Habach hochwassersicher machen: Ein Mammut-Projekt für die kleine Gemeinde, mit dem sie bereits seit Langem beschäftigt ist. Nachdem erste Maßnahmen realisiert sind, lassen weitere Genehmigungen sowie Zuschüsse aber auf sich warten.
Die Mauer entlang des Heubachs in Habach steht. Der Damm am Hochwasserweiher wurde erhöht und eine rund 70 Meter lange Fischtreppe gebaut: Alles Arbeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Habach, die im vergangenen Jahr nach Monaten des Planens auch praktisch angepackt wurden.
Wie Bürgermeister Michael Strobl auf Nachfrage informiert, seien alle diese Maßnahmen mittlerweile auch abgeschlossen. Insgesamt rund 1,5 Millionen hätten die Arbeiten gekostet – eine Summe, die von der Gemeinde habe vorfinanziert werden müssen. Der Großteil an Zuschüssen vom Freistaat für den Ausbau des Hochwasserschutzes seien aber noch immer nicht geflossen. Auch deren Gesamthöhe sei nach wie vor unklar. Strobl betont: „Alle Anträge sind gestellt.“ Er hoffe, dass die kleine Gemeinde etwa die Hälfte der Kosten durch Zuschüsse finanzieren kann. Doch bis wann eine konkrete Förderhöhe feststeht oder diese Gelder gar fließen werden, scheint derzeit offen.
Dabei hat Habach noch längst nicht den ganz großen Brocken seines Hochwasserschutz-Projektes angepackt. Der steht mit Teil II der Gesamtmaßnahme noch aus: Die Seitenzuläufe in den Heubach aus Richtung der Höhlmühle sowie von der Hofheimer Straße müssen hochwassersicher gemacht werden. Dazu sollen Verrohrungen und offene Gräben angelegt werden. Wie der Bürgermeister bereits in der Vergangenheit erläuterte, soll außerdem das Wasser des Koppenbergweihers hochwassersicher in den Heubach abgeleitet werden und die Brücke im Ortsteil Dürnhausen abgerissen und durch ein neues Bauwerk ersetzt werden.
Pläne liegen beim Landratsamt
Wie Strobl informiert, liegen alle für diese Maßnahmen notwendigen Pläne und Unterlagen nach monatelangen Planungen nun beim Landratsamt. Der Gemeinde bleibe derzeit nur, auf den Bescheid durch die Weilheimer Behörde zu warten. Anhand dieser viele Seiten umfassenden Stellungnahme könne die Kommune dann unter anderem ersehen, welche Auflagen sie für das Projekt noch erfüllen muss; beispielsweise was die Renaturierung des Heubachs betrifft oder welche Maßnahmen zum Umweltschutz sonst noch gefordert werden.
Allein für den Bau der Zuläufe stand noch im Mai eine geschätzte Summe von über 2,3 Millionen Euro im Raum. Bereits damals stand fest, dass sich das Vorhaben aufgrund der Inflation und der höheren Energiekosten verteuern wird. Insgesamt könnte Teil II der Arbeiten also mehrere Millionen kosten. Strobl schätze die Gesamtsumme im Frühling auf über 4 Millionen Euro – und auch diese Summe müsse die Kommune vorfinanzieren, so Strobl nun im Gespräch mit der Heimatzeitung. Zuschussanträge dafür habe seine Gemeinde dafür bisher noch keine gestellt, denn grundsätzlich gebe es bei diesem Teil des Hochwasser-Ausbaus derzeit noch zu viele Unwägbarkeiten.
Realisierung vielleicht in zwei Jahren
So könne mit der praktischen Umsetzung aus baulichen Gründen erst begonnen werden, wenn die neue Querverbindung vom Habacher Kreisverkehr zur Antdorfer Straße endlich gebaut sei. Doch dieses Projekt steckt derzeit noch bei der Regierung von Oberbayern fest. Außerdem seien erforderliche Grundstücksverhandlungen für benötigte Flächen zwar mittlerweile eigentlich abgeschlossen. Die Eigentümer hätten aber grundsätzlich noch die Möglichkeit Widerspruch einzulegen, so der Bürgermeister.
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Und zu guter Letzt müsse die Gemeinde Teil II auch finanzieren können. Nichtsdestotrotz geht Strobl davon aus, dass die Arbeiten an den Seitenzuläufen und Co. in rund zwei Jahren begonnen werden können.