Volkshochschule Erding: Im Billardsaal fing alles an

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Rund 150 Gäste waren nach Oberding gekommen, um mit der VHS den 75. Geburtstag zu feiern. © Friedbert Holz

Die VHS blickt auf 75 Jahre zurück – mit einer Gala in Oberding.

Sie gehört zu den fünf leistungsstärksten Volkshochschulen (VHS) in Oberbayern, ist gerade 75 Jahre jung geworden, bietet jährlich rund 16 000 Lernwilligen in etwa 1600 Kursen neues Wissen an. Das ist wahrlich ein Grund zum Feiern. Und so lud das VHS-Team aus Erding, unter den rund 150 Gästen an seinen hellblauen Schals gut auszumachen, zur Geburtstagsfeier in die von ihm festlich geschmückte Mehrzweck-Halle nach Oberding ein, zu einem gemütlichen Festabend.

Zu den Gästen sprach auch Dr. Regine Sgodda, die Vorsitzende des Bayerischen VHS-Verbands.
Zu den Gästen sprach auch Dr. Regine Sgodda, die Vorsitzende des Bayerischen VHS-Verbands. © fez

„Wir möchten bei einem feinen Buffet und begleitet von einer Live-Band unseren Gästen einmal die Möglichkeit geben, sich auszutauschen, besser oder neu kennenzulernen und natürlich über die VHS und ihre Inhalte zu sprechen. Das ist besser, als nur 17 Rednern zu lauschen“, umriss Doris Fähr, die Geschäftsführerin des Zweckverbands Volkshochschule im Landkreis, das Konzept des Abends. Geredet wurde dann zwar doch, zwei wichtige Personen im Saal durften dazu ans Mikrofon.

Geschäftsstelle am Schönen Turm

Zuerst blickte Bernhard Mücke, Vorsitzender des Verbands, Oberdings Bürgermeister und damit auch der Hausherr, auf die bewegte Geschichte zurück. „Nachdem am 21. Januar 1949, abends um 20 Uhr, im Billardsaal des Gasthofs zur Post in Erding das Volksbildungswerk der Stadt Erding gegründet war, folgten alsbald die ersten 15 Kurse und acht Veranstaltungen“. 1970 gab es bereits den ersten teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter in einer kleinen Geschäftsstelle am Schönen Turm, zwei Jahre später erfolgte die Umbenennung in Volkshochschule.

Ein erstes eigenes Haus konnte die VHS, zusammen mit der Kreismusikschule, dann 1985 in der ehemaligen Hauptschule in Altenerding beziehen, bevor 2005 der Wechsel ins VHS-Haus am Bahnhof erfolgte. 2010 wurde der Verein in einen Zweckverband umgewandelt, dem alle 26 Gemeinden des Landkreises angehören.

Der Langzeit-Chef: Viele Jahre war Hans Peis (M.) Vorsitzender der VHS. Sein  Nachfolger Bernhard Mücke und Geschäftsführerin Doris Fähr revanchierten sich mit einem Geschenk.
Der Langzeit-Chef: Viele Jahre war Hans Peis (M.) Vorsitzender der VHS. Sein Nachfolger Bernhard Mücke und Geschäftsführerin Doris Fähr revanchierten sich mit einem Geschenk. © Friedbert Holz

„Dank deren Unterstützung können wir nun gut in einem Team mit 18 fest Angestellten und rund 400 Kursleitern dort arbeiten. Dank gebührt auch den zwei Hauptsponsoren Sparkasse und Flughafen München“, so Mücke weiter. „Auch während Corona konnten wir Kurse online anbieten, die VHS lebt von den Menschen, die sie betreiben“.

Als einen der langjährigen Mitarbeiter ehrten daher er und Doris Fähr den langjährigen ersten Mann im Vorsitz der VHS, Neuchings Altbürgermeister Hans Peis mit einem Geschenk. Auch Dr. Regine Sgodda, die Vorsitzende des Bayerischen Volkshochschulverbands, hatte ein Präsent mitgebracht, ein Faksimile der Gründungsurkunde von 1949.

Bildungseinrichtung mit Verfassungsrang

„Wie es schon im Grundgesetz verankert ist, schaffen sie hier im Landkreis mit der VHS eine wichtige Basis für Demokratie und Bildung. Dabei profitieren sie durch die vielen Referenten aus der Mitte unserer Gesellschaft – jeder Kurs ist doch ein wichtiger Ort des Miteinanders in einer Welt, die für viele immer schwieriger zu verstehen ist.“

Den Abend umrahmten musikalisch die Honky Tonk Five.
Den Abend umrahmten musikalisch die Honky Tonk Five. © fez

Gerade heutzutage sei es, so Sgodda, enorm wichtig, über kommunale Grenzen hinauszublicken, „globale Themen werden immer unverzichtbarer“. Volkshochschule hätten in Bayern sogar einen Verfassungsrang, „sie bieten damit ihren Kunden nicht nur ortsnah und niederschwellig Bildung an, sie schaffen letztlich eine elementare Daseinsvorsorge“. Und sie ergänzte, mit einem ironischen Unterton: „Wer eine Volkshochschule besucht, begibt sich in die Gefahr, vielleicht dort eine bisher vorgefasste Meinung zu ändern.“

Da schmunzelten einige Zuhörer, und das Lächeln auf den Gesichtern sollte auch über den weiteren Abend hin bestehen. Denn nun stand nur noch fröhliches Feiern auf dem Programm, Ratschen untereinander statt langer Reden war angesagt. Wer sich am festlichen Buffet gestärkt hatte, konnte jetzt den Klängen der Live-Band Honky Tonk Five lauschen. Zunehmend mehr deuteten deren Musik aber auch als eine Aufmunterung zum Tanzen. Wo sonst Bälle geworfen werden und Schüler schwitzen, wurde nach Herzenslust gute Laune in rotierende Bewegung umgesetzt– auch das eine Art von Sport.

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