Hallenbad-Sanierung „kein Luxusprojekt“: Gemeinden wollen Kosten per Studie ermitteln

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Das Hallenbad Kirchseeon liegt bisher auf dem Trockenen. © Stefan Rossmann

Nach kontroverser und durchaus hitziger Diskussion hat sich die Gemeinde Zorneding darauf geeinigt, sich bei einer Kostenermittlung für die Kirchseeoner Hallenbad-Sanierung zu beteiligen. Im Nachbarort wertet man das als positiven Schritt in Richtung Zweckverband.

Zorneding – Der Zuschauerraum des Zornedinger Sitzungssaal war voll besetzt, auch Kirchseeons Bürgermeister Jan Paeplow war bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend in den Nachbarort gekommen. Schließlich ging es um die Zukunft seines Hallenbads.

Auf der Tagesordnung stand die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie, um die konkreten Sanierungskosten für das Bad zu ermitteln, denn bisher liegt lediglich eine Baukostenschätzung des Marktes Kirchseeon über rund 12 Millionen Euro vor. Aus Zornedinger Sicht ist die Studie Grundlage für die mögliche Bildung eines Zweckverbands zur Sanierung und Betrieb des Hallenbads.

Anteilige Kostenübernahme für Machbarkeitsstudie löst Diskussion aus

Für die Machbarkeitsstudie geht Kirchseeon von rund 160 000 Euro aus. Die Marktgemeinde schlägt zudem vor, dass Zorneding sich mit 30 Prozent an den Kosten beteiligt. Und genau daran schieden sich im Zornedinger Gemeinderat die Geister: Vor allem die CSU-Fraktion, aber auch Bianka Poschenrieder (SPD) sprachen sich gegen eine Kostenbeteiligung ihrer Kommune an der Studie aus. „Das ist nicht unsere Aufgabe“, betonte Stefanie Berndlmeier (CSU) und Fraktionskollege Patrick Eichler erinnerte an die angespannte Zornedinger Haushaltslage.

Peter Pernsteiner (FDP) hingegen mahnte, dass Schwimmen im Lehrplan der Grundschulen stehe. „Wir sind Sachaufwandsträger der Schule, also müssen wir einen vernünftigen Schwimmunterricht sicherstellen.“ Das sah auch Giulia Hillebrand (Grüne) so: „Wir hatten bisher nur Glück, dass uns diese Aufgabe von Kirchseeon abgenommen wurde.“

Zorneding gibt mit Beschluss positives Signal – Kirchseeon will Zweckverband-Schritt gehen

Ramona Baumgartner (parteilos) hätte lieber gleich über den Zweckverband abgestimmt: „Bevor hier die Vereine gegeneinander ausgespielt werden.“ Sie bezog sich damit auf einen offenen Brief des TSV Zorneding, der den Gemeinderäten am Donnerstagmorgen zugestellt wurde.

Wir hatten bisher nur Glück, dass uns die Aufgabe von Kirchseeon abgenommen wurde.

Darin sprach sich der Sportverein gegen einen Zweckverband aus: „Der TSV Zorneding ist sichtlich erstaunt und kann nicht nachvollziehen, dass gerade in dieser Zeit, in der alle Anstrengungen unternommen werden, um die Gemeindeausgaben zu reduzieren und auch den lokalen Vereinen teilweise dringend benötigte Unterstützung teilweise zu streichen, weiterhin der Zweckverband für die Sanierung des Hallenbades des Markt Kirchseeon vorangetrieben wird“, heißt es in den Schreiben. Aber auch der ATSV Kirchseeon war nicht untätig und hat Bürgermeister Piet Mayr (CSU) vor der Sitzung vier Aktenordner mit über 1000 Unterschriften pro Zweckverband übergeben.

Baumgartner erinnerte daran, dass im ATSV Kirchseeon auch viele Zornedinger Mitglieder seien. Zudem gehe es nicht nur um Schwimmunterricht für Kinder, sondern auch um Sport für alle Bevölkerungsschichten. Letztlich stimmten zwölf Gemeinderäte (Grüne, FWG, FDP sowie Stephan Raabe/SPD) für die Machbarkeitsstudie, sieben Räte (CSU und Poschenrieder/SPD) dagegen. In den kommenden Wochen wird jetzt eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, in der neben den Bürgermeistern auch Gemeinderäte beider Orte anteilig vertreten sind – in welcher Fraktionszusammensetzung stehe noch nicht fest, sagt Kirchseeons Bürgermeister Jan Paeplow. Ihn freue es sehr, endlich „einen gemeinsamen Schritt in Richtung Hallenbad-Sanierung“ zu gehen. „Es wird kein Luxusprojekt mit goldenen Wasserhähnen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir eine tragfähige Lösung entwickeln können“, so Paeplow.

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