""Mitglieder fühlen sich nicht repräsentiert, eher belehrt und abgewertet"

Ein Richtungswechsel sorgt für breite Diskussionen: Autor Veit Etzold kritisiert in seinem Artikel, dass sich der ADAC von seinen traditionellen Mitgliedern entfernt, indem er sich stärker an gesellschaftspolitischen und klimapolitischen Positionen orientiert. In den Lesermeinungen stehen sich vor allem zwei Lager gegenüber: Während viele den Verlust der Mitgliederorientierung und eine einseitige Ausrichtung auf neue Ideale beklagen, begrüßen andere die notwendige Anpassung an neue Mobilitätsformen und gesellschaftliche Entwicklungen. Ein drittes Meinungslager stellt die Rolle und das Selbstverständnis des Vereins zur Debatte, etwa bei Beitragsfragen und Managemententscheidungen. 

Kritik an ADAC-Mitgliederpolitik

Mit 42 Prozent stellt dieses Meinungsbild das größte Lager dar. Viele Leser kritisieren, dass sich der ADAC mit seiner neuen Ausrichtung von den Alltagssorgen und Interessen der klassischen Mitglieder entfernt. Sie bemängeln, dass die Führungsebene vor allem ideologische Positionen vertritt und dabei die Bedürfnisse der Mehrheit der Mitglieder ignoriere – vor allem angesichts des hohen Anteils von Verbrennerfahrzeugen. Die Konsequenzen zeigen sich durch eine erhöhte Zahl von Austritten und den Eindruck schwindender Identifikation. Gleichzeitig sehen einige Kommentierende den Wandel als gesellschaftlich notwendig, doch die Stimmen überwiegen, die einen Bruch zwischen Führung und Mitgliedern wahrnehmen.

"Wenn die Spitze einer Organisation sich gegen den Gründungszweck und die eigenen Mitglieder richtet, dann sind Austritte gar kein Problem. Der ADAC ist nicht Edeka, es geht nicht um betriebswirtschaftliche Aspekte. Das Hauptereignis ist, dass die Mitglieder ihren Verteidigungsrückhalt verloren haben. Die Autofahrer haben keine Autofahrer-Verteidigung mehr. Die Gegenwehr ist damit lahmgelegt. Es geht jetzt in die andere Richtung: gegen die 90 % ärmeren Autofahrer. Schubumkehr."  Zum Originalkommentar

"Der ADAC hat 2668 Mitarbeiter. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle der Meinung des ADAC-Verkehrspräsidenten Gerhard Hillebrand sind. Seine doch arrogante Aussage geht nicht nur an der Realität sehr vieler Kunden vorbei, sondern auch wohl bei vielen der Angestellten des ADAC. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrheit der dort Angestellten ein E-Auto haben. Herr Hillebrand hätte gut daran getan, sich den Satz verkniffen zu haben oder gar nichts dazu zu sagen. Dass irgendwann das Verbrenner-Aus kommt, ist gar keine Frage. Was daran ärgerlich ist, dass es wie bei den Grünen hier gehörig nach "Zwangsideologie" riecht. Und diese Bevormundung schadet nur, überzeugt Menschen jedoch nicht."  Zum Originalkommentar

"Erledigt, wir haben gekündigt und entsprechend auch den Grund angegeben."  Zum Originalkommentar

Kritik an Führung und Managementkultur

Einige Leser (13 Prozent) sehen die Kernursache für die aktuelle Entwicklung beim ADAC in einer Entfremdung der Führungsetage von der Mitgliedschaft. Kritisiert werden insbesondere arrogante Aussagen, die aus Sicht vieler Kunden keinen Bezug zur Lebensrealität aufweisen. Wiederholt wird die Forderung nach mehr Kundenorientierung und manche sprechen sogar personelle Folgen an. Zudem werden Vergleiche zu anderen Unternehmen gezogen, um die Bedeutung von Nähe zur Basis zu verdeutlichen.

"Gibt es Konsequenzen für die Führungsetage beim ADAC? Zumindest Hillebrand muss doch zwingend entfernt werden."  Zum Originalkommentar

"Wenn es zu einem starken Mitgliederschwund kommen wird, wird Herr Hillebrand wohl nicht gehen müssen, sondern einige gelbe Engel des ADACs."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber E-Mobilitäts-Strategie

Andere Leser (zehn Prozent) empfinden die E-Mobilitätsstrategie des ADAC als wirklichkeitsfern oder als politisch motiviert. Sie bringen Argumente vor, dass Elektroautos oft zu teuer oder für viele Alltagssituationen ungeeignet seien. Manche begrüßen hingegen die Positionierung als notwendig für die Zukunftsfähigkeit. Die Debatte kreist um die richtige Geschwindigkeit und soziale Gerechtigkeit beim Wandel.

"Der ADAC könnte ja auch ganz konsequent den Service bei Verbrenner-Autos einstellen. Auch das motiviert dann die Mitglieder, auf einen Stromer umzusteigen."  Zum Originalkommentar

"Allgemeiner Deutscher E-Mobil-Club? Dann muss das in Zukunft wohl auch ADEC heißen? Oder?"  Zum Originalkommentar

"Grundsätzlich hätte ich schon Interesse, mir ein Elektroauto zu kaufen. Aber wirtschaftlich sollte es schon sein. Wir als vierköpfige Familie hätten gerne einen Familienkombi. Mir fallen batterieelektrisch nur MG und ID5 ein, die als Kombi daherkommen. Der ID5 ist unbezahlbar. Dem MG traue ich (noch nicht). Solange alle alltagstauglichen BEV entweder fahrende Schrankwände, Kleinwagen oder unerschwinglich sind, bin ich da leider raus und bleibe bei meinem Focus Kombi 1L Ecoboost."  Zum Originalkommentar

Kritik an gesellschaftlicher Ideologie und Politik

Für rund zehn Prozent der Kommentierenden ist der ADAC exemplarisch für eine Entwicklung, bei der organisationsexterne politische Einflüsse – etwa aus dem grünen oder linken Spektrum – das Handeln bestimmen. Sie sehen sich selbst und andere Mitglieder bevormundet und verweigern sich den als ideologisch empfundenen Vorgaben. Zugleich fordern sie, dass politische oder gesellschaftliche Diskussionen nicht auf Kosten praktischer Interessen und Kundennähe ausgetragen werden.

"Vor allem ist der Irrweg, wenn sich große Firmen versuchen, politisch einzumischen und ihre Mitglieder oder Mitarbeiter zu beeinflussen. Wie hieß es im ÖRR, wir wollen informieren, nicht missionieren. Dabei missionieren die seit Jahrzehnten."  Zum Originalkommentar

"Mich hatte der ADAC bereits vor Jahren mit seiner linksgrün-ideologischen Ausrichtung vergrault. Meine Interessen vertritt der Verein ganz offensichtlich schon lange nicht mehr. Der Schutzbrief bei meiner Versicherung bietet dieselben Leistungen für weniger Geld und weniger Aufwand. Das war ein guter Tausch, denn die "gelben Engel" kommen genauso. Das sind unabhängige Dienstleister, die auch für andere Auftraggeber arbeiten."  Zum Originalkommentar

Kritik an Preisgestaltung und Kostenbelastung

Andere Leser (sechs Prozent) betonen die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Entwicklung. Sie kritisieren erhöhte Mitgliedsbeiträge, unerreichbare Preise für E-Autos und stellen die Frage nach einer gerechten Lastenverteilung unter den Mitgliedern. Als Gegenargument führen einige Befürworter an, dass höhere Preise für Energie oder Mobilität politisch und ökologisch sinnvoll seien. Für viele bleibt unklar, wie fair der Wandel tatsächlich gestaltet wird.

"Wird langsam eh wesentlich zu teuer, die Mitgliedschaft im ADAC. Und sorry, aber die meisten Menschen können sich kein E-Auto leisten. Wenn man Platz für Kind und Kegel benötigt, steigen die Preise für Stromer exorbitant an. Ich kenne viele Familien mit älteren Autos. Gebraucht gekauft, 10 Jahre alt, und sie verrichten zuverlässig ihren Dienst. Gerade die Diesel. Jetzt möchte man so einer Familie sagen, sie sollen ihr bezahltes, funktionstüchtiges Auto, das mal gebraucht 4000-8000 Euro gekostet hat, gegen einen Stromer für 50000 Euro aufwärts tauschen und Schulden aufnehmen? Banken und die durch die Politik in Not geratene Automobilindustrie wollen das. Verständlich."  Zum Originalkommentar

"Der ADAC hat alles richtig gemacht. Denn gemessen am Energiegehalt ist der Sprit hier viel zu billig. So kostet ein kWh Strom ca. 30 Cent. Ein Liter Sprit hat einen Energiegehalt von ca. 8,8 kWh und müsste entsprechend 2,6 Euro pro Liter kosten."  Zum Originalkommentar

"Habe meine Verkehrsrechtsschutzversicherung zum Mai gekündigt. Wer es als CEO eines Automobilclubs gut findet, dass für mich Autofahren immer teurer wird, der braucht das Geld etlicher Kunden nicht."  Zum Originalkommentar

"Ich habe die Plus-Mitgliedschaft samt Partner-Mitgliedschaft gekündigt, mein Sohn hat gekündigt und die Auslandskrankenversicherung ist auch gleich mitgekündigt worden. Über die bekannte Suchmaschine bekommt man bei der Suche "ADAC Kündigung" direkt den Link auf die Kündigungs-Homepage des ADAC und braucht nur schnell seine Daten eingeben. Vorbildlicher Club. Jetzt überlege ich noch, ob ich den Schutz über die KFZ-Versicherung ergänze, was zwar pro Fahrzeug zu zahlen ist, aber auch bei mehreren Fahrzeugen nur ein Bruchteil des ADAC-Beitrags kostet, oder ob ich einen anderen Club wähle. Das ist bei den meisten günstiger mit mehr Leistung."  Zum Originalkommentar

Zustimmung zur Notwendigkeit von Wandel

Mit weiteren sechs Prozent spricht sich ein kleiner, aber entschlossener Teil der Kommentierenden für die aktuelle Strategie des ADAC aus. Die Neuausrichtung hin zu mehr Umweltbewusstsein und Elektromobilität wird als richtige Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen und technische Innovationen betrachtet. Organisationen wie der ADAC, die frühzeitig Trends aufgreifen, können sich aus Sicht dieser Diskutierenden erfolgreich für die Zukunft aufstellen.

"Ich halte die ADAC-Vorgehensweise für sehr gut und angebracht. Das Verbrenneraus ist beschlossen und die Nostalgiker können ihren eigenen Club gründen. E-Mobilität steigt und ist die Zukunft!"  Zum Originalkommentar

"Nokia und Kodak haben sich zu spät oder gar nicht an die neuen Realitäten angepasst. Der ADAC hat offensichtlich frühzeitig erkannt, wie es weitergeht - auch wenn das eine kleine Minderheit hier nicht wahrhaben will."  Zum Originalkommentar

"Ein sehr guter Artikel, dem ist nichts hinzuzufügen."  Zum Originalkommentar

""Mitglieder fühlen sich nicht mehr repräsentiert, eher belehrt und abgewertet" - ich glaube, die Mitglieder vergessen, dass die Leistung, die der ADAC schon immer bietet, auch immer noch da ist! Ich finde diese Reaktionen wirklich albern! Man muss mit der Zeit gehen, und genau das macht der Club! Haben nur viele noch nicht kapiert."  Zum Originalkommentar

"Kurze Analyse: Der ADAC hat die Zeichen der Zeit erkannt, ein Teil seiner Mitglieder nicht."  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Etwa 13 Prozent der Stimmen verteilen sich auf verschiedene, nicht klar abgrenzbare Positionen. In diesen Beiträgen äußern sich Leser mit allgemeinen Fragen zur Ideologie, diskutieren das Verhältnis Autofahrer zu Nicht-Autofahrer oder thematisieren unterschiedliche Erfahrungen mit Vereinsstrukturen und technischen Entwicklungen. Auch humorvolle oder grundsätzliche Perspektiven tauchen auf. In diesem Lager werden relevante, aber weniger fokussierte Diskussionsansätze gesammelt.

"Was heißt, die Interessen der Autofahrer vertreten. Man ist vielleicht eine Stunde am Tag Autofahrer. An den übrigen 23 Stunden ist man Nichtautofahrer und trägt die negativen Folgen des Autoverkehrs mit."  Zum Originalkommentar

"Keiner muss ADAC-Mitglied sein. Jetzt erst recht nicht mehr. Und wenn die Mitgliederanzahl schrumpft, wird es für die übrigen Mitglieder teurer und sie werden auch kündigen. Gut so."  Zum Originalkommentar

"Und hier noch ein Blick auf die "Lebensrealität": Unser M3 hat nach 3 Jahren und 80.000 km einen Durchschnittsverbrauch von ca. 16 kWh für 100 km. Dafür zahlen wir zuhause und/oder beim Arbeitgeber 4,80 EUR. Da kommt kein Verbrenner mit."  Zum Originalkommentar

Die Debatte um den Kurs des ADAC zeigt: Für viele Mitglieder steht das Thema Repräsentation im Mittelpunkt, andere setzen auf Veränderung und Zukunftsfähigkeit. Wie sollte der ADAC mit Kritik und neuen Anforderungen umgehen? Diskutieren Sie mit und teilen Sie Ihre Meinung zur neuen Strategie des Automobilclubs!

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Der ADAC verliert Bezug zur Realität und ignoriert das wichtigste Kundengesetz
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