„Wir machen keinen großen Reibach“

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Mit Blümchen verziert zog dieser Traktor samt Anhänger durch Karlsfelds Straßen beim diesjährigen Festumzug. Rund 15 000 Euro kostete der Umzug die Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord. © rds

Festreferentin räumt beim Treffen der Vereinsvorstände Gerüchte um Karlsfelder Siedlerfest aus.

Karlsfeld – Das, was Christa Berger-Stögbauer, Festreferentin der Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord, beim 55. Treffen der Vereinsvorstände im Bürgerhaus Karlsfeld loswerden wollte, verärgerte sie sichtlich. „Ich will Gerüchte ausräumen“, begann sie ihre Rede. Es kursiere die Annahme, dass die Gemeinde Karlsfeld das Siedlerfest organisieren würde. Berger-Stögbauer stellte unmissverständlich klar: Nicht hauptamtliche Mitarbeiter im Rathaus stellen das beliebte Volksfest am Karlsfelder See auf die Beine, sondern „unsere Ehrenamtlichen“. Und das bereits seit 66 Jahren. Laut Berger-Stögbauer „eine Schweinearbeit“.

Einnahmen-Ausgaben: plus minus null

Ebenso wehrte sich die Festreferentin gegen den Vorwurf, die Siedlergemeinschaft würde mit ihrem Fest ein Vermögen machen. „Es ist nicht so, dass wir einen großen Reibach machen. Wir krebsen bei plus minus null rum“, sagte Berger-Stögbauer aufgebracht. In einem Kreis von 30 Volksfestveranstaltern sei das Oktoberfest das einzige, das einen Gewinn erziele.

Der Rekordfestzug in diesem Jahr, an dem, wie berichtet, mehr als 1000 Mitglieder von Vereinen teilnahmen, habe die Siedlergemeinschaft circa 15 000 Euro gekostet, teilte Berger-Stögbauer mit. Trotz dieser hohen Ausgaben „werden wir die Marken weiter verteilen, weil wir wertschätzen, was die Vereine leisten“, betonte Berger-Stögbauer.

Planänderungen beim Feuerwerk

Das nächste Siedlerfest findet kommendes Jahr vom 4. bis 13. Juli statt. Wie Berger-Stögbauer verkündete, wolle die Siedlergemeinschaft dann etwas Neues ausprobieren. Der Plan: das Feuerwerk von Freitag auf Montag zu verlegen. „Wir müssen an unsere Schausteller denken“, erklärte sie. Diese würden extra viele Waren am Tag des Feuerwerks kaufen, blieben jedoch darauf sitzen, wenn das Wetter am Freitag schlecht sei. Lasse man das Feuerwerk hingegen am Montag stattfinden, hätten die Schausteller noch eine Woche Zeit, um Fahrchips, Zuckerwatte und Schokofrüchte zu verkaufen.

Bedenken äußerte die Feuerwehr Karlsfeld. Fände das Feuerwerk wochentags unter der Schulzeit statt, könne es ein Personalproblem geben. Vorsitzender Jürgen Conk befürchtete, die Feuerwehr könne nicht auf genügend Jugendliche zurückgreifen, die traditionell die Fackeln entzünden.

Hoffnung auf günstigen Bierpreis

Neben mehr Gewinn für die Schausteller hofft Karlsfelds Festreferentin beim nächsten Siedlerfest noch auf etwas anderes: nämlich auf einen günstigen Bierpreis an einem der zehn Festtage. Denn Festwirt Brandl feiert im kommenden Jahr 100-jähriges Bestehen, wie Berger-Stögbauer berichtete.

Gernot Jellinek von der Reservisten- und Kriegerkameradschaft fragte den Bürgermeister aus eigenem Interesse, ob die Gemeinde das Siedlerfest nicht sponsern wolle. Stefan Kolbe stellte daraufhin klar: „Es ist nicht so, dass die Gemeinde nichts tut.“ Jahrzehntelang sponserte sie etwa den Seniorennachmittag, investierte einen sechsstelligen Betrag in die Ertüchtigung des Festplatzes. „Die Gemeinde trägt einen erheblichen Teil dazu bei. Das sieht man bloß nicht immer“, sagte Kolbe. Wie Berger-Stögbauer betonte, habe die Gemeinde mit der Erneuerung der Ringleitung enorm geholfen. „Das hätten wir nicht alleine stemmen können.“

Damit das Karlsfelder Siedlerfest auch in Zukunft weiterhin gelingt, kommt es laut Marion-Matura-Schwarz, Vorsitzende des Bund Naturschutz in Karlsfeld, aber nicht nur auf das Zusammenspiel von Gemeinde und Siedlergemeinschaft an, sondern auch auf jeden einzelnen von uns. „Bei einem Volksfest hat auch das Volk seinen Beitrag zu leisten.“

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