dem Unterallgäu, die mit dem Verkauf des Lustberghofs befasst ist, reagiert auf Nachfrage der Redaktion zurückhaltend. Sie bestätigt nur, dass sie schon länger eine geschäftliche Beziehung mit dem bisherigen Eigentümer aus dem Landkreis Dachau hat. Dieser hat bislang aber auf die Frage der Redaktion, was bisher baulich gemacht worden sei und warum er jetzt die Immobilie veräußern wolle, nicht geantwortet.

Als „tolle Gelegenheit“ und als „Immobilie mit Entwicklungspotenzial“ wird der Lustberghof in einer Anzeige auf dem Portal Immoscout 24 angepriesen. Angeboten wird er für 1,2 Millionen Euro. Der Zustand des Objekts aus dem Jahr 1919 wird als „renovierungsbedürftig“ beschrieben.

Lustberghof an der B17 bei Denklingen: Früher eine Landwirtschaft

Ältere Denklinger und Epfacher können sich daran erinnern, dass zum Lustberghof früher eine Landwirtschaft gehörte. Der Stall befand sich an der Hangkante. Das Dach der Ökonomie war nach einem langen Winter mal eingestürzt. Ab den fünfziger Jahren entwickelte sich an der viel befahrenen Nord-Süd-Achse, der heutigen B 17, das Geschäft mit Übernachtungsgästen.

Die Eigentumsverhältnisse dort waren ebenso wie die familiären Gegebenheiten der Besitzer oder Pächter nie einfach zu durchschauen. Auch die Entwicklung am Gebäude und Gelände erschien so manchem undurchsichtig. Dazu gehörten Rodungsaktionen und ein Abtrag am Hang ebenso wie ein Vergrößern des Stadels. Das mit dem Lustberghof sei eine „unendliche Geschichte“, heißt es in der Nachbarschaft. Noch vor Corona hatte der frühere Eigentümer an einen Investor aus Dachau verkauft, der die Immobilie jetzt wieder loswerden möchte.

Hinterm Gasthof befindet sich in der früheren Ökonomie eine Wohnung der früheren Besitzer. Auf dem großen, gekiesten Parkplatz im Norden ist jetzt eine Sammelstelle für gebrauchte Pkw, die ein Händler bevorzugt nach Bulgarien exportiert. Die Fläche ist mehr oder weniger eine Grauzone: Gemeinde und Landratsamt haben dafür keine bauliche oder gewerbliche Erlaubnis gegeben. Weshalb die Verhältnisse dort wohl weiterhin im Unklaren bleiben.

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Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/landsberg-kreisbote/an-der-b17-bei-denklingen-leerstand-im-lustberghof-93082506.html