Die Stadt Penzberg bildet an ihrer Kindertagesstätte KiM-Kita wieder Ergänzungskräfte für die Betreuung aus. Zwei Kita-Kolleginnen haben derweil eine besondere Weiterbildung erfolgreich absolviert.
Penzberg – Die Stadt Penzberg ging im Oktober 2023 einen neuen Weg, um dem Fachkräftemangel bei Kindertagesstätten Herr zu werden: Die Kommune bildete in ihrer eigenen KiM-Kita am Daserweg selbst „Ergänzungskräfte in bayerischen Kindertageseinrichtungen“ aus. Ergänzungskräfte sind vergleichbar mit Kinderpflegern oder Sozialassistenten. Möglich machte dies ein Pilotprojekt des Freistaats. Der einjährige Kurs war damals der erste im Landkreis Weilheim-Schongau. Mittlerweile gibt es diese Weiterbildung vielerorts in der Region, in Penzberg ist bereits der zweite Kurs gestartet – mit der Stadt und der örtlichen Volkshochschule als Partner.
Penzberger KiM-Kita startet zweiten Kurs für Ergänzungskräfte - Erste zwei Kolleginnen bilden sich in Bayern-Programm zu Fachkräften weiter
Elf Teilnehmer aus zwei Landkreisen
Am 14. Februar ging es mit elf Teilnehmern los. Es gab mehr Bewerber, aber nicht alle erfüllten die Zugangsvoraussetzungen, berichtete KiM-Kita-Leiterin Martina Schweiger. Die ausgebildete Multiplikatorin in diesem Fachbereich kümmert sich um die Gruppe, Co-Dozentin ist Anna Helfert. Die Teilnehmer kommen aus den Landkreisen Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen. Sie arbeiten alle an anderen Einrichtungen, bislang hatte Ausbilderin und Chefin Schweiger aus „Rollenkonflikten“ keine Teilnehmer aus dem eigenen Haus dabei. Ist der Kurs vorbei, soll es den nächsten geben, kündigt Schweiger an. „Das hat sich auf alle Fälle rentiert. Das wollen wir weiterhin fortführen.“
Als Fachkraft mehr Verantwortung
In der KiM-Kita freut sich Schweiger derweil über eine weitere personelle Premiere: Mit Monika Forster und Nicole Schönfeldt haben zwei Kolleginnen als erste in der städtischen Einrichtung sich im Block C des freistaatlichen Weiterbildungsprogramms zur „Fachkraft in bayerischen Kindertageseinrichtungen“ zertifizieren lassen. Damit seien sie Erzieherinnen gleichgestellt, erzählt Schweiger – auch wie Sozialarbeiter oder Heilpädagogen. Einher damit geht Personalverantwortung, auch als Integrationsfachkraft kann man mit dem Abschluss tätig sein. Das geht bis hin zu einer Leitung.
Die städtische Kita am Daserweg heißt seit Mai 2024 „KiM-Kita Penzberg“. Derzeit werden 120 Kinder betreut. Eigentlich gibt es 148 Plätze, aber ein Integrationsplatz hat mehr Bedarf. Um die Kleinen kümmern sich knapp über 30 Mitarbeiter. Aktuell gibt es sieben Gruppen: zwei Krippen-, drei Integrations- und zwei Regelgruppen. Die dritte Integrationsgruppe wurde im Sommer 2024 wegen Platzbedarf als Übergangsgruppe gegründet – sie soll laut Leiterin Martina Schweiger zum nächsten Kindergartenjahr aufgelöst werden, dafür gibt es eine Waldgruppe.
15 Monate lernen in Präsenz und online
15 Monate Weiterbildung online und in Präsens liegen hinter den beiden. Teile des Lernens mussten sie sich gemäß Lehrplan selber organisieren. Der Aufwand hat sich gelohnt, betonen die frischgebackenen Fachkräfte. Angefangen hatten sie als Kinderpflegerinnen. Forster, die schon Fortbildungen gemacht hatte, ist seit 2008 in der Kita. „Ich wollte mich ein Stück weiterentwickeln“, sagt die 38-jährige Penzbergerin über ihre Beweggründe zur Fachkraft-Ausbildung. Forster leitet nun die Pumuckl-Gruppe. Schönfeldt, 36 Jahre und ebenfalls aus Penzberg, ist seit 2012 in der Kita – nun ist sie als Integrationsfachkraft in der Johnny Mauser-Gruppe tätig. Sie habe die Fachkraft „auch fürs eigene Ego“ gemacht, gibt Schönfeldt, die sich vorher schon weitergebildet hatte, zu.
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Nächste Kollegin ist schon angemeldet
Leiterin Schweiger ist zufrieden mit ihren beiden Schützlingen. „Das hat sich bei beiden gelohnt“, sagt sie. Auch, wenn es ein großer Schritt mit neuen Verantwortungen sei. Auch mit intensiverer Elternarbeit, wie sie weiß. Forster und Schönfeldt sollen nicht die einzigen bleiben. Laut Schweiger ist bereits eine weitere Kollegein für den nächsten Kurs angemeldet.
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