Wenn die Tage kälter werden, kommen in meiner Praxis immer wieder dieselben Beschwerden zur Sprache: gespannte Hände, eingerissene Mundwinkel, spröde Lippen. Viele meiner Patientinnen und Patienten sind überrascht, wie stark die Kälte ihre Haut beeinflusst. Dabei ist die Erklärung wissenschaftlich klar und die Lösungen sind oft einfacher, als man denkt.
Dr. Miriam Rehbein, führende Dermatologin und Gründerin von DOCTOR MI! medical skincare, vereint medizinische Expertise mit Unternehmergeist – für innovative Hautpflege, Hautgesundheit und weibliche Unabhängigkeit. Sie ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen ihre persönliche Auffassung auf Basis ihrer individuellen Expertise dar.
Hände und Lippen: die Schwachstellen unserer Haut
Unsere Haut ist ein hochentwickeltes Schutzsystem. Sie besitzt eine Barriere aus Hornzellen und Lipiden, die Wasser bindet und das Eindringen von Keimen verhindert. Doch Hände und Lippen haben dabei einen Nachteil.
Die Lippen besitzen keinerlei Talgdrüsen, die Haut an den Handrücken nur sehr wenige. Ohne diesen natürlichen Fettfilm trocknen sie viel schneller aus. Kalte Luft draußen und trockene Heizungsluft drinnen verstärken diesen Effekt. Schon kleine Risse reichen aus, damit Bakterien oder Viren leichter eindringen können. Das erklärt, warum gerade im Winter kleine Entzündungen oder eingerissene Mundwinkel so häufig sind.
Was in der Haut passiert
Unter dem Mikroskop zeigt sich, dass Kälte die Lipidschicht angreift und Wasser verdunsten lässt. Das Ergebnis ist eine geschwächte Barriere. Das A und O in der Hautpflege ist deshalb, die Hautbarriere zu schützen und zu stärken. Eine intakte Hautbarriere ist der wichtigste Schutz gegen Trockenheit, Risse und Entzündungen.
Gezielte Inhaltsstoffe wie Ceramide können die Barriere reparieren und nachhaltig stabilisieren. Hier setzt die richtige Hautpflege an: milde Reinigung, rückfettende Cremes für die Hände, pflegende Balms für die Lippen und eine konsequente Versorgung des Gesichts mit Inhaltsstoffen, die die Hauterneuerung unterstützen.
Besonders bewährt haben sich dabei Ceramide, die die Hautbarriere stärken und die Feuchtigkeit in der Haut halten. Retinol kann ergänzend die Zellerneuerung ankurbeln, die Hautstruktur festigen und so nicht nur für ein glatteres Hautbild sorgen, sondern die Haut zusätzlich widerstandsfähiger gegen die Belastungen der Wintermonate machen.
Kombiniert mit feuchtigkeitsspendenden Stoffen wie Hyaluron und pflegenden Lipiden bleibt die Haut elastisch, geschmeidig und optimal geschützt. Handschuhe draußen, eine angenehme Luftfeuchtigkeit in Innenräumen und eine dünne Schicht Pflege vor dem Schlafengehen runden die Routine ab.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
In den allermeisten Fällen helfen diese Routinen, trockene Haut an Händen und Lippen schnell zu verbessern. Wenn die Beschwerden aber länger anhalten, Risse bluten oder Entzündungen auftreten, lohnt sich der Besuch bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen. Manchmal steckt hinter den Symptomen nicht nur trockene Winterhaut, sondern auch eine beginnende Ekzem Neigung oder eine allergische Reaktion.
Darauf kommt es jetzt an
Hände und Lippen sind zwar kleine Flächen unseres Körpers, aber sie sind im Winter die ersten, die unter Kälte und trockener Luft leiden. Wer sie regelmäßig pflegt und schützt, beugt nicht nur Trockenheit und Rissen vor, sondern stärkt aktiv die Hautgesundheit.
Eine starke Hautbarriere ist dabei die beste Prävention gegen Winterhaut. Sie bewahrt Feuchtigkeit, hält äußere Reize ab und sorgt dafür, dass Hände und Lippen widerstandsfähig bleiben. Wer sie konsequent pflegt und aufbaut, schützt die Haut dauerhaft und verhindert, dass kleine Risse oder Reizungen überhaupt entstehen. Kleine Pflegeroutinen machen hier den großen Unterschied – und die Haut wird es Ihnen danken.