Landratsamt Landsberg: Außenstelle Am Papierbach- für 1,76 Millionen Euro

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Im Papierbach An der Schmiede 19, neben dem TTZ, hat das Landratsamt eine weitere Außenstelle angekauft, in die das Amt für Digitalisierung und E-Government einzieht – womit es nur zur Hälfte belegt ist. Was noch dort untergebracht wird, ist noch nicht bekannt. © Greiner

Ein neues Landratsamt wird vorerst nicht gebaut. Deshalb sucht die Behörde nach Flächen für weitere Außenstellen. Gleich in der Nachbarschaft, im Urbanen Leben am Papierbach, stehen indessen Gewerbeflächen leer.

Landsberg - Warum man dort nichts anmiete, wurde bereits öfter angefragt. Jetzt zieht das Amt nach. Und erwirbt die 300 Quadratmeter große Fläche „An der Schmiede 19“ – für 1,76 Millionen Euro. Der Beschluss, die Gewerbeeinheit zu kaufen und nicht zu mieten, fiel dabei bereits im März. Der Kauf war aber nicht im Haushalt eingeplant, weshalb außerplanmäßige Mittel öffentlich im Kreistag beschlossen werden mussten. Die Mittel – möglich, da für die Sanierung der Beruflichen Schulen heuer weniger Geld ausgegeben werden musste – wurden mit 35 zu sieben Stimmen bewilligt.

Neue Außenstelle des Landratsamtes Landsberg in direkter Nachbarschaft - weitere Außenstellen in Planung

Im neuen Amt wird laut Pressesprecher Wolfgang Müller das Amt für Digitalisierung mit sechs bis sieben Personen einziehen. Insgesamt gebe es 15 Plätze. Was dort sonst noch untergebracht wird, sei noch nicht klar. Das entscheide das Management Innerer Dienstbetrieb gemeinsam mit Landrat Thomas Eichinger.

Weitere Immobilien für das Landratsamt wurden in der Lechwiesenstraße gekauft. Die dort stehende Halle müsse aber abgerissen und eine Gewerbeimmobilie errichtet werden, so Eichinger in der Kreistagssitzung. „Bis wir das nutzen können, dauert es noch.“ Zudem mietet das Landratsamt im geplanten Bau der Sparkasse in der Saarburgstraße (hinter REWE) Immobilien an. Laut Müller werde dort wahrscheinlich die Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung einziehen. Damit würde die Stelle Anlaufpunkt für Fragen in Bezug auf Seniorenmanagement, Pflegestützpunkt, Gesundheitsregion plus, ÖPNV, Sportangelegenheiten, Klimaschutzmanagement oder auch die Kommunale Entwicklungspolitik.

Kritik ist an der neuen Unterbringung der SozialamtsBereiche Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung, Wohngeld, Staatliches Versicherungsamt sowie Heimaufsicht zu hören. Die Stellen sind laut Müller in der zweiten Augustwoche von der Hauptstelle in der Von-Kühlmann-Straße in die Herrmann-Köhl-Straße 7 gezogen – im östlichen Bereich des Gewerbegebiets Frauenwald. Die Betreuungsstelle ist in der Spötttinger Straße geblieben.

Die verlegten Stellen seien dort draußen relativ schlecht zu erreichen, insbesondere ohne Auto, äußern sich die Kritiker. Dabei hätten gerade diese Anlaufpunkte viel Publikumsverkehr. Sinnvoller wäre es beispielsweise gewesen, dort die KFZ-Zulassungsstelle unterzubringen.

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Die verlegten Stellen benötigten relativ viel Platz, antwortet Pressesprecher Müller auf die Redaktions-Anfrage, weshalb die Bereiche nicht beispielsweise am Papierbach untergebracht hätte werden können. Im Papierbach sei zu wenig Platz, so Müller. Insgesamt seien 20 Personen in neun Büros von der Stellenauslagerung betroffen – im Papierbach hätten aber eben nur 15 Personen Platz.

In den bisherigen Räumlichkeiten der Sozialamts-Stellen im Hauptgebäude wird laut Müller eine kleine „Scan-Straße“ entstehen, mit der die Poststelle des Landratsamtes digitalisiert werden soll. Zudem werde dort vorübergehend das Amt für Digitalisierung untergebracht. Denn der Einzug in das neue Gebäude „an der Schmiede 19“ sei wohl erst am Jahresende möglich. Dort müsse der Rohbau noch ausgebaut werden.

Im Kreistag kritisierte Kurt Wacker (BP) den Kauf. Die Fläche am Papierbach koste genauso viel wie die weitaus größere in der Lechwiesenstraße. Es sei positiv, den Rückgang von Leerständen zu unterstützen. Allerdings seien die Räumlichkeiten am Papierbach seiner Ansicht nach zu einem sehr hohlen Preis erworben worden.

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