Hohe Verluste im Ukraine-Krieg zwingen Russland wohl zunehmend auf Söldner zurückzugreifen. Berichte deuten auf den Tod chinesischer Kämpfer hin.
Moskau/Kiew – Der russische Präsident Wladimir Putin sieht sich mit Blick auf den anhaltenden Ukraine-Krieg zunehmend unter Druck. Das ukrainische Militär meldet enorme Verluste der russischen Armee. Wie das US-Magazin Newsweek im August berichtete, hat Putin bereits zwei Drittel der Truppen verloren, die ihm vor dem Krieg noch zur Verfügung gestanden haben. Angesichts dieser Verluste greift der russische Staatschef offenbar zunehmend auf Söldner zurück, um seine Schlagkraft zu erhalten. Jüngste Berichte aus sozialen Medien deuten darauf hin, dass nun sogar chinesische Staatsbürger an der Front gekämpft haben sollen – und dabei ums Leben kamen.
Chinesische Soldaten im Ukraine-Krieg: „Jungs aus China. Gute Jungs, großartige Kämpfer“
Obwohl seit dem Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 Staatsbürger mehrerer Länder für Russland gekämpft haben, gibt es bislang keine stichhaltigen Beweise dafür, dass auch chinesische Staatsangehörige unter ihnen sind. Laut einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X sollen zwei chinesische Kämpfer jetzt gestorben sein. Der Account „PS01△“ veröffentlichte am 1. Oktober ein Bildschirmfoto eines Nachrichtenverlaufs aus einem Telegram-Kanal, daneben Fotos von zwei jungen Männern in Militäruniform. Der X-Account schrieb in die Bildbeschreibung: „Die ukrainischen Streitkräfte haben russischen Kanälen zufolge zwei chinesische Söldner getötet“.
„Sprite und Cola. Jungs aus China. Gute Jungs, großartige Kämpfer. Gestorben …“, heißt es in den Telegram-Nachrichten. Es soll sich laut Newsweek um den Telegram-Kanal der kriegsbefürwortenden Freiwilligengruppe „ZOVNovoshakhtinsk“ handeln. Die Gruppe wurde Anfang des Jahres von einem russischen Medienunternehmen als „eine Initiativgruppe freiwilliger Ehefrauen, Schwestern und Verwandter mobilisierter Einwohner von Novoshakhtinsk“, die ums Leben kamen, bezeichnet, berichtete Newsweek. Die Informationen des X-Beitrags konnten nicht unabhängig verifiziert werden.
China im Ukraine-Krieg: Heimliche Unterstützung Russlands?
China positioniere sich zwar als neutral im Ukraine-Krieg, habe aber seine Beziehungen zu Moskau gestärkt, berichtet Newsweek. Peking bestreitet die Lieferung von Waffen an Russland, doch die Ukraine behauptet, dass chinesische Dual-Use-Technologien in russische Kriegswaffen integriert worden seien. Ein Reuters-Bericht deutet zudem darauf hin, dass chinesische Forscher Russland bei der Entwicklung tödlicherer Militärdrohnen geholfen habe.
Hohe Verluste für Putin im Ukraine-Krieg: Freiwilligenkorps für mehr Soldaten
Anfang des Jahres hatte Russland ein offizielles Freiwilligenkorps eingerichtet. Damals berichtete die russische Armee von chinesischen Söldnern, die für Russland kämpfen. „Es gibt keine Sprachbarriere! Ein Freiwilliger aus der Volksrepublik China kommuniziert mit dem Kommandeur der Interbrigade ‚Pjatnaschka‘ mithilfe eines Online-Übersetzers“, hieß es in einer Telegramnachricht des russischen Militärkorrespondenten Pavel Kukuschkin. Das berichtete Newsweek Anfang März. Man konnte nicht gesichert nachvollziehen, ob die Person wirklich aus China kommt.
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Das US-amerikanische Verteidigungsministerium schrieb vor zwei Jahren, dass russische Offiziere angeblich syrische Söldner rekrutieren. Ein Beamter sagte, es sei bemerkenswert, dass Putin „sich auf ausländische Kämpfer verlassen muss, um aufzubessern“. Der ukrainische Geheimdienst schrieb im Februar von angeblichen Rekrutierungen aufgrund der angeblich hohen russischen Verluste.
Laut dem US-Fachmagazin National Interest steht Wladimir Putin unter wachsendem Druck, weitere Männer für den völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine zu rekrutieren. Der Kreml-Chef zögere aus Angst vor möglichen gesellschaftlichen Unruhen, Wehrdienstleistende in den Krieg zu schicken. (lw)