Maisbauern und Lohnunternehmer ernten und häckseln in diesen Tage im Wettlauf mit dem Wetter. Denn wenn es regnet, sind die Bedingungen für die Maisernte schlecht.
Erding – Zurzeit fahren Landwirte, die mit ihren Helfern die Maisernte einbringen, Tag und Nacht. Das unstete Wetter und das limitierte Zeitfenster, in dem sie arbeiten können, macht ihnen zu schaffen. Doch gejammert wird nicht.
„Wir sind zufrieden mit der Maisernte. Wir haben durchschnittliche Erträge“, sagt Stephan Bachmayer aus Bogenstorf, Gemeinde Taufkirchen. Seit einer guten Woche sind er und seine Fahrer mit fünf bis acht Gespannen im Einsatz, um auf 250 Hektar Mais zu ernten, zu häckseln, heim zu transportieren und im Fahrsilo zu verdichten. Das seien dann schon Zwölf-Stunden-Tage.
Mais auf 40 Prozent der Ackerflächen
„Zu den Erträgen können zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Aussagen getroffen werden, da die Silomaisernte noch läuft und die Ernte von Körnermais erst kürzlich begonnen hat“, sagt Andreas Geigenhammer vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Erding-Ebersberg. Die Betriebe im Landkreis Erding hätten 2024 auf gut 18 000 Hektar Mais angebaut, erklärt der Abteilungsleiter. Der Großteil davon sei Silomais mit knapp 14 000 Hektar, beim Körnermais seien es knapp 4400 Hektar. „Der Anteil von Mais an der gesamten Ackerfläche liegt bei rund 40 Prozent“, so Geigenhammer.
Bei Bachmayer geht es um Silomais. In zwei Wochen will er fertig sein, wenn es nicht wieder und zu viel regnet. Aber die Prognosen sind nicht rosig. Wenn man den Mais aber zu lang stehen lasse, werde er zu trocken, weil er weiter ausreife. „Zum Schluss ist die Pflanze ganz dürr, da siliert der Mais nicht mehr“, erklärt Bachmayer. Ideal sei ein Trockensubstanzgehalt von 32 bis 36 Prozent. „Da ist die Energie drin.“ Bachmayer benötigt ein Drittel seiner Maisernte für seine 350 Bullen und zwei Drittel für seine Biogasanlage.
„Von der Masse her bin ich absolut zufrieden, und auch der Kolben ist gut“, sagt Adi Lanzinger aus Hubenstein (Gemeinde Taufkirchen). Das sei ein guter Ausgleich zum Vorjahr, als es ihm den Mais verhagelt hatte. „Die Maishöhe war heuer bis zu vier Meter, letztes Jahr nach dem Hagel nur 50 Zentimeter.“
Straßen gesäubert, so gut es geht
100 Hektar Mais mussten Jacob Maier und Lorenz Strobl aus Niederding einbringen. „Wir hatten furchtbares Glück. Am Montagabend um 19 Uhr sind wir fertig geworden, dann hat es in der Nacht zu regnen angefangen. Bei uns hat es knapp 30 Liter geregnet. Weiterhäckseln wäre wahrscheinlich gar nicht gegangen.“
Lohnunternehmer Hans Ellinger jun. aus Wambach hat zwei Tage vor dem großen Regen die Arbeit aufgenommen. „Die Bestände sind gut, die Böden unterschiedlich von nass bis gut befahrbar.“
Weil der Mais so schnell gereift sei, müsse er jetzt schnell vom Acker und damit werden „auch die Straßen voll Dreck und wir werden immer wieder mal geschimpft“. Obwohl immer ein Kehrfahrzeug hinterherfahre, man Verkehrsschilder aufgestellt habe und darauf schaue, dass alles sauber sei. Auch eine Schulung von der Polizei habe sein Team mitgemacht.
Meine news
Wenn es die ganze Nacht regnet, dann werde der festgefahrene Dreck aufgeweicht, und in der Früh sei es dann glatt und gefährlich, sagt Ellinger. „Da müssen die Autofahrer auch mitdenken und das beachten“, betont er. Er selbst stehe in der Erntezeit die ganze Nacht in der Werkstatt. Denn die Fahrzeuge müssen immer wieder hergerichtet werden. Der Lohnunternehmer hat fünf Häcksler. Sie wiegen zwischen 16 und 18 Tonnen. Bis zu 40 Hektar können sie in 24 Stunden abernten und brauchen dafür bis zu 1500 Liter Sprit.
Beim Körnermais bleibt Pflanze stehen
Und dann gibt’s da noch den Körnermais, dessen Ernte immer später beginnt. Familie Renner aus Kuglern bei Walpertskirchen hat vergangenen Mittwoch damit angefangen. Der Familienbetrieb hat eine neue große Trocknungsanlage mit einer Leistung von bis zu 240 Tonnen pro Tag, in der der sogenannte Feuchtmais getrocknet wird. In den kommenden vier bis sechs Wochen wird in Kuglern rund um die Uhr gearbeitet. Vater und Sohn Georg junior wechseln sich ab. „Denn zu lange Pausen sind für die Anlage nicht gut.“
Der Körnermais sei fast unbegrenzt lagerfähig und könne als Handelsware über weite Entfernungen transportiert werden, etwa zu Kraftfutterwerken, die ihn zu Milchvieh-, Schweine-, Kälber- oder Pferdefutter verarbeiten, so der 59-jährige Landwirt, der von einem guten Ertrag spricht.
Während der Silomais fast komplett geerntet wird, wird beim Feuchtmais nur das Korn geerntet. Die Restpflanze verbleibt auf dem Acker und wird eingearbeitet, das ist sehr gut für den Boden, den Humusaufbau sowie sonstige Mikroorganismen. Damit bleiben ganz viele Nährstoffe auf dem Feld für Folgefrüchte.