Ein Mann aus Fürstenfeldbruck verlor bei der Überschreitung des Jubiläumsgrats den Halt – und stürzte 300 Meter in die Tiefe. Die Bergung des Toten gelang erst nach einem Tag.
Grainau – Am Freitagmorgen (19. Juli) begaben sich die beiden Bergsteiger aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck auf ihre Tour. Über das Höllental bestiegen sie die Zugspitze. Der etwa siebenstündige Klettersteig gehört zu den anspruchsvollsten Touren, die die bayerischen Alpen zu bieten haben.
Erfahrene Bergsteiger entscheiden sich für Jubiläumsgrat-Überschreitung
Doch für die beiden Bergsteiger offenbar kein Problem, denn der Abstieg sollte noch spannender gestaltet werden. Sie wollten vom Zugspitz-Gipfel über den Jubiläumsgrat in Richtung Alpspitze weiter, um von dort aus wieder ins Tal abzusteigen.
Bergtour Jubiläumsgrat-Überschreitung (Zugspitze – Alpsitze)
Der Jubiläumsgrat gehört zu den spektakulärsten Gratüberschreitungen der Ostalpen, wie etwa bergsteigen.com schreibt. Es handelt sich außerdem um keinen reinen Klettersteig. Die Tour ist also nicht durchgehend mit Drahtseil versichert. Es gibt immer wieder Abschnitte ohne Sicherung, an denen man sich entweder gegenseitig sichern – oder eben frei klettern müsste. Erfahrene Bergsteiger brauchen für die Tour etwa fünfeinhalb Stunden. Die meisten steigen nicht vorher selbst auf den Gipfel, sondern fahren mit der ersten Zugspitzbahn hinauf und von der Alpspitze mit der dortigen Seilbahn wieder ins Tal.
Tragisches Unglück an der Höllentalspitze: Bergsteiger stürzt 300 Meter eine steile Felswand ab
Zwischen Innerer und Mittlerer Höllentalspitze geschah dann der tragische Unfall. Der 43-Jährige rutschte laut Polizei beim Umklettern eines Felsturmes ab und stürzte 300 Höhenmeter in senkrechtem Felsgelände ab. Der Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck war sofort tot.
Retter fliegen Absturzstelle an – doch Verunglückter war wohl sofort tot
Trotzdem flog sofort der Rettungshubschrauber Christoph Murnau die Absturzstelle an. Ein Notarzt und ein Bergwacht-Retter untersuchten den Mann, konnten aber nichts mehr für ihn tun.
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„In äußerst schwieriger Bergung“: Polizei kann Leichnam erst am Samstag sichern
Für die Polizei begann da erst der schwierigste Teil des Einsatzes: die Bergung des Toten. Zwei Polizeibergführer brachen mit einem Polizeihubschrauber zur Bergung auf. Doch der Einsatz musste am Freitag wegen der immer schlechter werdenden Witterung abgebrochen werden.
Erst am Samstagvormittag schafften es die Einsatzkräfte, den Leichnam des Abgestürzten „in einer äußerst schwierigen Bergung“, wie die Polizei mitteilt, aus der Wand zu holen. Die Ermittlungen zur Unglücksursache und zum Unfallhergang dauern an. Die Polizei schließt Fremdverschulden nach derzeitigem Ermittlungsstand aus.