Ministerpräsident Markus Söder kommt als Ehrengast zur Eröffnung des Gebirgsschützen-Zentrums im Kloster Benediktbeuern.
Benediktbeuern – Die Gebirgsschützen sind nicht nur ein schönes Motiv für farbenfrohe Fotos. Hinter ihrer bunten und oft wenig hinterfragten Uniformiertheit steckt nämlich ein Stück heimatliche Geschichte mit Höhen und Tiefen. Um das Wissen darüber und markante Relikte und Dokumentationen zu sichern und der Öffentlichkeit zu vermitteln, wurde im Maierhof des Klosters Benediktbeuern das „Zentrum Gebirgsschützen Bayern“ eingerichtet. An der feierlichen Segnung und Eröffnung nahm Ministerpräsident Markus Söder am Samstag als Ehrengast teil.
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Festzug mit der gastgebenden Kompanie an der Spitze
Zum Auftakt des „Festtags für Bayern“, wie Söder formulierte, nahm ein Festzug Aufstellung: Voran die gastgebende Kompanie Benediktbeuern-Ried mit Trommlern und Musikkapelle sowie die Landeshauptmannschaft, gefolgt von den Vertretern der fünf im Bund der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien zusammengefassten Gaue und deren Kompanien. Bei bewölkter, aber trockener Witterung entfalteten die zahlreichen prächtigen Fahnen ohne die vorsichtshalber mitgebrachten Plastikhüllen ihre Schönheit.
Bayernhymne und bayerischer Präsentiermarsch
Nach dem Einmarsch in den Innenhof des Maierhofs verlief der Festakt gemäß militärischem Zeremoniell: Kräftig klangen im Klostergeviert die Bayernhymne und danach der bayerische Präsentiermarsch, zu dem der Ministerpräsident zusammen mit Landeshauptmann Martin Haberfellner und dem Benediktbeurer Hauptmann Stephan Schmid die Schützenfront abschritt. Drei Ehrensalven, abgefeuert vom Salutzug der Kompanie Königsdorf, verkündeten das außergewöhnliche Ereignis.
Auch die Rolle der Frauen darf nicht vergessen werden
In seiner Begrüßung hob Haberfellner die sich dem Zeitenlauf anpassende Bedeutung des Gebirgsschützenwesens hervor: „Die Gebirgsschützen sind seit mehr als 500 Jahren eine robuste Gemeinschaft, die sich wehrhaft behauptet hat – in Kriegszeiten gegen feindliche Kräfte von außen zur Verteidigung ihrer Heimat und in Friedenszeiten gegen alle möglichen Versuche, unseren Jahrhunderte alten Traditionen als nicht mehr zeitgemäß das Lebenslicht auszublasen.“ Dabei sollten aber auch die Frauen nicht außen vor bleiben: Sie hätten die Gesinnung ihre Männer in vielfältiger Weise unterstützt und so dazu beigetragen, das kulturelle Erbe weiterzuführen. „Gemeinsam“, so Haberfellner, „haben sie die Gebirgsschützen zu einem Anker der gesellschaftlichen Stabilität in Bayern gemacht.“
„Ehre, Pflicht und Herzensfreude“ für Söder
Um die wechselvolle Entwicklung dokumentieren „und im Gedächtnis der Menschen“ zu verankern, habe man auf höchster landespolitischer Ebene um Rückendeckung gebeten und diese von den verschiedenen Bewilligungsinstanzen auch bekommen. So sei man nun in der glücklichen Lage, in den vom Kloster zur Verfügung gestellten Räumen ein Archiv einrichten zu können.
Der Ministerpräsident nannte es eine „Ehre, Pflicht und Herzensfreude“, als Mitglied und Schirmherr an diesem hohen Tag dabei zu sein. „Die Gebirgsschützen stehen für Heimat, Glaube und Freiheit. Sie leben unsere Werte und unser Brauchtum. Sie sind das freundlichste und beste Gesicht, das Bayern zu bieten hat.“ Bekanntermaßen lässt Söder beim Empfang von Staatsbesuchen gerne Gebirgsschützen als Ehrengarde antreten – so auch, wie er in seiner Rede launig anmerkte, bei einer Visite des amerikanischen Präsidenten Joe Biden. Dieser habe ihn bei dem ungewohnten Anblick gefragt. „Oh, what is this?“ Er habe darauf geantwortet.: „This is my special Bavarian army.“
Keine Militaristen, sondern Diplomaten
Dabei seien die Bayern aber keine Militaristen, sondern Diplomaten. Bayern sei offen, Hightech und Bodenständigkeit seien keine Gegensätze. Der Freistaat sei geprägt von christlichen Traditionen – „dazu stehe ich“. Die Kameradschaft und die gemeinsamen Bekenntnisse mit den Kompanien von Tirol, Südtirol und Welschtirol seien etwas ganz Besonders. Etwas Besonderes sei nun auch das Dokumentationszentrum als zentrale Anlaufstelle für Geschichte, Austausch und Zusammenhalt.
Klosterdirektor Pater Heinz Menz segnete die Räumlichkeit und ein vom Oberammergauer Holzschnitzer Josef Albl angefertigtes Kreuz, das über den Bürotischen seinen Platz fand. Es ist die Kopie eines vom Spätgotik-Bildhauer Veit Stoß geschaffenen, in Krakau befindlichen steinernen Originals. Das Gebirgsschützen-Zentrum sei ein Ort der Begegnung, der einen Blick auf Herkunft und Zukunft ermögliche und zeige, „was wir auch weiterhin schützen und gestalten dürfen“, so Menz. „Wir Salesianer Don Boscos freuen uns auf ein gutes Miteinander.“ (Rosi Bauer)