Bezirksfischereiverein und Abwasserverband fördern Fischbestand in Isar und Loisach

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 Bezirksfischereiverein.
Führen Huchenbesatzmaßnahmen in Isar und Loisach durch: (v. l.): Helmuth Holzheu, Tobias Lauber und Peter Shaw vom Bezirksfischereiverein Wolfratshausen sowie Abwasserverband-Geschäftsführer Lorenz Demmel. © Führen Huchenbesatzmaßnahmen in Isar und Loisach durch: (v. l.): Helmuth Holzheu, Tobias Lauber und Peter Shaw vom Bezirksfischereiverein Wolfratshausen sowie Abwasserverband-Geschäftsführer Lorenz Demmel.

Der Bestand des Huchens hat sich in heimischen Flüssen deutlich verringert. Gegen diese Entwicklung stemmen sich die Helfer des Bezirksfischereivereins Wolfratshausen und des Abwasserverbands Isar-Loisachgruppe.

Wolfratshausen/Landkreis – Die Gründe für den Rückgang des Huchenbestands sind vielfältig. Dazu gehören fehlende Laichplätze sowie eine eingeschränkte Durchwanderbarkeit und Fragmentierung der Lebensräume durch Querbauwerke wie Wasserkraftanlagen. Hinzu kommen hohe sommerliche Wassertemperaturen infolge des Klimawandels sowie die Gefährdung durch Fressfeinde wie Fischotter, Kormoran und Gänsesäger.

Um dem Rückgang der Huchen entgegenzusteuern, versuchen die Fischereivereine, die Bestände zusätzlich durch vereinsinterne Regelungen zu schützen und langfristig zu erhalten. Meist handelt es sich dabei um Beschränkungen bei den Fangmethoden, Reduzierung der Fanglimits, sowie um die Erhöhung von Schonmaßen und Schonzeiten. So haben im Isar-Loisach-Tal bereits einige Vereine das gesetzliche Schonmaß für den Huchen von 90 Zentimetern vereinsintern auf einen Meter erhöht und die Fangzeit auf einige Monate im Jahr beschränkt.

Zudem restaurieren Fischereivereine unter erheblichem ehrenamtlichen Aufwand Kieslaichplätze, um durch diese Habitate auch die natürliche Fortpflanzung des Huchens und anderer gefährdeter Fischarten zu fördern. Die auf Initiative des Wolfratshauser Bezirksfischereivereins vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim geschaffenen neuen Kieslaichplätze in der Loisach bei Beuerberg wurden von verschiedenen Fischarten bereits erfolgreich angenommen.

Der Bestand des Huchens hat sich in heimischen Flüssen deutlich verringert

„Mit all diesen Maßnahmen wird gewährleistet, dass sich der Huchen mehrmals in seinem Leben natürlich reproduzieren und eine nachhaltige Fischerei betrieben werden kann“, erklärt Bezirksfischereivereinsvorsitzender Helmuth Holzheu in einer Pressemitteilung.

Hauptziel sei vor allem die Unterstützung der natürlichen Reproduktion und der Aufbau eines sich selbst erhaltenden Bestands. Denn trotz des dabei stetig steigenden Aufwands habe sich die Bestandssituation des Huchens speziell in der Loisach über die vergangenen Jahre noch nicht merklich verbessert.

In Bayern wird die Art als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste der Fische und Rundmäuler eingestuft, europaweit wird sie durch die FFH-Richtlinie geschützt. Gleichzeitig genießen auch die stetig wachsenden Populationen der fischfressenden Otter, Gänsesäger oder Kormorane einen Schutzstatus.

„Das führt unausweichlich zu Kontroversen zwischen den in der Praxis handelnden Personen und Institutionen aus der Fischerei und einigen Naturschutzorganisationen“, bedauert der Geschäftsführer des Abwasserverbands Isar-Loisachgruppe Lorenz Demmel. Eine extensiv genutzte Kulturlandschaft wie das Isar-Loisach-Tal sei durch bestandsregulierende Eingriffe des Menschen in das Artenspektrum oft vielfältiger, als wenn die Natur sich selbst überlassen werde.

Holzheu und Demmel fordern deshalb mehr „runde Tische“, zu denen sich die in der Praxis handelnden Personen und Naturschutzorganisationen zusammenfinden sollen.

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