Seit zehn Jahren arbeitet das Moosrainer Familienunternehmen Stang daran, grünes Licht zu bekommen für einen weiteren Firmenstandort an der B 472. Auflagen für Arten- und Naturschutz erschweren das Bauvorhaben.
Gmund - Seit zehn Jahren arbeitet das Moosrainer Familienunternehmen Stang daran, grünes Licht zu bekommen für einen weiteren Firmenstandort an der B 472, neben dem Logistik- und Abfüllzentrum nahe der Kreuzstraße. Der Genehmigungs-Marathon kommt nur langsam voran, denn vor allem strenge Vorgaben für Arten- und Naturschutz müssen erfüllt werden.
Für die neue Nutzung eines 4,6 Hektar großen Areals, eine ehemalige Bauschuttsortieranlage, muss nicht nur der Flächennutzungsplan geändert werden. Mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nummer 45 „Sondergebiet Kreuzstraße II – BSA-Gelände“ muss auch die Bauleitplanung durch die Gemeinde auf sicheren Beinen stehen. Sechs Hallen mit Wandhöhen, ein Pellets-Silo, Lkw-Stellplätze, Büros und auch Appartements für Lkw-Fahrer sollen entstehen.
Bei ihrer jüngsten Sitzung befassten sich die Gemeinderäte wieder einmal mit der Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan. 2021 wurde der Bebauungsplan bereits aufgestellt, im Rahmen der öffentlichen Auslegungen wurden Träger öffentlicher Belange bereits zum zweiten Mal beteiligt. „Es sind wieder Stellungnahmen eingegangen, aber nicht so viele wie wir dachten“, informierte Bauamtsleiterin Christine Wild. Die Behandlung habe nun etwas länger gedauert, weil hinsichtlich der Artenschutzgenehmigung noch Gespräche mit der Regierung notwendig gewesen seien.
Punkt für Punkt beackerte das Gremium die Stellungnahmen, die unter anderem den Lärmschutz betrafen. Zwar gebe es ein Lärmschutzgutachten, so Wild, auch würden die Vorgaben eingehalten. Dennoch müsse eine Linie gezogen werden, hinter der westlich keine Wohnungen entstehen dürfen. Dies auch wegen einer offenbar geplanten Anlage zum Brechen und Bearbeiten von Gestein durch ein Waakirchner Unternehmen.
Bauprojekt an der B 472: Haselmaus spielt bedeutende Rolle
Die Untere Naturschutzbehörde bemängelte Berechnungen zu Ausgleichsflächen (insgesamt 29 200 Quadratmeter). „Missverständnisse konnten ausgeräumt werden“, so Wild, die zudem eine Detailkarte zu Bestand und Wertigkeit des Baumbestands (38 400 Quadratmeter) ankündigte. Diese werde dem Umweltbericht beigelegt. Auch gehe es um bauliche Maßnahmen zur Verminderung des Eingriffs, etwa Fassadenbegrünung.
Eine wesentliche Rolle spielt die Haselmaus. Weil sie auf dem Gelände vermutet wird, musste sie bereits in die benachbarten Ausgleichsflächen umgesiedelt werden. Sogar die Obere Naturschutzbehörde der Regierung musste eine Ausnahme dafür erteilen, eine ökologische Baubegleitung mit Fotodokumentation wurde gefordert. Ebenfalls dem Umweltbericht beigelegt wird eine Karte zum Waldbestand und zur Eingrünung des Gewerbegebiets, damit die Landschaft nicht so sehr beeinträchtigt werde.
Das Staatliche Bauamt Rosenheim fordert einen lückenlosen Zaun am Parkplatz. Die Kreisgruppe Miesbach des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) weist erneut auf freiwillige Ausgleichsmaßnahmen hin. Keine weiteren Einwände kommen von der Regierung von Oberbayern.
Bauvorhaben der Firma Stang: Mit konkretem Antrag wird zum Jahresende gerechnet
Nach diesen jeweils einstimmig abgesegneten Abwägungen werden die Pläne zum dritten Mal ausgelegt. Diese Stellungnahmen muss die Gemeinde dann nochmals abwägen. „Schön langsam sind wir auf der Zielgeraden“, kommentierte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) das langwierige Prozedere. Anerkennung zollte Josef Berghammer (parteilos) den Antragstellern: „Hut ab vor der Firma Stang, die diesen Wahnsinn mit den Auflagen auf sich nimmt.“ Mit dem Bauantrag wird zum Jahresende gerechnet.