Es ist ein erster Schritt zum künftigen Kultur- und Kreativviertel an der Aumühle und Lände: Die Stadt vermietet für begrenzte Zeit drei Freiflächen.
Fürstenfeldbruck - Ein Freilufttheater, eine Boulderwand, ein Popup-Biergarten: Es gibt viele Möglichkeiten, drei brachliegende Flächen rund um die Aumühle zu nutzen. Die Stadt hat sie vor Jahren im Rahmen des Umzugs der Stadtwerke gekauft. „Die Flächen haben im Dornröschenschlaf hinter Bauzäunen geschlummert“, sagte OB Christian Götz im Stadtrat. Inzwischen gibt es Strom und die Verkehrssicherung ist gewährleistet. Also kann dort etwas entstehen – zumindest bis das geplante Kultur- und Kreativviertel entwickelt wird.
Der Stadtrat hat eine Zwischennutzungsstudie in Auftrag gegeben. Daraufhin hat ein Projektteam im Rathaus eine Matrix für die Vergabe der Flächen erarbeitet, wie die Leiterin Jennifer Jakob ausführte. Zum einen handelt es sich um ein 1561 Quadratmeter großes Areal zwischen Kanal und Amper mit Beton- und Kiesboden. Die zweite, 361 Quadratmeter große Wiesenfläche grenzt südlich an. Der dritte Teil umfasst 315 Quadratmeter und hat einen Dachüberstand. Die Miete beträgt 7,70 Euro pro Quadratmeter plus 105 Euro Nebenkosten und einer einmaligen Gebühr von 50 Euro.
Die Konditionen
Bewerben können sich Unternehmen, Vereine und Privatpersonen. Sie können eine ganze Fläche oder einen Teil bespielen – für zwei bis sechs Monate, erklärte Jakob. Ob Gastronomie, Kultur, Werkstätten, Freizeit – hier ist man offen. „Wir sind gespannt, was für kreative Ideen kommen.“ Einzig eine reine Lagerfläche soll es nicht werden. Denn das vorrangige Ziel ist es, Leben auf das Areal zu bringen und den einen oder anderen Nutzer des künftigen Kreativviertels schon anzusiedeln. „Umso früher wir anfangen, umso besser kann sich das Quartier entwickeln“, sagte Jakob. Dem stimmte der OB zu. Das Aumühlenfest habe das Flair einer lockeren Zwischennutzung gezeigt. „Wir würden sehr gerne möglichst schnell starten.“
Die Stadt bietet am Samstag, 28. September, um 14 Uhr einen Ortstermin für Interessenten an, Treffpunkt ist an der Bibliothek. Bewerben kann man sich bis 27. Oktober per E-Mail an kreativquartier@fuerstenfeldbruck.de. Anhand einer Matrix als Richtschnur werden die Konzepte bis 24. November geprüft. Eine Jury, der auch Wirtschafts-, Mittelstands- und Kulturreferenten angehören, schreitet ab dem 25. November zur Vergabe. Andreas Lohde (CSU) regte an, auch den Wirtschaftsbeirat mit einzubeziehen.
Zustimmung im Stadtrat
Im Stadtrat herrschte mehrheitlich Zustimmung. Eine Zwischennutzung habe eine hohe Bedeutung, wenn man ein Quartier entwickeln wolle, meinte Philipp Heimerl (SPD). „Leben entwickelt sich.“ Es sei ein kleiner Schritt, um das Gebiet bekannt zu machen und zu beleben, ergänzte Karin Geißler (BBV). Florian Weber (Die Partei) fragte nach, ob es aufgrund der Begrenzung auf sechs Monate eine zweite Bewerbungsphase gibt. Man wolle abwarten, welche Bewerbungen kommen, erklärte Götz.
Einzig die Freien Wähler waren dagegen. Markus Droth scheiterte mit dem Antrag, das Thema zurückzustellen, bis ein Zeitplan für die Instandsetzung und den Verkauf der alten Mühle feststeht. Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun, entgegnete OB Götz. „Die Machbarkeitsstudie für das Taubenhaus ist auf den Weg gebracht.“