Zu viele Besucherinnen und Besucher sind nicht nur in Venedig oder Mallorca ein Problem. Nun schließt auch Thailand einen weltberühmten Strand für zwei Monate.
Maya Bay – Seit Leonardo DiCaprio im Film „The Beach“ nach Maya Bay reiste, ist die Bucht auf der thailändischen Insel Ko Phi Phi Leh weltberühmt. Das bringt Geld ins Land, schadet aber der den Tieren und Korallenriffen. Um der Natur eine Ruhepause zu gönnen, sperrten die Behörden Maya Bay im Jahr 2018 für etwa dreieinhalb Jahre. Seit Anfang 2022 ist das beliebte Touristenziel wieder für Besucher geöffnet, jedoch nur mit strengen Auflagen. Eine erneute Schließung ist für August geplant.
Tourismus in Thailand: Wirtschaftsmotor und ökologische Herausforderung
Vor der Pandemie trug der Tourismus etwa 20 Prozent zum thailändischen Bruttoinlandsprodukt bei. Maya Bay erwirtschaftete jährlich umgerechnet bis zu 14 Millionen Euro, wie die Zeitung National Thailand berichtete. In den letzten zwei Jahrzehnten stiegen die Besucherzahlen enorm an, zuletzt besuchten durchschnittlich 5.000 Menschen täglich die Bucht, in Spitzenzeiten sogar bis zu 8.000, berichtete CNN.
Das Problem: Die Touristen reisten in großen Massen mit Booten an, deren Propeller den Sand aufwirbelten und deren Anker den Meeresboden beschädigten, wie Meeresbiologe Thon Thamrongnawasawat erklärte. Viele Besucher trampelten unwissentlich auf den Korallenriffen herum oder nahmen sogar Sand in Wasserflaschen mit. Zurück blieben große Mengen an Müll – und immer weniger Strand.
Touristenansturm auf Maya Bay: Tierarten verschwinden aus der Bucht, Korallen sterben
Die Auswirkungen auf die Natur der Insel in Thailand waren verheerend: Korallen starben, Tierarten wie Schwarzspitzenhaie und Meeresschildkröten, die die Bucht als Lebensraum und Brutstätte nutzten, verschwanden. Auf Druck von Umweltschützern wurde Maya Bay 2018 für Jahre geschlossen, was positive Ergebnisse zeigte. „Als wir die Bucht geschlossen haben, kamen die Schwarzspitzenhaie nach nur drei Monaten zurück“, sagte Meeresbiologe Thon zu CNN. Auch Clownfische und Hummer kehrten demnach zurück.
Seit Anfang 2022 ist Maya Bay wieder zugänglich, aber mit strengeren Regeln. Boote dürfen die Bucht nicht mehr direkt anfahren; Touristen müssen stattdessen einen etwa fünfminütigen Weg durch den Wald in Kauf nehmen. Die Besucherzahl ist auf maximal 4.125 Personen pro Tag begrenzt, in Gruppen von 375 pro Stunde – los geht es um 7 Uhr morgens. Schwimmen und Schnorcheln sind in der Bucht verboten, die Urlauber dürfen nur bis zu den Knien ins Wasser. Und Sicherheitspersonal sorgt dafür, dass sich Reisende auch wirklich daran halten.
Modell für nachhaltigen Tourismus? Zweimonatige Schließung von Maya Bay während der Regenzeit
Um die Natur weiterhin zu schützen, wird Maya Bay auch in diesem Jahr vom 1. August bis 30. September während der Regenzeit für Touristen geschlossen. Diese zweimonatige Pause gab es bereits im letzten Jahr und soll auch in Zukunft beibehalten werden. Meeresbiologe Thon ist optimistisch, dass der Erfolg dieser Maßnahme als Vorbild für andere überlaufene Reiseziele dienen kann. Denn nachhaltiger Tourismus wird auch für andere Orte immer wichtiger, die Jahr für Jahr mit einem Massenansturm kämpfen.
Meine news
Während Thailand den Touristenstrom in Maya Bay begrenzt, will das Land anderswo mehr Reisende locken: Wie das Innenministerium unlängst bekannt gab, dürfen Urlauber aus 93 Ländern, darunter auch Deutschland, nun visumfrei 60 Tage im Land bleiben. Bislang galt die Erlaubnis nur für 30 Tage. Zuletzt gab das Auswärtige Amt wegen Terrorismusgefahr eine Reisewarnung für bestimmte Regionen im Süden Thailands heraus.