Joyce Hübners Projekt: 495 Marathons in 495 Tagen

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Joyce Hübner durchquert alle 2059 Städte Deutschlands. Ihre außergewöhnliche Reise zieht viele Mitläufer an. Die Route ist akribisch geplant.

Influencerin bei der Arbeit: Joyce Hübner läuft mit gezückten Selfie-Handy und ihrer Followerin Marina Hirmer durch die Marktstraße.
Influencerin bei der Arbeit: Joyce Hübner läuft mit gezückten Selfie-Handy und ihrer Followerin Marina Hirmer durch die Marktstraße. © Patrick Staar

Bad Tölz - Es gibt eine ganze Menge Menschen, die schon bei einem Marathon mitgelaufen sind. Im Normalfall gönnt man sich danach ein paar Wochen Pause und Regeneration. Nicht aber Joyce Hübner. Die Berlinerin absolviert 495 Marathons in 495 Tagen und durchquert dabei alle 2059 Städte in Deutschland. Marathon Nummer 115 führte die 37-Jährige am Dienstag von Agatharied über Reichersbeuern, Bad Tölz nach Bad Heilbrunn-Hohenbirken. Am Mittwoch ging es über Penzberg, Geretsried und Wolfratshausen weiter nach Starnberg.

385 000 Follower bei TikTok

Hübner hat sich mit ihrer ungewöhnlichen Idee eine große Gefolgschaft aufgebaut. Auf Instagram (runninggirl.joyce) hat sie knapp 91 000 Follower, auf TikTok über 385 000. Auf diese Weise sind auch Marina Hirmer und Regina Reiter auf sie aufmerksam geworden. Hirmer war vormals Fußballerin beim BCF Wolfratshausen und spielt jetzt für die SF Bichl, Reiter startete für den SV Sachsenkam schon zweimal beim München Marathon.

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Die Frauen verfolgten auf Hübners Homepage per Live-Tracking, wo die Influencerin gerade läuft und stießen in Reichersbeuern dazu. „Ein bisschen Zeit zum Reden hatten wir schon“, berichtete Reiter an der Tölzer Verpflegungsstation. „Aber vor allem hab‘ ich die Luft zum Schnaufen gebraucht.“ Ähnlich erging es Hirmer: „Man merkt, dass Joyce geübter ist.“

„Natürlich ist es anstrengend, aber mir geht’s gut“

In der Tat wirkte Hübner sehr entspannt, als sie in Bad Tölz ankam. „Natürlich ist es anstrengend, aber mir geht’s gut“, versicherte sie. Auch nach der 115. Etappe habe sie keinerlei Probleme mit Gelenken oder sonstige körperliche Beschwerden. Wie kommt man auf die Idee, 495 Marathons mit 21 000 Kilometern und über 200 000 Höhenmetern zu laufen? „Wie jede gute Idee, kommt sie mal wieder von meinem Freund“, antwortet Hübner. „Nach der Deutschland- und der Mallorca-Umrundung stand für uns direkt fest, dass wir diese Erlebnisse wiederholen wollen.“ Bei der Erstellung der Route habe sie die KI nach der cleversten und kürzesten Route gefragt, die alle deutschen Städte miteinander verbindet: „Leider sind alle Systeme sehr schnell an Iire Grenzen gestoßen.“ Also haben sie Google Maps angeschrieben: „Wir sind sehr dankbar, dass uns Google Maps mit dem Logistik-Tool geholfen hat, die kürzeste Route zu berechnen. Sonst würden wir wahrscheinlich noch heute an der Routenplanung sitzen.“

v. li.: Marina Hirmer, Regina Reiter, Joyce Hübner,
Der Kofferraum als Verpflegungsstation (v. li.): Marina Hirmer, Regina Reiter, und Joyce Hübner. © Patrick Staar

Im Datacenter sind alle Schritte dokumentiert – bis Donnerstag waren es exakt 5,365 Millionen. Von den angedachten 21 312 Kilometern hat Hübner bislang 4832 zurückgelegt. Sie startete mit insgesamt 25 Paar Schuhen. Davon seien 21 Paar bereits vor dem Projekt in der Nutzung gewesen und werden nun ausgelaufen. „Nach meinen Berechnungen werde ich noch zehn bis zwölf weitere Schuhe benötigen, die ich mir dann in den jeweiligen Städten anschaffen werde“, sagt die 37-Jährige.

„Ich brauche niemanden, der mir sagt: Mach‘ das mal“

Wie kann sie sich motivieren, jeden Tag wieder einen Marathon zu laufen? „Das ist in mir drin, ich brauche keine Motivation von außen“, versichert Hübner. „Ich habe die Entscheidung getroffen, das Projekt zu machen. Ich brauche niemanden, der mir sagt: Mach‘ das mal.“ Es sei ihr von vorneherein klar gewesen, dass es auch mal anstrengend wird, auch auf dem Weg nach Bad Tölz habe sie mal einen „Durchhänger“ gehabt, gibt sie zu.

Man kann die Berge nicht mit dem Meer vergleichen“

Die Berlinerin will sich nicht festlegen, wo es am schönsten war. „Man kann die Berge nicht mit dem Meer vergleichen, den Harz nicht mit den Alpen und das Erzgebirge nicht mit dem Schwarzwald. Wie soll ich das entscheiden?“, fragt sie. Letztlich sei fast jeder Kilometer ein guter Kilometer. Wenn es mal lange geradeaus geht, könne man sicher sein, dass am nächsten Tag die Strecke wieder anders ist. Hirmer und Reiter waren die Begleiterinnen Nummer 1899 und 1900. Hübner hatte bislang 1400 Mitläufer, 383 Menschen radelten neben ihr her, zehn begleiteten sie auf Inlinern. Unter der Gefolgschaft befanden sich außerdem auch 19 Bürgermeister.

„Es kommt keiner, der mich doof findet“

Negative Begegnungen seien bislang nicht dabei gewesen, versichert die Berlinerin. „In der Regel sind alle nett, weil alle, die an die Strecke kommen, mit mir laufen wollen. Es kommt keiner, der mich doof findet, und daher gibt es auch selten doofe Momente.“ In den nächsten Tagen geht es für sie weiter nach Garching, Landshut und Mainburg.

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