Christa und Xaver Mederer sind seit 60 Jahren zusammen glücklich. Jetzt feierten sie Diamantene Hochzeit.
Germering - Eigentlich haben Christa und Xaver Mederer zwei Hochzeitstage. „Den standesamtlichen und den kirchlichen“, erklärt der Ehemann. Zwei Tage sei das damals in München auseinandergelegen. Wobei ihm vor allem die Trauung in St. Wolfgang im Osten der Landeshauptstadt wichtig war. „In der Kirche heiraten, das ist halt so etwas Tiefes“, erklärt der jetzt 89-Jährige. Nun konnte Zweite Bürgermeisterin Manuela Kreuzmair ihm und seiner Frau zur Diamantenen Hochzeit gratulieren.
Seine neun Jahre jüngere Ehefrau hat Xaver Mederer beim Tanzen kennengelernt, genauer gesagt bei einem Faschingsball im Münchner Hofbräukeller. Der Zufall, dass der gebürtige Ingolstädter und die in Bad Tölz auf die Welt gekommene Frau den gleichen Tisch zugewiesen bekamen, hatte nachgeholfen.
Xaver Mederer hatte sich als Kavalier der alten Schule erwiesen und die damals 20-Jährige ganz förmlich um einen Tanz gebeten: „Darf ich bitten.“ Die junge Dame sagte ja, „weil ich davon sehr beeindruckt war“. Diesen ersten Schritten in den gemeinsamen Weg folgten schnell und immer wieder weitere.
„Es hat einfach nicht aufgehört, dass wir uns gefallen haben“, sagt die Ehefrau und lächelt. Nach gut einem Jahr folgte die Hochzeit. Vier Jahr später kam Tochter Petra auf die Welt. Das Paar hat heute außerdem ein Enkelkind.
Besonders in Erinnerung ist den beiden geblieben, dass es 1964 acht Tage vor dem großen Ereignis der Hochzeit mächtig kalt war. Doch die himmlischen Mächte hatten ein Einsehen mit den Liebenden: Am Tag der kirchlichen Hochzeit schien bei 20 Grad die Sonne. „So ähnlich wie jetzt bei unserer Diamantenen Hochzeit“, sagen die beiden und schmunzeln.
Zusammen meisterten sie die Selbstständigkeit in einem Fuhrunternehmen. Der Ehemann war eher für den handfesten Teil zuständig, die Frau für die Buchhaltung und Auftragsbearbeitung.
Es sei ihr als Frau in diesem Gewerbe damals nicht leicht gemacht worden, berichtet sie. „Aber ich habe gekämpft und wir haben es zusammen geschafft“, so Christa Mederer. Lange haben sie den Betrieb gehalten, sich aber dann nach der Umstellung auf den Euro im Jahr 2002 zur Ruhe gesetzt.
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Mit der großen Leidenschaft, dem Tanzen, hatte es aber da noch eine ganze Weile lang kein Ende. Denn Christa und Xaver Mederer pflegten das Brauchtum, waren 30 Jahre lang Mitglied beim Trachtenverein „Hohenwaldecker“ in der Schlierseer Gegend. Die regelmäßige Teilnahme an Umzügen gehörte zu den lieb gewordenen Pflichten. Auch in den Bergen waren die beiden oft zu finden. Erst in den vergangenen Jahren ließen es Christa und Xaver Mederer insgesamt ruhiger angehen.
Die Hochzeit vor 60 Jahren war allein schon wegen der vielen Gäste vom Trachtenverein eine große Feier. Nun, sechs Jahrzehnte später, ist es ein viel kleiner Rahmen, in dem das Paar seine Diamantene Hochzeit feiert. Aber beide betonen: „Es ist immer noch schön, dass wir zusammen sind.“