Zahl der Straftaten steigt – Jugendkriminalität besonders auffällig

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Fälle von Jugendkriminalität nehmen auch in Penzberg zu – das zeigt der von Poizeihauptkommissarin Susanne Kettl vorgestellte Bericht über die Sicherheitslage in der Stadt. © Maurizio Gambarini/dpa

Die Zahl der Straftaten in Penzberg steigt, und auch die Jugendkriminalität nimmt zu. Das geht aus dem Sicherheitsbericht der Penzberger Polizei hervor. Im Vergleich zu anderen Städten ist die Stadt laut Polizei aber immer noch „ein beschaulicher Ort“.

Penzberg – Zu insgesamt 4019 Einsätzen mussten die 30 Polizeibeamten der Polizeiinspektion Penzberg im vergangenen Jahr ausrücken. Das geht aus dem Sicherheitsbericht 2023 hervor, den Susanne Kettl, die kommissarische Dienststellenleiterin, kürzlich vorlegte. Zum Vergleich: 2022 waren es 3556 Einsätze. Wie die Polizeihauptkommissarin sagte, setzte sich damit die allgemeine Entwicklung fort, dass die Einsatzzahlen insgesamt tendenziell steigen – ein Trend, der sich auch während der Pandemie nur gering abgeschwächt habe.

Greift man sich einzelne Einsatz-Arten heraus, so fällt auf, dass die Zahl der Verkehrsunfälle im Stadtgebiet, die von den Beamten aufgenommen wurden, mit 362 im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 (414 Verkehrsunfälle) etwas gesunken ist. In dieser Kategorie gesunken ist auch die Anzahl an „Kleinunfällen“ wie leichte Auffahrunfälle oder „Parkrempler“: 193 Mal wurden die Polizisten 2023 hier zur Aufnahme gerufen (2022: 205).

Rückgang von Schwerverletzten bei Unfällen

Acht Menschen wurden laut Polizei im vergangenen Jahr bei 57 Unfällen so schwer verletzt, dass sie für längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden mussten. Im Vorjahr seien es 17 Personen gewesen, die bei 70 Unfällen so schwer verletzt worden waren. Als Grund für den Rückgang der Schwerverletzten vermutet Kettl eine immer bessere Ausstattung der Fahrzeuge, etwa mit Airbags. Zudem seien die meisten Menschen mittlerweile beim Fahren angeschnallt.

Was die Straftaten betrifft, so wurden laut Kettl im vergangenen Jahr in Penzberg 659 Straftaten durch die Beamten bearbeitet. Darunter fallen zum Beispiel Rohheitsdelikte wie vorsätzliche Körperverletzung oder Vergehen nach dem Betäubungsmittelgesetz. Nicht erfasst wurden Verkehrsstraftaten wie Trunkenheit am Steuer. Von diesen 659 Straftaten seien 457 aufgeklärt worden, was einer Aufklärungsquote von 69,3 Prozent entspricht. Begangen wurden die 457 Straftaten laut Kettl von insgesamt 351 Tatverdächtigen. Davon seien 43 Prozent keine deutschen Staatsbürger gewesen, was 151 Personen entspreche. Kettl betont aber, dass dazu sowohl Asylbewerber als auch Urlauber gleichermaßen zählten. Kettl betont: „Es ist nicht auffällig, dass Asylbewerber häufiger eine Straftat begehen als irgendjemand anderes.“

Mehr als 34 Prozent der Tatverdächtigen sind Ausländer

Trotzdem hat sich damit im Vergleich zu 2022 nicht nur die Anzahl der Straftaten erhöht. Auch der Anteil an Tatverdächtigen ohne deutschen Pass ist gestiegen. Wie aus dem Sicherheitsbericht hervorgeht, wurden 2022 568 Straftaten in Penzberg begangen. 378 hätten aufgeklärt werden können, was einer Aufklärungsquote von 66,5 Prozent entspricht. Insgesamt 308 Tatverdächtige hätten ermittelt werden können, von denen 34,4 Prozent oder 106 Personen keine deutschen Staatsbürger gewesen seien.

Das Problem steigender Jugendkriminalität in Deutschland scheint auch in der einstigen Bergarbeiterstadt zu bestehen. Kettl zumindest ist schon der Ansicht, dass die Anzahl der von Jugendlichen begangenen Straftaten im Stadtgebiet steigt. Wie die Polizeihauptkommissarin aufschlüsselt, waren im vergangenen Jahr 99 der insgesamt 351 Tatverdächtigen jünger als 21 Jahre. Insgesamt hätten sie unter anderem 34 Rohheitsdelikte und sechs Sachbeschädigungen begangen. „Und zehn Rauschgiftdelikte haben wir aufgenommen.“

2022 seien 77 der insgesamt 308 Tatverdächtigen unter 21 Jahren gewesen. Auffällig sei, dass die Zahl der Ladendiebstähle, die von jungen Menschen begangen und zur Anzeige gebracht werden, zunehmen: von 19 im Jahr 2022 auf 42 im vergangenen Jahr. Laut Kettl könnte der Anstieg aber mit einer besseren Überwachung in den Geschäften zu erklären sein. Nichts desto trotz vermutet sie eine hohe Dunkelziffer bei den Diebstählen.

Überall in Penzberg kann man sich sicher bewegen.

Von den so genannten Rohheitsdeliken wie Körperverletzung, Nötigung oder Bedrohung konnten 2023 von der Polizei Penzberg sehr viele aufgeklärt werden; nämlich 137 von insgesamt 145 Straftaten. Das entspricht einer Aufklärungsquote von 94,5 Prozent. 85 der insgesamt 111 Tatverdächtigen waren laut Kettl männlich.

Kettl betont, dass sich die Bürger in Penzberg auf jeden Fall sicher fühlen können. Bei aktuell 17 283 Einwohner sei die Stadt trotz der 659 Straftaten im vergangenen Jahr immer „noch ein beschaulicher Ort“. Besonders gefährliche Gebiete im Stadtgebiet gäbe es keine. „Meines Erachtens kann man sich in Penzberg überall sicher bewegen“, sagt Kettl und betont die gute Zusammenarbeit ihrer Inspektion mit der Stadt und den anderen Rettungsorganisationen. Diese sei ein Garant für den Erfolg bei der Bewältigung vieler Einsätze.

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