US-Präsident Donald Trump hat die spektakuläre Operation zur Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro aus Caracas befehligt und öffentlich gefeiert. Der CIA-Direktor John Ratcliffe begleitete ihn während der gesamten Aktion und stand ihm auch bei der anschließenden Pressekonferenz zur Seite. Auf sozialen Medien nannte Ratcliffe die Aktion „Teamwork vom Feinsten“ und teilte Fotos aus dem provisorischen Lagezentrum in Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida.
Geheimdienstchefin bleibt auffällig still - das steckt dahinter
Die Direktorin der nationalen Geheimdienste, Tulsi Gabbard, äußerte sich hingegen nicht zu der Mission. Laut der „LA Times“ überraschte ihr Schweigen viele Mitglieder der US-Geheimdienstgemeinschaft, die monatelang an der Vorbereitung des Einsatzes gearbeitet hatten und dabei auch Risiken für ihre Agenten vor Ort eingingen.
Gabbard, die aus Hawaii stammt und die Feiertage dort verbrachte, ist bekannt für ihre kritische Haltung gegenüber sogenannten „Regimewechsel-Kriegen“. Bereits als Kongressabgeordnete hatte sie sich gegen den Irak-Krieg ausgesprochen und auch Trumps erste Amtszeit genutzt, um sich gegen eine Einmischung in Venezuela auszusprechen. 2019 schrieb sie auf Twitter: „Die Vereinigten Staaten müssen sich aus Venezuela heraushalten. Die Venezolaner sollten selbst über ihre Zukunft entscheiden.“
Kritik an „Kriegstreibern“
In einer Rede beim Jahreskongress von Turning Point USA im Dezember hatte Gabbard erneut scharfe Kritik an Teilen der Geheimdienstgemeinschaft geübt. Sie sprach von „Kriegstreibern“ im „tiefen Staat“, die Trumps Friedensbemühungen zwischen Russland und der Ukraine behindern würden. „Zu oft wird uns gesagt, wir müssten zwischen Freiheit und Sicherheit wählen – und meistens verliert die Freiheit“, sagte sie vor dem Publikum.
Ihre Haltung zu Venezuela scheint sich seit 2019 nicht geändert zu haben. „Es geht wieder einmal ums Öl“, schrieb sie damals. Gabbard warnte davor, dass die USA anderen Ländern ihre Führung aufzwingen könnten, während sie selbst keine Einmischung von außen dulden würden.
Spannungen innerhalb der Regierung?
Gabbards Schweigen könnte laut der „LA Times“ auf Spannungen innerhalb der Regierung hindeuten. Während Trump und Ratcliffe die Mission als Erfolg feiern, bleibt unklar, ob Gabbard den Einsatz unterstützt oder ihn kritisch sieht.