Kirchenpfleger gibt Zwischenstand über die Sanierungen der Kirche Mariä Himmelfahrt in Dachau bekannt.
Die Sanierung von Dach und Kirchturm der Kirche Mariä Himmelfahrt in Dachau schreitet voran. Kirchenpfleger Erwin Kopf bittet weiter um Spenden für die Renovierung. Weitere 75 000 Euro werden benötigt.
Auwendige Betonsanierung
Am Dach der Kirche müssen, so Kopf, aufwendige Betonsanierungen durchgeführt werden. Zwar hatte der zuständige Architekt, so der Kirchenpfleger gegenüber den Dachauer Nachrichten, die Kosten dafür nach einer Bauwerksuntersuchung auf zirka 40 000 Euro geschätzt. Nach dem Einrüsten des Kirchturms zeigte sich jedoch, dass die Schäden wesentlich größer waren. So wurden Risse und Betonabplatzungen am Turmdach entdeckt. An zwei Betonplatten des Dachs mussten Kernbohrungen im Bereich der Glockenstube durchgeführt werden, so Kopf weiter.
Bei der anschließenden Untersuchung der Bohrkerne sei ein erheblicher Chloridgehalt festgestellt worden. Mit Stemmen wurde der mit Chlorid kontaminierte Beton inzwischen abgetragen und Spritzbeton neu aufgetragen. Nur so könne der Kirchturm vor einer erneuten Chloridkontamination dauerhaft geschützt werden, so Kopf. Die gesamte Betonsanierung kostete zum Ende der Maßnahme etwa 150 000 Euro, berichtet der Kirchenpfleger.
Auch das 480 Meter lange und 3,20 Meter breite Turmkreuz muss saniert werden. Dafür wurde die Firma Dürr aus Rothenburg ob der Tauber beauftragt. Sie soll das Kreuz wieder mit Blattgold belegen. Die zweiteilige Kugel des Kreuzes aus Kupfer werde ebenfalls saniert. Die Standrohraufnahme in der Kugel sei stark korrodiert gewesen und musste von der Schlosserei Nüssel aus München saniert werden, so Kopf. Das sechs Meter hohe Aufnahmerohr im Turm sei ebenfalls korrodiert und müsse neu verankert werden.
Zifferblatt der Turmuhr
Die im Jahr 1960 von der Münchner Firma Neher gefertigt Turmuhr hat ein Zifferblatt mit einem Durchmesser von 5,50 Metern. Es ist, so Kopf, damit eines der größten in Bayern. Die Denkmalschutzbehörde verlangt, dass der Zifferkreis und die römischen Zahlen auf dem Zifferblatt wieder ihre ursprüngliche Farbe, nämlich Eisenglimmer, erhalten sollen.
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Die Hauptportaltür der Kirche ist bereits von der Münchner Kunstschmiede und Schlosserei Nüssel vor Ort saniert worden. „Das Aus- und wieder Einhängen der schweren Portaltür wurde im Rahmen der Demontage und Montage des Kirchturmkreuzes, als der Autokran zur Verfügung stand, erledigt“, berichtet Erwin Kopf. Es mussten neue Lagerbuchsen angebracht und die Türkegel neu fixiert werden. Außerdem sei die rechte Türwange, die seit längerem einen Riss aufweist, mit zwei Klebeankern neu fixiert worden.
Bereits im August hatten die Dachdecker mit ihren Arbeiten begonnen. Diese Arbeiten seien weiterhin zeitintensiv und könnten nur bei trockenem Wetter durchgeführt werden, so Kopf. Aufgrund einer fehlenden Dachschalung werde jedes Mal nur so viel Dachfläche abgedeckt, die Lattung erneuert und wieder mit neuen, echten Kirchenbibern (zwei Nasen und mit Schrauben fixierbar) eingedeckt, wie an einem Arbeitstag durchgeführt werden könne. Die Dachdecker haben, so Kopf, während ihrer Arbeit am Kirchendach angefaulte Gratsparren entdeckt. Diese mussten fachmännisch von der Zimmerei Frank erneuert werden.
Die Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt muss für etwa 15 Prozent der Sanierungskosten selbst aufkommen. Dies sind mindestens 145 000 Euro. Bisher haben die Gläubigen der Pfarrei bereits knapp 70 000 Euro gespendet. Kirchenpfleger Erwin Kopf freut sich deswegen über weitere Spenden.
hi
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