Lokale Artikel aus der Isar-Loisach-Region erreichten 2025 mehrere Millionen Leser deutschlandweit. Die Themen reichten von tragischen Schicksalen bis zu kuriosen Fällen.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Brennende Autos, schockierende Schicksale und glückliche Gewinner: Wie aus emotionalen Geschichten in der eigenen Nachbarschaft Nachrichten mit überregionaler Relevanz werden, lässt sich im Internet live mitverfolgen. Auch im Jahr 2025 wurden lokale Artikel in den Ressorts www.isar-loisachbote.de und www.geretsrieder-merkur.de hunderttausendfach geklickt, deutschlandweit geteilt und überregional zitiert. Allein die zehn Geschichten, die am häufigsten gelesen wurden, erreichten zusammen mehrere Millionen Leser. Die Zahlen zeugen nicht nur von einem ungebrochen großen Informationsbedürfnis. Sie zeigen auch eindrucksvoll, welche Themen im vergangenen Jahr besonders viele Menschen bewegten.
Aus dem Leben gerissen
Auch über tragische Ereignisse respektvoll zu berichten, zählt zu den Aufgaben einer Zeitung. Besonders berührt hat die Leser 2025 die Geschichte der Familie Köhler: Ehemann und Stiefvater Thomas wurde völlig unerwartet von einem auf den anderen Tag aus dem Leben gerissen. Der 54-Jährige hinterließ seine Witwe Stephanie mit zwei Kindern, die zu dritt mit finanziellen Nöten kämpften. Über eine Spendenplattform im Internet sammelte die Dorfgemeinschaft für die Hinterbliebenen. Die Berichterstattung unterstützte dabei mit der größten Reichweite des Jahres.
Traumhaus für Azubi
Auf ähnlich großes Interesse stieß zum Jahresende ein besonders glücklicher Gewinner: Der 21-jährige Auszubildende Jonas Groth gewann bei der Soziallotterie Omaze eine Luxus-Villa in der Gemeinde Icking. Wie sich das Leben des angehenden Bankkaufmanns mit einem Spieleinsatz von 25 Euro veränderte, verfolgten Leser aus ganz Deutschland auf der Nachrichtenseite des Isar-Loisachboten.
Urteil für Masken-Gang
Für überregionales Aufsehen hatte auch das Treiben der sogenannten Masken-Gang aus Geretsried gesorgt. Ein 20- und ein 21-Jähriger hatten über Monate hinweg Angst in der größten Stadt des Landkreises verbreitet: Sie warfen China-Böller aus fahrenden Autos, liefen nachts mit Schreckschusswaffen um sich schießend durch Geretsried und sollen auch Autos angezündet haben. Einer der Angeklagten tanzte in einem rosafarbenen Einhorn-Kostüm vor der Polizeiinspektion herum – dann fiel das Urteil.
Leben im Schloss
Doch nicht nur Nachrichten aus der Stadt interessieren ein besonders breites Publikum. Auch Geschichten, die auf dem Land spielen, erreichen oft Menschen weit über die Region hinaus. Ein Beispiel dafür ist Albert von Schirnding. Der 90-Jährige lebt seit mehr als 30 Jahren im Harmatinger Schloss. Über das Leben in der Turmburg aus dem 13. Jahrhundert berichtete der Schriftsteller eindrucksvoll. So schön 14 Räume und ein Himmelbett auch sind: „Eigentlich ist es hier immer zu kalt“, räumte der Senior ein.
Peta und die tote Krähe
Auf Platz 5 der am häufigsten gelesenen Artikel schaffte es 2025 eine ungewöhnliche Vogelscheuche: Ein Landwirt hatte in Königsdorf eine tote Krähe auf seinem Feld aufgehängt, um Artgenossen fernzuhalten. Die Tierschutzorganisation Peta kritisierte den unbekannten Bauern, forderte Verbote und erstattete Anzeige. Wenig Verständnis zeigte dafür Peter Fichtner, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV). „Ich frage mich, wen das juckt“, sagte er zum Vorgehen seines Berufskollegen.
Weitere Geschichten
Wie bunt gestreut das Interesse der Menschen ist, verdeutlichen die weiteren Themen, die es in die Reihe der zehn am häufigsten gelesenen Geschichten geschafft haben. So schafften es die wirtschaftlichen Probleme der Weber Schraubautomaten GmbH auf Platz 6, die Auflösung des Frauenvereins in Endlhausen auf Platz 7 und die Hofaufgabe von Felix und Peggy von Stackelberg in Dietramszell auf Platz 8. Die sechs Händler, die sich im Wolfratshauser Obermarkt für einen Pop-Up-Store zusammenschlossen, runden gemeinsam mit dem Asylbewerber die Top Ten ab, der im Namen eines anderen die theoretische Führerscheinprüfung ablegen wollte.