Betrügern ist es am Montag gelungen, durch einen sogenannten Schockanruf Gold im Wert von über 100 000 Euro zu erbeuten. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen übernommen und bittet um Hinweise.
Dachau – Die Masche der Täter: Sie meldeten sich telefonisch bei einem Rentner aus Dachau, gaben sich als Kriminalbeamte aus und erklärten, dass seine Tochter einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätte. Eine sofortige Haft wäre nur durch Zahlung einer hohen Kautionssumme zu vermeiden.
Zunächst wurde dem Opfer vorgespielt, er telefoniere mit einer Polizeibeamtin. Später wurde der Dachauer dann an einen vermeintlichen Juristen vom Amtsgericht Dachau übergeben, der den Rentner derart unter Druck setzte, dass er auf die Forderung einging.
Gegen 15.30 Uhr übergab der Rentner schließlich an der Danziger Straße Goldbarren und -Münzen im Wert von über 100 000 Euro an einen männlichen Abholer. Laut Polizei war dieser Abholer zirka 1,70 Meter groß, zirka 50 Jahre alt, schlank und hellhäutig. Er soll abgetragene Kleidung getragen und gebrochen Deutsch gesprochen haben.
Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck bittet nun eventuelle Zeugen der Übergabe, Hinweise zum Täter unter der Telefonnummer 0 81 41/61 20 zu melden.
Die „echte Polizei“ fordert niemals Geld
Zudem verweist die Polizei auf ihre Internet-Präventionskampagnen „Leg auf!“ und „Lösch das!“, die wichtige Informationen zum Thema Schockanruf beziehungsweise Betrug über Messengerdienste bieten und unter www.polizei.bayern.de zu finden sind.
Grundsätzlich rät die Polizei allen Angerufenen, die sich nicht sicher sind und sich von einem Anrufer unter Druck gesetzt fühlen, sofort aufzulegen. „Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110 an“, betont ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord weiter. „Das machen nur Betrüger.“
Außerdem sollten die Angerufenen den angeblich einer Straftat beschuldigten Angehörigen unter deren bekannter Nummer anrufen und fragen, ob er sich wirklich in einer Notsituation befindet. Am Telefon sollte man laut Polizei überdies nie über persönliche und finanzielle Verhältnisse sprechen. Auch sollte niemals Geld an Unbekannte übergeben werden.
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In fraglichen Situationen hilfreich ist es auch immer, eine Vertrauensperson um Rat zu fragen oder den Notruf 110 der Polizei zu wählen. „Die echte Polizei“, so betont der Präsidiumssprecher, „fordert nämlich niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände, um Ermittlungen durchzuführen“!