"Schade, was aus dieser Stadt geworden ist": Leser zu Berlin

Ein Vorfall mit Signalwirkung bewegt die Lesergemeinde: Nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin und der unsicheren Reaktion von Bürgermeister Kai Wegner stellt der Artikel die Sicherheitslage und politische Verantwortung ins Zentrum. In den Kommentaren dominieren zwei Lager: Viele geben der Berliner Politik die Hauptschuld und verlangen personelle Konsequenzen, andere kritisieren vorrangig das Versagen der Sicherheitsbehörden sowie das zu zögerliche Vorgehen gegen linksextremistische Gruppen. Daneben werden die Infrastrukturkritik und Differenzen in der medialen Darstellung sichtbar – insgesamt paart sich Frustration mit einem Ruf nach konsequenterem staatlichen Handeln.

Kritik an Berliner Politik

Mit 46 Prozent stellt die deutliche Mehrheit die politische Verantwortung in den Mittelpunkt. Viele Kommentierende werfen Bürgermeister Wegner und seiner Verwaltung Führungsversagen, Planlosigkeit und jahrzehntelange strukturelle Fehler vor. Es werden Rücktritte verlangt sowie ein Umdenken im Umgang mit Infrastruktur, Sicherheit und ideologischer Stadtentwicklung gefordert. Der Artikel und die zitierte Ratlosigkeit des Bürgermeisters dienen vielen als Beleg dafür, dass die Berliner Politik ihre Aufgaben nicht erfüllt. Besonders oft nennen die Nutzer das Gefühl von Unsicherheit und die fehlende Handlungsfähigkeit auf Verwaltungsebene.

"Berlin, eine Stadt, in der die Politik der letzten Jahrzehnte ihre Spuren deutlich hinterlassen hat. Bei der man sieht, was Ideologie anrichten kann. Wo Linke, Grüne und 68er Generation der Stadt ihren Stempel aufgedrückt haben. Wo viele, nachdem sie sich ausgetobt haben, wenn sie es sich leisten können, ins Umland ziehen. Wo sich die wenigsten an Regeln halten, aber jeder Recht haben möchte. Wo täglich das Chaos regiert. Schade, was aus dieser Stadt geworden ist."  Zum Originalkommentar

"Berlin fährt seit vielen Jahren seine Sozial- und Umverteilungsausgaben hoch und vernachlässigt dafür seine Infrastruktur, schwächt seine Polizei und sonstigen Sicherheitskräfte. Und Kai Wegner will ja auch nur immer mehr Schulden, damit das so weitergeht. Das ist doch Scheitern mit Ansage. Die Frage war nicht, ob so etwas in Berlin passiert, sondern wann. Ich möchte gar nicht wissen, was von der Berliner Infrastruktur sonst noch auf Verschleiß gefahren / auf Kante genäht ist. Es ist davon auszugehen, dass zukünftig dort noch viel mehr ausfällt. Aber ein Gutes hat das Ganze, man sieht, wie riskant eine Umstellung der gesamten lebensnotwendigen Infrastruktur auf eine Energiequelle (Strom) ist. Und das bei einem bundesweit bereits jetzt überlasteten Stromnetz."  Zum Originalkommentar

"Eine Führungskraft in der Wirtschaft muss klar vorgeben, wo sie steht und wo sie hin will. Dann muss sie mit ihren Mitarbeitern einen Weg dorthin entwickeln und beschreiten. Wenn hier nun der Bürgermeister von Berlin fragt, was er denn tun solle, ist er für den Job als "Führungskraft" offensichtlich völlig ungeeignet. Daher mein Tipp an Herrn Wegner, machen Sie den Platz als Bürgermeister frei für jemanden, der den Job kann."  Zum Originalkommentar

Kritik an Sicherheitslage und Terrorabwehr

Mit 22 Prozent zeigt diese Perspektive, wie sehr Versäumnisse bei der Prävention und Aufklärung politisch motivierter Anschläge bewegen. Viele Leser beklagen, dass linksextremistische Gruppen seit Jahren aktiv seien, ohne konsequent verfolgt zu werden. Sie fordern einen effektiveren, härteren Umgang der Behörden und eine stärkere Polizeipräsenz, wie im Artikel von Wegner angekündigt – aber zweifeln an der Ernsthaftigkeit solcher Versprechen. Zudem befürchten sie, dass politische Erwägungen echte Ermittlungsarbeit ausbremsen. Insbesondere die zögerliche Nutzung rechtlicher Mittel und fehlende Transparenz werden scharf kritisiert.

"Seit 2011 gibt es diese Organisation und endlose Sabotageaktionen. Diese Vergehen sind exakt im StGB geregelt. Offensichtlich gibt es seit 15 Jahren keine Ermittlungsergebnisse, wahrscheinlich gar keine Ermittlung. Der Politik-Satiriker wird leicht gefunden. Finde den Fehler."  Zum Originalkommentar

"Die Vulkangruppe hatte erneute Anschläge angekündigt und er fragt, was er tun soll? Seinen Job würde ich vorschlagen. Druck auf die Polizei und den VS ausüben, wieso von der seit 2011 agierenden Gruppe immer noch nichts Weiteres bekannt ist."  Zum Originalkommentar

"Das Ziel muss sein: - Härtere Urteile zu fällen - Prioritäten zu setzen - Opferschutz vor Täterschutz - Präventives Handeln gegenüber gefährdenden Organisationen"  Zum Originalkommentar

Kritik an Infrastruktur und Versorgungssicherheit

Sieben Prozent der Leser betonen die strukturellen Schwächen Berlins jenseits der Politik: Sie sehen die Stromversorgung zu anfällig und kritisieren, wie wenig vorgesorgt wurde, um Ausfälle durch Sabotage oder technische Probleme abzufangen. Viele plädieren, wie im Artikel angedeutet, für mehr Investitionen in redundante Systeme und fordern, die Infrastruktur gegen künftige Angriffe widerstandsfähiger zu machen. Verglichen werden die deutschen Standards auch mit schnelleren und robusteren Lösungen im Ausland.

"Natürlich ist es zwingend erforderlich, dass jeder Ort mindestens durch 2 Leitungen erreicht werden kann - schon wegen Putin - und dann natürlich mobile Überbrückungen - es geht um Strom - eigentlich bekannte Energieform."  Zum Originalkommentar

"Ich fragte mich, wie kann das sein, keine Redundanz. Zurück vor die Wende. Ist es richtig, das abgeschaltete Gebiet liegt immer noch an der Grenze zur DDR und man hat darum seit 35 Jahren keine Leitung von Brandenburg dahin verlegt. Westberlin?"  Zum Originalkommentar

"Es geht nicht um Überwachung der Bürger, sondern um Redundanz in der Infrastruktur. Wie kann es sein, dass nahezu ein ganzer Bezirk an einem einzigen Kabel hängt, welches dann auch noch von jedermann öffentlich zugänglich ist? Wie kann es sein, dass linksautonome Gruppen seit Jahren in der Hauptstadt ihr Unwesen treiben können, ohne dass sie ernsthaft verfolgt werden. Es gibt so viel zu tun, aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt und daran mangelt es in Berlin schon seit Jahren."  Zum Originalkommentar

Sarkasmus zur Berliner Sicherheitslage

Sechs Prozent der Leser bringen ihren Frust mit Sarkasmus und Ironie zum Ausdruck. Sie kommentieren etwa die Frage Wegners 'Was soll ich tun?' spöttisch und greifen fehlende Lösungen oder symbolische Politik an. In ihren Augen stehen der Stromausfall und das Agieren der Politik exemplarisch für das Scheitern im Kleinen wie im Großen. Der Artikel liefert ihnen weitere Steilvorlagen, um die Hilflosigkeit der Verantwortlichen humorvoll zu deuten.

"Was soll ich tun? Hilfloser wäre selbst der oft gescholtene Malermeister nicht."  Zum Originalkommentar

"Was soll ich tun? Zurücktreten und es jemanden machen lassen, der es kann!"  Zum Originalkommentar

Kritik an Medien und öffentliche Kommunikation

Mit vier Prozent kritisieren einige Leser vor allem die öffentliche Darstellung der Ereignisse. Sie bemängeln eine unzureichende oder parteiische Berichterstattung rund um den Stromausfall und das Sicherheitsversagen. Aufhänger ist oft, dass Medien oder Politik bei linken Tätergruppen zurückhaltender agierten als bei rechten. Auch im Artikel wird die Kommunikationsstrategie von Wegner kritisch betrachtet und mit anderen Fällen verglichen.

"Mir fehlt bei allen Aussagen und Berichten das Wort "Terror". Es war ein Terroranschlag einer Terrorgruppe!"  Zum Originalkommentar

"Man kann den Druck der Ermittlungen also erhöhen? Warum jetzt erst, wenn es die eigenen Leute und Kulturschaffende trifft? Genau jene, die genau diese Zustände wählen und stark befürworten und sogar medial verbreiten."  Zum Originalkommentar

"Warum lese ich eigentlich die ganze Zeit von einem "Stromausfall" und nicht von einem linken Terroranschlag auf die Infrastruktur? Keine Demos, keine Sondersendungen, keine Politiker, die gegen den Kampf gegen Links aufrufen. Man stelle sich vor, das wäre ein Terrorakt von Rechts - was wäre da los in diesem Land. Den Betroffenen wird's erst mal egal sein, von welcher Seite der Anschlag kommt, die wollen erst mal wieder mit Strom versorgt werden. Aber auch hier zeigt sich, was ihr die letzten Jahre in diesem Land gewählt habt: Geld in die Welt verteilen, Migration ohne Wenn und Aber, aber im eigenen Land fehlt es an allen Ecken und Kanten. Mit etwas Glück ist das Ganze ein Weckruf, aber ich befürchte, nach ein paar Wochen ist das wieder vergessen und alles geht weiter wie bisher."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Polizeipräsenz und Überwachung

Drei Prozent der Nutzer äußern Skepsis gegenüber dem Ruf nach mehr Polizeipräsenz und Überwachung. Sie stellen die Wirksamkeit solcher Vorschläge in Frage und würdigen die Auswirkungen auf Datenschutz und Freiheitsrechte. Vereinzelt wird betont, dass technische Lösungen, wie KI-gestützte Kameras, kein Allheilmittel seien. Auch das ausufernde Sicherheitsdenken der Politik wird angesprochen.

""Wir müssen schauen, wie wir die Sicherheit hier hochfahren. Wie wir über Videoschutzmaßnahmen, andere Programme, Sicherheitsdienste nachdenken." Beim Nachdenken hattet ihr doch bislang immer Pech. Wie wäre es zur Abwechslung einmal mit einer greif- und sichtbaren Lösung? Eine verstärkte Videoüberwachung an neuralgischen Punkten wäre doch ein Anfang. Zusätzlich zu einem Antrag auf Hochstufung der "Vulkangruppe" zur terroristischen Vereinigung? Die Behörden hätten damit eine ganz andere Handhabe und deutlich weitreichendere Befugnisse im Rahmen ihrer Ermittlungen."  Zum Originalkommentar

"In Deutschland wird alles dem Götzen Datenschutz geopfert. In angelsächsischen Ländern gibt es an jeder Ecke Videokameras und die Menschen laufen auch nicht mit gesenktem Kopf durch die Straßen. Das Datenschutzgesetz gehört weitgehend abgeschafft, da dieses nur Verbrecher schützt."  Zum Originalkommentar

"Ein bundesweites Vermummungsverbot auch mit Kapuzenjacken wäre schon lange notwendig. Warum soll man seine Identität verschleiern, wenn man nichts auf dem Kerbholz hat?"  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Im Bereich Sonstiges, der bei zwölf Prozent liegt, finden sich vor allem kurze, allgemeine oder satirische Beiträge mit wenig Bezug zum eigentlichen Thema. Hier werden sowohl Zufriedenheit als auch Frustration über das politische Geschehen, Wahlempfehlungen oder resignative Kommentare abgegeben.

"Nun, wir werden damit leben müssen."  Zum Originalkommentar

"Berlin - regenbogenbunt, arm, unsicher und sexy"  Zum Originalkommentar

Der Stromausfall und die Ratlosigkeit des Bürgermeisters bieten Anlass, grundlegende Fragen über die Leistungsfähigkeit von Politik, Behörden und städtischer Infrastruktur zu stellen. Wem geben Sie die Verantwortung für die Sicherheitslage Berlins und wie kann Vertrauen zurückgewonnen werden? Diskutieren Sie mit – wir sind auf Ihre Einschätzungen gespannt!

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