Drei Männer und die Kunst: Neue Ausstellung im Museum Penzberg erzählt Geschichten

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Im ersten Raum der Sonderausstellung fällt die Büste von Herwarth Walden auf. Kuratorin Anne Götzelmann zeigt ein Bild, das Maler Heinrich Campendonk dem Dichter und Freund Paul von Ostaijen geschenkt hat. © Anne Rossa

Im Museum Penzberg-Sammlung Campendonk startet am heutigen Samstag (15. März) die Sonderausstellung „Kataklump – Eine Idee“. Was hinter dem lautmalerischen Titel steckt, erklärt die Kuratorin.

Penzberg - Ein intimer Briefwechsel, zwei konkurrierende Maler und drei Männer, die die Kunst verband. Die neue Sonderausstellung „Kataklump – Eine Idee“ im Museum Penzberg-Sammlung Campendonk zeigt nicht nur bunte, expressionistische Werke, sie erzählt auch eine Geschichte des Wandels, der Wünsche und der Freundschaft. Noch bis 22. Juni ist die Schau im Penzberger Museum zu sehen.

Heinrich Campendonk im Blick: Am Samstag startet die die neue Ausstellung „Kataklump Eine Idee“ im Museum Penzberg

Anne Götzelmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums Penzberg, ist Co-Kuratorin der neuen Ausstellung. Die Idee dafür entstand in der Städtischen Galerie Delmenhorst. Kuratorinnen waren hier Lena Reichelt und Galerieleiterin Matilda Felix. Götzelmann hat die Ausstellung „angepasst an unser Haus“, erklärt die 36-Jährige der Rundschau beim Museumsbesuch. Die Werke, die auch Bilder von Heinrich Campendonk (1889-1957) umfassen, ergänzen die Dauerausstellung gut, findet Götzelmann.

Begleitprogramm gibt es online

Die Ausstellung „Kataklump Eine Idee“ läuft vom 15. März bis 22. Juni im Museum Penzberg - Sammlung Campendonk. Das Begleitprogramm zur Sonderausstellung findet sich online unter www.museum-penzberg.de.

Den Maler, der dem Penzberger Museum seinen Namen gibt und der zur „Blauen Reiter“-Gruppe gehörte, können Besucher der neuen Sonderausstellung noch besser kennen lernen. Einblicke in persönliche Briefe an Dichter Paul van Ostajien und Malerkollege Fritz Stuckenberg geben Aufschluss über eine sehr bewegte Zeit – weltweit, in Deutschland und für die Künstler Campendonk und Stuckenberg. Denn nach Ende des Ersten Weltkriegs (1914-1918) beginnt ein Wandel im Schaffen Campendonks. Eine traurige Zeit für ihn, hat sich doch nach Kriegsende die „Blaue Reiter“-Gruppierung zerschlagen, wie Götzelmann erklärt.

Schwierige Beziehung

Es entsteht eine neue Konstellation. Dichter Ostaijen und Maler Stuckenberg besuchen Campendonk in Seeshaupt. Stuckenberg tut es Campendonk gleich und lässt sich 1919 dort nieder. Während Ostaijen sowohl zu Campendonk als auch zu Stuckenberg eine enge Freundschaft verbindet, ist das Verhältnis der beiden Malern zueinander nicht ohne Konflikte. Zeitweise entsteht zwischen Stuckenberg und Ostaijen auch „eine erotische Beziehung“, sagt Götzelmann.

Zeitreise durch Ausstellung

Die Ausstellung ist wie eine Zeitreise aufgebaut. Im Erdgeschoss steht eine Büste von Herwarth Walden, in dessen „STURM“-Galerie sowohl Campendonk als auch Stuckenberg vertreten waren. Doch im Gegensatz zu Campendonk bricht Stuckenberg mit der Galerie und verlässt Berlin – um nach Seeshaupt zu ziehen. Stuckenberg fängt die Natur, die ihn am Starnberger See umgibt, anders ein als Campendonk. Dessen Werke sind expressionistisch, enthalten jedoch – im Gegensatz zu Stuckenberg – mehr figurative Elemente. Stuckenberg löst sich völlig von der Form, wie in farbenfroh-abstrakten Werken zu sehen ist.

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Das Werk „Besetzte Stadt“ von Paul von Ostaijen. In der Ausstellung wird es geschlossen gezeigt. Es ist zu fragil, um ganz geöffnet zu werden. © Anne Rossa

Im ersten Obergeschoss lässt die Ausstellung die Unterschiede der Künstler deutlicher werden – bei Bildern die „das Thema Erotik aufgreifen“, wie Götzelmann sagt. Bleiben Campendonks Werke „figurativ verhaftet“, lässt Stuckenberg nur abstrakte Formen erkennen. Auch gehen die Künstler mit dem Thema unterschiedlich um: Bei Campendonk geht es um den Einklang mit der Natur. Stuckenbergs Werke hingegen wirken sexualisierter.

Idee für neue Künstlergruppe

Im zweiten Obergeschoss widmet sich die Ausstellung der Idee des „Kataklump“ von Stuckenberg und Ostaijen. Bei den beiden Männern wächst die Idee, eine neue Künstlergruppe zu gründen, die dem „Blauen Reiter“ nachfolgen soll. Das flämische, lautmalerische Wort „Kataklump“ wird ausgewählt – was davon galoppierende Pferde beschreibt.

Doch die Unterschiede zu Campendonk sind letztlich zu groß. Andere Maler kann Stuckenberg nicht gewinnen. Auch Bilder dieser Künstler, die Teil der Gruppe werden sollten, sind im zweiten Obergeschoss zu sehen.

Bauhaus und die Kunst

Im letzten Raum ist zu sehen, wie Campendonk und Stuckenberg im Bauhaus vertreten waren. Stuckenberg zog zurück in sein Elternhaus nach Delmenhorst. Daher hat die Städtische Galerie viele Werke des Künstlers und initiierte die Ausstellung, die bis 22. Juni in Penzberg zu sehen ist.

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