Die Sanierung der Bergwacht-Diensthütte auf dem Blomberg ist in vollem Gange. Allerdungs wird das Projekt deutlich teurer als geplant.
Bad Tölz/Wackersberg – Eigentlich war es anders geplant. Die Eichensäulen, auf denen die Diensthütte der Tölzer Bergwacht am Blomberg ruhte, sollten im Zuge der Sanierung freigelegt und stabilisiert werden. Als die Stützen allerdings nach und nach ausgegraben wurden, zeigte sich das ganze Ausmaß des Schadens. Hüttenwart Toni Singer hat Fotos zum Baustellentermin mitgebracht. Auf ihnen erkennt man, wie wenig vom Holz an vielen Stellen noch übrig war. „Wir haben schnell festgestellt, dass das Ersetzen einzelner Stützen nichts mehr bringt“, sagt er. Vielmehr wurde klar, dass die Diensthütte nahe dem Blomberghaus ein neues Fundament braucht. „Es war höchste Eisenbahn“, so Singer.
Herzstück der Hütte ist ein 400 Jahre Troadstadl
Langsam arbeitete man sich vor. „Es wurde immer ein Stück Bodenplatte gemacht und dann ein Stück aufgemauert“, erklärt der Hüttenwart. So entstand ein neuer Unterbau für die Hütte, deren Herzstück ein etwa 400 Jahre alter Troadstadl ist, der 1978 mit dem Hubschrauber von der Ramsau auf den Blomberg geflogen wurde. An diesem Herzstück wird im Prinzip nichts verändert. Lediglich die Lärchenholzvertäfelung im Inneren wurde abgenommen „und wird gerade aufbereitet“, sagt Singer.
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Die Treppe, die derzeit im Innenraum auf den Speicher führt, wird in den Vorraum verlegt. Dort sollen in Absprache mit dem Denkmalschutz die schweren Holzklappen durch Schiebefenster ersetzt werden. Das Verlegen der Treppe schafft im Inneren der Hütte Platz für den neuen Holzherd, der den alten Kachelofen ersetzt, der bislang mitten im Raum stand. Zudem wird die kleine Küchenzeile mit Induktionsplatten ausgestattet und einem Spülbecken, an dem es zum ersten Mal fließend Wasser geben wird. Bislang behalf sich die Bergwacht mit Wasser aus Kanistern.
Erstmals gibt es einen Wasser- und Kanalanschluss
Das ändert sich nun, weil es die Stadt Bad Tölz im Zuge einer anderen Maßnahme ermöglichte, dass die Bergwacht recht günstig an das Kanal- und Wassernetz anschließen kann. Und genau deshalb ist auch bereits das alte Plumpsklo samt Klärgrube verschwunden. Ersetzt wird es durch eine moderne Toilette, die ans Kanalnetz angeschlossen ist und einer Waschgelegenheit. Ein Frostwächter steuert eine kleine Elektroheizung, die dafür sorgt, dass das Wasser bei Minustemperaturen nicht einfriert.
Siebenschläfer hatten sich in der Dämmung eingenistet
Die Arbeiten werden von heimischen Firmen erledigt. Vieles versucht die Bergwacht aber auch, in Eigenleistung zu erledigen. Dazu gehörte auch das mühsame Entfernen des gesamten Dämmmaterials. Das bestand nicht nur aus Glaswolle, sondern auch aus den Hinterlassenschaften der Siebenschläfer, die sich dort eingenistet hatten, sagt Singer und zeigt auf die großen Säcke, die das Material füllt.
Sanierung kostet rund 100 000 Euro mehr
Rund 250 000 Euro kostet die Sanierung. Durch die umfangreicheren Fundamentarbeiten „sind das 100 000 Euro mehr als ursprünglich geplant“, sagt Bergwacht-Bereitschaftsleiter Horst Stahl. Aus Rücklagen, den Einnahmen vom Christkindlmarkt und vor allem aus Spenden wird das Projekt finanziert. Weitere Spender seien natürlich gerne gesehen, sagt Stahl.
Bergbahn spendet 5000 Euro
Mit gutem Beispiel voranging Hannes Zintel, Chef der Blombergbahn. Das Unternehmen spendete 5000 Euro für die Sanierung. Für die Bergbahn sei es wichtig, „dass es eine Topversorgung in allen Lebenslagen durch die Bergwacht gibt“, sagt Zintel. Gleitschirmflieger, Mountainbiker, Rodler, Wanderer – wer immer Hilfe brauche, könne auf die Bergwacht zählen. Derzeit wird zu den Einsätzen von der Rettungswache auf der Flinthöhe ausgerückt. Sobald die Winterrodelbahn aber auch im oberen Stück wieder in Betrieb ist – die Stadt hat gerade den Ausbau beschlossen – bekomme die Diensthütte auf dem Blomberg noch einmal eine ganz neue Bedeutung. „Sie ist als Stützpunkt wichtig“, sagt Stahl. Seit Mai wird an der Hütte gearbeitet. Bis zum Winter, so der Bereitschaftsleiter, soll alles soweit fertig sein, „dass wir hier Dienst tun können“.