Eine zweifache Mutter aus Lübeck kämpft gegen Krebs. Arbeitskollegen der 49-Jährigen wollen ihr mit einer Spendenaktion mehr Zeit schenken.
Lübeck - Ein tragisches Schicksal hat das Leben von Vroni, einer 49-jährigen Frau aus Lübeck in Schleswig-Holstein, und ihrer Familie erschüttert. Nach sechs Jahren Ruhe ist der Krebs bei der zweifachen Mutter offenbar mit einer nie da gewesenen Aggressivität zurückgekehrt. Eine Aussicht auf Heilung scheint es nicht zu geben. Ihre Kollegen haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, sie in ihrem persönlichen Ziel zu unterstützen: Sie will es schaffen, bis zur Hochzeit ihres älteren Sohnes durchzuhalten und ihren jüngeren Sohn auf das Leben vorzubereiten.
Der achtjährige Phips aus Miesbach hat einen bösartigen Tumor im Knochen. Eine Spendenaktion soll ihm mehr gemeinsame Zeit mit seiner Mutter Claudia ermöglichen.
Nach Krebsdiagnose: Alleinerziehende Mutter aus Lübeck will mehr Zeit mit ihren Söhnen gewinnen
„Diesen Sommer erhielt unsere Kollegin Veronika, liebevoll ‚Vroni‘ von uns genannt, eine medizinische Diagnose, die ihr Leben und das ihrer Kinder seitdem völlig auf den Kopf stellt“, teilen ihre Kollegen von der Post, Stefanie Kluge und Norbert Laszig, auf der Spendenplattform gofundme.de mit. Sie berichten, dass Vroni bereits vor sechs Jahren gegen Krebs gekämpft und dabei ihr Augenlicht auf einem Auge verloren habe. Jetzt sei die Krankheit „großflächig und aggressiv“ zurückgekehrt und habe sich „unbeeindruckt aller Hoffnung auf Heilung“ im Körper ausgebreitet.
„Dieser wohl größte Kampf ist vermutlich auch ihr letzter, da immer wieder neue Diagnosen und belastende Ergebnisse auf sie einprasseln.“
Vroni, die als „liebevolle und engagierte Frohnatur“ beschrieben wird, soll angesichts dieser Diagnose zwei wichtige Ziele für die Zukunft haben. Sie möchte einerseits die Hochzeit ihres älteren Sohnes miterleben, die für sie bereits auf April 2025 vorgezogen wurde. Zum anderen will sie ihrem 16-jährigen Sohn „einen Start in sein Leben ermöglichen, um neben der Schwere auch Zuversicht zuzulassen“. Um dies zu erreichen benötigt sie etwas, für das sie derzeit kämpfen muss: mehr Zeit mit ihrer Familie.
Als Alleinerziehende sei dieser Kampf eine enorme Herausforderung, wie Laszig und Kluge in der Kampagne betonen. Es gebe zusätzliche Kosten für Therapien, Krankenhausaufenthalte und Fahrten zu Spezialisten. Zudem möchte die 49-Jährige langfristig für ihren Sohn vorsorgen und ihren eigenen Abschied finanziell ermöglichen.
49-Jährige Krebspatientin gibt Zustimmung für Spendenaktion: Bereits mehr als 10.000 Euro gesammelt
Deshalb haben ihre Kollegen mit Vronis Zustimmung eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Wenn du weißt, du erlebst Gemeinschaft, dann geht sich auch der steinigste Weg leichter“, schreiben Kluge und Laszig. Jeder Euro trage dazu bei, „nicht enden wollende Kosten aufzufangen und Zeit durch palliative Maßnahmen zu gewinnen, um ihre Dinge zu regeln und noch so lange wie möglich teilzuhaben am Leben mit der Familie.“
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Das Ziel der Spendenaktion liegt bei 30.000 Euro. Bereits in der ersten Woche wurde ein Drittel des Betrags erreicht, mehr als 10.000 Euro wurden gespendet (Stand 20. November). Ihre Kollegen hoffen, dass sie durch die Aktion zumindest die finanziellen Belastungen ihrer „vertrauten und wertvollen Kollegin“ lindern können. „Wir sind an deiner Seite, Vroni“, fügen sie hinzu.
Laut vielen Krebspatienten sollte Krebs kein Tabuthema sein: Patrick aus Nürnberg bleiben nur noch wenige Monate. Der junge Mann ist unheilbar an Krebs erkrankt - und will im Interview mit seiner positiven Einstellung anderen Mut machen.