Heiliggeist-Stift in Erding: Mehr Pflegepersonal, höheres Defizit

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Sehr gute Arbeit wird im Heiliggeist-Stift am Stadtpark geleistet: Der Auslastunggrad liegt bei gut 90 Prozent. © Gabi Zierz

Hohe Auslastung, viel Pflegepersonal: Das Heiliggeist-Stift in Erding ist gut aufgestellt, schreibt aber rote Zahlen. „Die Steigerung ist jeden Cent wert“, befindet OB Max Gotz.

Das Heiliggeist-Stift in Erding genießt einen guten Ruf. Das liegt vor allem an seiner Leiterin Angelina di Virgilio, die seit gut zwei Jahren im Amt ist, und ihrem Team. Wirtschaftlich schaut es nicht ganz so rosig aus, denn der Pflegebereich arbeitet defizitär. Das wurde im Stadtrat bekannt.

Die betrübliche Nachricht überbrachte Reinhard Böhm, Amtsleiter im Rathaus und Vorsitzender der Heiliggeist-Spitalstiftung, die das Alten- und Pflegeheim mit 157 Plätzen am Stadtpark betreibt und von der Stadt verwaltet wird. Lag das Gesamtdefizit 2022 bei 570 000 Euro, stieg der Fehlbetrag 2023 auf fast 755 000 Euro. Für heuer sei „der Ausblick auch nicht erfreulich“, so Böhm. Er erwartet ein Minus von gut 860 000 Euro.

Dabei konnte das Stift die Auslastung von 2022 auf 2023 gewaltig steigern – und zwar von knapp 80 auf gut 90 Prozent. „Das ist eine enorme Steigerung der Kapazität im Pflegebereich, bis hin zur Fast-Vollbelegung“, lobte Burkhard Köppen. Er berichtete von einer guten Stimmung unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Böhm erklärte, der Personalaufwand sei deutlich höher. In Zahlen bedeutet das eine Ausgabensteigerung von 2022 auf 2023 von 5,22 auf 5,87 Millionen Euro. Dies könne nicht durch die gestiegene Auslastung aufgefangen werden. Dank der derzeit ausreichend geeigneten Mitarbeiter im Stift werde die hohe Belegungsquote auch unter Einhaltung der Stellenschlüssel künftig möglich sein. Die meisten Senioren haben Böhms Worten zufolge Pflegegrad 4 (44,3 Prozent), 3 (42,9%) und 2 (33,2%).

„Die Steigerungen sind jeden Cent wert“, betonte OB Max Gotz (CSU). Er dankte Leitung, Personal und Ehrenamtlichen im Stift. Man könne den Senioren und ihren Angehörigen dort eine wunderbare Situation bieten.

„Ich bin gespannt, wie sich die Pflegelandschaft in Deutschland entwickelt“, sagte Gotz: „Stellen Sie sich vor, das Heiliggeist-Stift und das Fischer‘s Seniorenzentrum hätten nicht so einen starken Rückhalt.“ Damit meint er die Stiftungen, die finanziell dahinter stehen. Allein die Heiliggeist-Spitalstiftung weißt ein Vermögen von 14,4 Millionen Euro auf. Neben mit Wohn- und Geschäftshäusern bebauten sowie unbebauten Grundstücken und Wald gehört ein hohes Kapitalvermögen. Die Rücklage der Stiftung liegt bei gut neun Millionen Euro. Auf diese werde man bei künftigen Bauvorhaben sicher zurückgreifen müssen, so Böhm. Aktuell wird der neue Küchentrakt gebaut.

Ums Geld ging es auch bei der Grundsteuer. Deren Hebesätze werden, ausgelöst durch eine gesetzliche Neuregelung, gerade in allen Kommunen diskutiert. Nach der Anhebung auf 450 Punkte zum Jahr 2023 bleibt der Hebesatz unverändert. Diskutiert wurde darüber nicht. Allerdings schlug Leon Kozica (SPD) vor, nach einem Jahr nochmals darüber zu reden, sollten sich finanzielle Spielräume aufzeigen. Nach Hochrechnungen der Stadt würden sich die Einnahmen bei der Grundsteuer A leicht verringern und bei der Grundsteuer B um etwa 300 000 Euro erhöhen.

Stadtrat: Nachrückerin vereidigt

Eingangs der Sitzung hatte Gotz die neue Stadträtin Silvia Langen-Kramer vereidigt. Die 44-Jährige rückt für den verstorbenen Walter Koppe (früher Linke, zuletzt BSW) nach. Wie berichtet, war der 67-Jährige Ende Oktober tot am Kronthaler Weiher gefunden worden. Man geht von einem natürlichen Tod aus. Gotz würdigte Koppe als sehr fleißiges Stadtratsmitglied, obwohl er keinen Ausschusssitz hatte.

Neu im Stadtrat ist Silvia Langen-Kramer (44). OB Max Gotz nahm der Parteilosen den Eid ab.
Neu im Stadtrat ist Silvia Langen-Kramer (44). OB Max Gotz nahm der Parteilosen den Eid ab. © Gabi Zierz

Nach einer Gedenkminute vereidigte er Langen-Kramer. Gebürtig in Nordrhein-Westfalen, lebt sie seit 2005 in Erding. Sie hatte bei den Kommunalwahlen 2020 für die Linke kandidiert und nach Koppe die zweitmeisten Stimmen auf der Liste erhalten. Vor drei Jahren sei sie ausgetreten und jetzt parteilos, erklärte sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

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