Zurück in die Deanga Zukunft: Humorvoll durch die Ortsgeschichte

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Es war zu heiß für Kostüme, dafür gerade richtig für ein Steckerleis bei der Probe: die Darsteller (hinten, v.l.) Tim Oberndorfer, Sonja Kallinger, Hans Kröger, Moni Mair, John Keating, Irmgard Berndt, Frank Lucas, Eva Pointner, Michael Kattner, Maria Bedat; (vorne, v.l.) Agnes Pointner, die zwei Autoren bzw. Regisseure Franz Xaver Kreuzpointner und Andrea Hartung sowie Darstellerin Susanna Fink und Nachwuchstalent Emilio Pomarol (kniend). © Raffael Scherer

Theatergruppe präsentiert erstmals ein selbstgeschriebenes Stück zur Gemeindehistorie mit fast 20 Darstellern unter freiem Himmel.

Für die Niederdinger Theatergruppe De Deanga gibt es in diesem Sommer gleich mehrere Premieren. Denn anlässlich der 1275-Jahr-Feier von Ober- und Niederding haben sich Andrea Hartung und Franz Xaver Kreuzpointner nicht lumpen lassen. So präsentieren die beiden ein eigens dafür geschriebenes Stück, angelehnt an die heimische Historie. Und das Ganze ist erstmals ein Freilufttheater.

Der rote Faden der „Deanga Gschichten“ in drei Akten ist dabei eine Theatergruppe, die im örtlichen Wirtshaus die Schenkung von Villa Deoinga probt. Doch jedes Mal läuft es aus dem Ruder, und die Anwesenden diskutieren und streiten mehr über das lokal- und weltpolitische Geschehen, als am Stück zu feilen. 1925 geht es dabei vorwiegend um die fast abgeschlossenen Kanalbauarbeiten. 50 Jahre später ist das Planfeststellungsverfahren für den Flughafen München 2 das heiße Gesprächsthema.

Kamera und Leinwand geplant

Um was es im dritten Akt im Jahr 2075 geht, das möchten die Akteure noch nicht verraten: „Ich sag nur so viel: Den Flughafen wird es in der Form nicht mehr geben“, kündigt Hartung verschmitzt an.

Seit Anfang des Jahres hat sie gemeinsam mit Kreuzpointner jeden Sonntagabend recherchiert, überlegt und an dem Stück gearbeitet. „Ich war für das Schreiben zuständig, der Franz ist der Humorist“, so Hartung, die mit ihrem Kollegen ebenso die Regie übernimmt.

Freilufttheater als einmaliges Erlebnis

Bei dem Hoftheater mit Biergarten beim Alten Wirt handelt es sich um die erste Inszenierung der Gruppe auf einer Freiluftbühne. Das kenne man sonst nur aus Wartenberg, Inning oder Markt Schwaben, weshalb man das unbedingt auch mal ausprobieren wollte. „Aber das ist, glaube ich, auch das einzige Mal“, prognostiziert Hartung. Dazu habe man einen professionellen Tontechniker an der Hand und wolle erstmals mithilfe von Kamera und Leinwand die Mimik der Darsteller auch für die hintersten Reihen sichtbar machen.

Um bei dem Unterfangen auch versicherungstechnisch auf der sicheren Seite zu sein, sei man gerade dabei, De Deanga zum offiziellen Verein eintragen zu lassen. Derzeit erstelle man schon das Vereinskonto. Wieder eine Premiere.

Ein Darsteller, drei Rollen

Mit 19 Darstellern waren auch noch nie so viele Schauspieler an einem Deanga Stück beteiligt. Sogar für den fast 13-jährigen Emilio Pomarol, der auf dem Poster stolz auf dem Traktor sitzt, war eine Rolle dabei. Ein Kindertheater habe man zwar Anfang der 2000er auch schon gemacht, aber diesmal ist es erstmals alterstechnisch komplett durchmischt, so Hartung.

Und die vielen Generationen braucht die Gruppe auch. Schließlich altern die Rollen in dem Stück zusammen mit der Inneneinrichtung des Wirtshauses quasi von Akt zu Akt mit. Das bedeutet, dass so mancher Darsteller im Laufe des Abends drei verschiedene Personen spielt. Da könne man schnell mal durcheinanderkommen, meinen auch mehrere Darsteller. Und beim Publikum sei dementsprechend auch Konzentration gefordert. Nicht, dass man die Schauspieler dann mit ihrer Rolle im vorigen Akt verwechselt.

Inspiriert von einem Filmklassiker

Eine kleine Reise durch die Zeit soll es in Niederding also geben. Dazu habe man sich beim Flyerdesign ein wenig vom Filmposter des 1980er Klassikers „Zurück in die Zukunft“ inspirieren lassen. Wer also mit auf eine humoristische Zeitreise durch die Deanga Historie will, kann zu den Aufführungen am 8., 9. und 10. August kommen. Der Biergarten des Hoftheaters an der Erdinger Straße 11 öffnet ab 18 Uhr, das Stück beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt kostet passend zum Jubiläum 12,75 Euro. Bei schlechtem Wetter sind die Ausweichtermine der 14. bis 17. August. Die Bewirtung erfolgt durch die Schützenvereine SG Hubertia Niederding und SG Eustachia Oberding sowie die Frauengemeinschaften Niederding und Oberding, musikalisch spielen De Hoamatlos‘n auf.

Der nächste Vorverkauf erfolgt am Sonntag, 13. Juli, beim Dorffest Niederding von 14 bis 17 Uhr und jeden Donnerstag von 18.30 bis 19.30 Uhr beim Alten Wirt. Plätze sind nicht nummeriert und können nicht reserviert werden. Infos auf www.dedeanga.de.

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