CSU auf neuen Wegen: Wenn der Vorstand Polonaise tanzt

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Sie führen die Kreis-CSU: (v. li.) Christine Häsch (Schriftführerin), Seppi Rohrmoser, Sabine Lorenz (beide stellvertretende Kreisvorsitzende), Kreisvorsitzender Thomas Holz, Susanne Arndt (stellvertretende Kreisvorsitzende), Balbina Fuchs (Schriftführerin), Thomas Gründl (stellvertretender Kreisvorsitzender), Severin Eichenseher (Schatzmeister) und Werner Weindl (stellvertretender Kreisvorsitzender). Nicht im Bild: Lisa Fichtl (Kreisdigitalbeauftragte). Dem Vorstand gehören zudem noch 14 Beisitzer an: Heiko Arndt, Uschi Disl, Günther Eibl, Traudi Fröstl, Helgard van Hüllen, Elisabeth Lechner, Simon Lindmayr, Ingo Mehner, Rene Mühlberger, Michael Müller, Karl Murböck sen., Stefanie Rasch, Christine Rinner und Franz Schöttl. © tk

Neuwahlen standen bei der Kreis-CSU auf der Tagesordnung. Die Partei geht mit einem bewährten Team in den Kommunalwahlkampf.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Saal des Gasthofs Reindlschmiede war voll bei der Kreisversammlung der CSU. 107 Delegierte waren gekommen, um eine neue Vorstandschaft zu wählen. In den Kommunalwahlkampf 2026 wird die Union mit einem bewährten Team gehen, an dessen Spitze nach wie vor Thomas Holz steht. Der Kochler, der seit eineinhalb Jahren im Landtag sitzt, wurde mit 99 Ja-Stimmen gewählt.

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1124 Mitglieder – dennoch ist Werbung gefragt

1124 Mitglieder zählt die CSU zwischen Icking und Jachenau. 22,8 Prozent davon sind Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei 62 Jahren. Da die Austritte (28) und Todesfälle (33) die Neueintritte (50) in den vergangenen beiden Jahren überstiegen, „müssen wir in der Mitgliederanwerbung aktiv werden“, sagte Holz. Natürlich sei es nicht einfach, Menschen dazu zu bewegen, sich in einem politischen Amt zu engagieren. Deshalb geht man bei den Kreisvorstandssitzungen neue Wege. Dazu gehörte ein Rundgang durch die Benediktbeurer Basilika, um sich über die Sanierungsmaßnahmen zu informieren. „Und auch das war eine Kreisvorstandssitzung“, sagte Holz und zeigte ein Video Polonaise tanzender Kommunalpolitiker. „Zu Gast war dabei mein Landtagskollege Steffen Vogel, der Basis-Motivator der CSU.“

Landratskandidat: „Wir verfallen nicht in Hektik“

In einer Klausur habe man weitere Ideen entwickelt. Auch die Außendarstellung der Ortsverbände sei wichtig. Wenn man da auf manchen Homepages noch Werbung für die Kommunalwahl 2020 sehe, sei das eben nicht so optimal. Das Ziel für Holz ist klar: „Wir wollen im Landkreis die politisch führende Kraft bleiben.“

In den kommenden Monaten wird es darum gehen, gute Listen für die Kommunalwahl im März 2026 aufzustellen. Auch Bürgermeisterkandidaten müssen gefunden werden – genauso wie ein Bewerber für den Posten des Landrats. Dass Amtsinhaber Josef Niedermaier (FW) nicht mehr antrete, „hat mich relativ überrascht“, sagte Holz. Er könne die Beweggründe aber nachvollziehen. Niedermaiers Entscheidung „gebührt höchster Respekt“, sagte Holz. Auch wenn schon viel über einen CSU-Kandidaten spekuliert werde, „verfallen wir nicht in Hektik“. Generell gelte: „Es liegen spannende Zeiten vor uns, lassen Sie uns das geschlossen angehen.“

Einsatz für die Kreisklinik

Über die Arbeit im Kreistag berichtete Fraktionsvorsitzender Martin Bachhuber. Leitmotiv müsste immer das Wahlprogramm sein. Und da sah Bachhuber die CSU auf einem guten Weg. Man habe sich stark gemacht für die Sicherung der Krankenhausversorgung. „Die Kreisklinik Wolfratshausen wurde von uns nie infrage gestellt“, sagte er unter dem Applaus der Zuhörer. Man unterstütze die Geburtsstation und habe sich auch eingesetzt für den Bau von Personalwohnungen an der Klinik.

Der „Markenkern“ der CSU sei aber eine finanziell nachhaltige Gestaltung. „Die CSU ist die einzige Fraktion, die sagt, dass wir Ausgaben begrenzen müssen.“ In Zeiten von Sondervermögen und Milliardenschulden auf Bundesebene frage er sich aber manchmal, ob eine „stabile, nachhaltige, generationengerechte Finanzpolitik noch geil ist. Oder ist Highlife an allen Ecken angesagt?“

Sorge über zu hohe ÖPNV-Ausgaben

Gerade die ÖPNV-Ausgaben auf Landkreisebene treiben Bachhuber um. 13,4 Millionen Euro gebe man heuer für den Nahverkehr aus. Geld, das die Kommunen über die Kreisumlage aufbringen müssen. Irgendwann stelle sich schon die Frage, was man den Gemeinden noch zumuten könne. Vor diesem Hintergrund müsse man den Antrag der CSU zum Flex-Bus in Dietramszell und Egling sehen. Wie berichtet hatte die Fraktion beantragt, den Beschluss über die Einführung auf 2027 zu verschieben. Zu viele Fragen seien offen, zu viele Begehrlichkeiten in anderen Orten könnten geweckt werden. „Ein erfüllter Wunsch hat 100 Junge. Ich gönne jedem den Flex-Bus, aber wir müssen uns über die Konsequenzen klar sein.“

Bericht aus dem Bezirkstag

Dass es auch beim Bezirk finanziell derzeit eher schwierig ist, erläuterte dessen Präsident Thomas Schwarzenberger. Allein im sozialen Bereich gebe es 400 Millionen Euro mehr an Ausgaben. Das liege vor allem an gestiegenen Personalkosten, in den Bereichen, für die der Bezirk zuständig ist. „Natürlich sagt jeder: Pflege muss sich lohnen. In der Summe macht das aber sehr große Beträge aus.“ Finanzieren müssen das vor allem die Landkreise und kreisfreien Städte über eine Umlage. „Wir werden sehr genau überlegen müssen, wie wir das alles machen, ohne die Landkreise zu überlasten“, sagte Schwarzenberger.

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