Die Veteranen der Kultkneipe Hirschwirt planen ein Revival-Wochenende im Jugend- und Kulturhaus Sonic mit Fotoausstellung, Film und Band-Konzerten.
Erding – Jahrzehntelang hat der Hirschwirt die junge Erdinger Kulturszene bedeutend mitgeprägt. Nun, 30 Jahre nach der Schließung der Kultkneipe, hatten vier Veteranen der Hirschwirt-Szene die Idee, an das denkwürdige Lokal zu erinnern. Limo Lechner, Peter Feller, Hans Holzer und Peter Jokel starteten einen Aufruf zur Einsendung von alten Fotos und Erinnerungen aus der Zeit.
„Die Resonanz war groß, alle waren begeistert von der Idee“, berichtet Lechner. Leider sei die Foto-Ausbeute trotzdem nicht ganz so ergiebig gewesen. Gemeldet hätten sich viele frühere Kumpels, die unbedingt zu dem Revival-Treffen kommen wollen. Dieses findet nun vom Freitag, 4., bis Sonntag, 6. Oktober, im Jugend- und Kulturhaus Sonic statt.
Insgesamt 14 Stellwände hat das Orga-Team zusammengestellt mit Erinnerungen an die gute alte Hirschwirt-Zeit, die am 2. Februar 1979 begann und am 31. März 1993 endete. Neben Fotos und Zeitungsausschnitten werden auch allerlei Druckerzeugnisse gezeigt, von Plakaten und Speisekarten bis zu Flugblättern, die alle aus der Grafikwerkstatt von Limo Lechner stammen und deshalb vollständig erhalten sind.
Gesammelt wurden auch die Erinnerungen und Statements von früheren Gästen und auch der Wirte, die ihre Erlebnisse zu Papier gebracht haben. Zu sehen sind auch Utensilien aus der Hirschwirt-Zeit wie T-Shirts oder die legendäre Parmesanmaschine, so Lechner.
Das Event startet am Freitag um 19 Uhr mit einem Konzert des Duos Tested On Animals, bestehend aus Limo Lechner und Kurt Feller. Die beiden ehemaligen Mitglieder von Sigurd kämpft spielen „schräge Popmusik“, wie Lechner erklärt. Um 20 Uhr erfolgt die offizielle Eröffnung der Ausstellung, bevor um 21 Uhr die Pinklers aufspielen. „Die Band hat damals beim Abschlussfest gespielt, mit Sängerin Helma, die aber heute nicht mehr dabei ist“, so Lechner.
Den früheren Hirschwirt-Sound kann man ab 22 Uhr hören, wenn DJ Börnie und DJ Roberto Songs der 1980er Jahre auflegen. Bekannt ist Bernhard Jugl durch die Sendung „Zündfunk“ im BR, außerdem wohnte er zu Hirschwirt-Zeiten in Lechners WG. „Er hatte den Kontakt zu den DDR-Jazzern“, erinnert sich Lechner. Auch Robert Fritscher ist kein Unbekannter, war er doch schon als DJ beim Sinnflut zu hören.
Am Samstag ist die Ausstellung von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Um 20 Uhr folgt die Vorführung des Films „Das Gespenst“ von Herbert Achternbusch. Montags war früher im Hirschwirt Ruhetag, da wurden alle drei Wochen Filme gezeigt, unter anderem „Das Gespenst“. „Das war damals ein Skandalfilm und ein großer Aufreger in den konservativen Kreisen“, erinnert sich Lechner.
Auch am Sonntag ist die Ausstellung von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, Spenden sind erwünscht.
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„Wenn alle kommen, die sich angekündigt haben, dann wird es voll – ein richtiges Veteranentreffen“, meint Lechner erwartungsvoll. „Für viele war es damals eine wichtige Zeit mit sehr positiven Erinnerungen“.