Die Photovoltaik-Offensive der Gemeinde Otterfing zeigt Wirkung. Bauhof und Feuerwehr holen sich ihren Strom seit einigen Wochen fast nur noch von den Dächern. Rund 150 000 Euro investierte die Gemeinde in diesem Jahr in insgesamt fünf Anlagen – und es sollen nicht die letzten bleiben.
Otterfing – Die Energie ist klimafreundlich, steht unerschöpflich zur Verfügung und spart mittelfristig sogar Geld: Systematisch will die Gemeinde Otterfing ihre kommunalen Dächer mit Photovoltaik-Anlagen bestücken. Das erste große Paket wurde jetzt montiert. Im Frühsommer bereits war das Wasserhäuschen bei Palnkam bestückt worden; seit Anfang Juli ernten auch Module auf den Dächern des Bauhofs, der Feuerwehr und des Montessori-Hauses kostenlosen Sonnenstrom. Die Ausbeute der ersten Wochen bestätigt die Berechnungen in der Planungsphase. Auch dank eines Batteriespeichers muss etwa der Bauhof derzeit keinen Fremdstrom zukaufen.
„Unser Bauhof arbeitet derzeit energieautark“, verkündete Bürgermeister Michael Falkenhahn jetzt am Rande der jüngsten Gemeinderatssitzung. Auf dem Bauhof-Dach läuft seit Anfang Juli eine 10,4-kW-Anlage, die entweder direkt Energie liefert oder in einen Batteriespeicher einspeist.
Unmittelbar daneben und gleichzeitig wurden auf dem Feuerwehrdach sogar zwei Anlagen installiert – eine davon (18,27 kW) versorgt über ein Kabel das benachbarte Rathaus, die andere (19 kW) deckt den Bedarf der Feuerwehr, die ebenfalls zusätzlich auf einen Batteriespeicher zurückgreifen kann. „Bei der Feuerwehr reicht der Strom derzeit immer so bis in die frühen Morgenstunden“, sagt Falkenhahn. Immerhin 80 Prozent der benötigten Energie erzeuge man jetzt selbst.
Das werde nicht so bleiben, räumt Bauamtsleiter Hubert Zellner auf Anfrage ein, „derzeit ist Sommer, die Sonne scheint oft, die Tage sind lang“. Trotzdem zeigten die ersten Bilanzen, dass sich die Investitionen auf den Dächern mittelfristig wohl auszahlen werden.
Doch zunächst musste investiert werden. Gut 40 000 Euro kostete die kräftige 30-kW-Anlage auf dem Wasserhäuschen bei Palnkam, die ausschließlich den Pumpenstrom liefert. 61 800 Euro waren für die zwei Felder auf dem Feuerwehrdach fällig, 22 500 Euro für die Bauhof-Module. Komplettiert wurde dieses erste Ausbau-Paket von einer PV-Anlage auf dem Dach des Montessorihauses, das mit 25 700 Euro zu Buche schlug; was dort nicht direkt verbraucht wird, wird ins Netz eingespeist und verdient etwas Geld.
Rund 150 000 Euro kostete dieses erste Paket, das jedoch mittelfristig Ersparnisse verspricht. Eine Potenzial-Analyse für Photovoltaik-Anlagen, die der Gemeinderat 2023 beim Rosenheimer Institut für nachhaltige Energieversorgung (Inev) in Auftrag gegeben hatte, hatte ergeben, dass nicht weniger als zwölf PV-Anlagen auf kommunalen Dächern möglich wären und alle spätestens nach zehn Jahren sogar Gewinne abwerfen.
Schon hat die Gemeindeverwaltung die nächsten Projekte im Blick. Auf dem Dach der Grundschule wäre neben der seit Jahren laufenden Bürger-Solaranlage noch einiger Platz für weitere Module. Von dem Gedanken, die alte Anlage zu versetzen, um mit leistungsstarken Modulen mehr aus dem attraktiven Süddach herauszuholen, habe man aber Abstand genommen, erklärte Zellner.
Möglich wären Module auch auf dem gemeindeeigenen „Sparkassenhaus“ in der Münchner Straße. Der Gemeinderat werde entscheiden, betonte Zellner, ob und wieviele PV-Anlagen 2025 geplant werden sollen.
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