Hochwasser treibt die Sulzemooser um

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Diesmal bleiben einige Stühle leer. Nur etwa 60 Bürger waren zur Präsenzveranstaltung in der Sulzemooser Turnhalle gekommen, was wohl dem schlechten Wetter geschuldet war. © cst

Mehrere Bürger melden sich bei der Bürgersammlung in der Mehrzweckhalle Sulzemoos zu Wort.

Die Sulzemooser hatten bei der Bürgerversammlung ihrer Gemeinde nur wenige Fragen an Bürgermeister Johannes Kneidl. Manche hatten dazu bereits im Vorfeld schriftlich ihre Fragen eingereicht, andere trugen persönlich in der Mehrzweckhalle ihre Anliegen vor.

Andreas Bigelmaier aus Sulzemoos wollte wissen, mit welcher Priorität der Bypass, der den Durchfluss an der Steindlbachbrücke in der Lindenstraße von Sulzemoos entlasten soll, umgesetzt wird. „Ich bin bei der Feuerwehr Sulzemoos und empfand die Situation im Juni dort als extrem bedrohlich. Grundstücksverhandlungen können sich länger hinziehen, und Starkregenereignisse sind nicht mehr so selten“, erklärte er seine Anfrage.

„Die Gespräche finden bereits statt. Wir sind uns im Gemeinderat einig, dass die Maßnahme kurzfristig kommen soll“, entgegnete Johannes Kneidl. Einen konkreten Termin konnte er noch nicht nennen.

Martin Braun aus Sulzemoos macht sich Gedanken über das geplante Baugebiet Rohrbachanger in Wiedenzhausen. Er wollte wissen, wie es hinsichtlich der Nähe zum Rohrbach mit dem Hochwasserschutz zusammenpasst. „In der Rohrbachstraße sind doch auch Anwohner von Hochwasserereignissen betroffen“, gab er zu bedenken.

Der Rathauschef verwies darauf, dass bestimmte Bereiche vier Meter über der Bachoberkante liegen. „Die sind unstrittig, denke ich. Wie es sich in den anderen Bereichen verhält, wird sich noch während des Verfahrens zeigen“, sagte Kneidl. Er verwies auf ein noch ausstehendes hydraulisches Gutachten zu Regen und Hochwasser sowie auf einen engen Austausch mit dem Wasserwirtschaftsamt.

„Für das Verfahren gibt es einen ersten Entwurf, aber ich gehe davon aus, dass noch etwas wegfallen wird“, glaubt Kneidl. Primär sei die Beratung durch Fachbehörden und die Wertung der Gutachten wichtig. „Nur mit Gefühl kann man da nichts machen“, findet er.

Wie schon vor zwei Jahren beschwerte sich Elisabeth Arnold aus Wiedenzhausen über die Dauerbeschallung durch die Autobahn A8. „Wiedenzhausen liegt in einer Senke, und die Autobahn ist von Westen her völlig frei. Der Lärm stellt eine sehr große Belästigung dar“, sagte sie und stellte den Antrag, dass Maßnahmen zur Lärmreduzierung ergriffen werden.

Der Gemeindechef verwies darauf, dass ein Antrag so gar nicht gestellt werden könne, weil die Gemeinde Sulzemoos nicht für die Autobahn zuständig ist, sondern der Bund. Die Gemeinde könne die entsprechenden Stellen lediglich darauf hinweisen. Dies sei bereits geschehen.

Es habe Gespräche mit der Autobahn sowie der West-Allianz gegeben, und man befinde sich im Austausch mit Politikern. „Aber hier etwas zu erreichen, bedeutet, dicke Bretter zu bohren“, sagte er.

Er äußerte die Hoffnung, dass sich die geplante Verkehrsbeeinflussungsanlage positiv auf den Lärm auswirkt. „Das Thema ist noch nicht vom Tisch“, versprach er. Aber kurzfristig werde sich wahrscheinlich nichts tun.

Jakob Brummer aus Sulzemoos kritisierte, dass die Lindenstraße in Sulzemoos gleich nach der Zufahrt von der Hauptstraße aus rechts mit Fahrzeugen zugeparkt wird. „Die Straße ist dort nicht so gut einsehbar. Bei Gegenverkehr kann es zu kniffligen Situationen kommen“, fand er und fragte, ob dort ein Halteverbot angebracht werden könne. „Zudem sind ein Stück weiter unten Parkplätze vorhanden. Da muss man halt ein bisschen weiter gehen“, fügte er hinzu.

Johannes Kneidl versprach, dieses Anliegen mit dem Gemeinderat zu diskutieren. Per E-Mail wollte Lisa Hödl aus Sulzemoos wissen, ob die Dr.-Elisabeth-Bamberger-Schule in Sulzemoos einen eigenen Spielplatz bekommen wird oder den Räuber-Kneißl-Spielplatz neben dem Sportheim mit nutzt.

„Die Schule wird alles eigenständig bekommen, allerdings keinen Spielplatz, sondern einen Pausenhof. Der Räuber-Kneißl-Spielplatz ist nicht als Pausenhof-Ersatz für die Schule vorgesehen“, erläuterte der Bürgermeister.

In der Gemeinde Sulzemoos wird derzeit der restliche Teil der Straßenbeleuchtung komplett auf LED-Technik umgestellt. Dem einen zu hell, dem anderen zu dunkel – den Rathauschef hatte bereits im Vorfeld zur Bürgerversammlung alle Varianten an Kritik zur veränderten Lichtsituation erreicht. „Lasst uns erst mal alle Lampen umstellen, dann schauen wir uns das ein paar Monate lang an, bis wir uns an das neue Licht gewöhnt haben, und dann bewerten wir im Frühjahr, ob es punktuell noch Verbesserungsbedarf gibt“, warb er um Geduld und Verständnis. Am Ende bedankte sich der Bürgermeister für das große Interesse. Die Anliegen werden in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen behandelt.

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