Die Gemeinde Bayrischzell saniert ab Frühjahr 2026 ihre Kläranlage. 6,3 Millionen Euro wird das kosten. Zahlen müssen das auch die Hauseigentümer.
Bekanntermaßen ist die bald startende Sanierung der im Jahr 1967 erbauten Kläranlage in Osterhofen das größte und auch eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in Bayrischzell. Den aktuellen Bauentwurf, den Zeitplan und die Kosten stellte kürzlich Josef Waldinger vom Ingenieurbüro Dippold und Gerold dem Gemeinderat vor.
An Sanierung führt kein Weg vorbei
Obwohl die Kläranlage nach wie vor die gesetzlichen Anforderungen an die Abwasserreinigung erfüllt, sei eine Sanierung dringend notwendig, „weil sonst der Betrieb auf Dauer nicht mehr sichergestellt werden kann“, betonte der Ingenieur, der die alte Anlage kurz skizzierte. Sie besteht aus einer mechanischen Reinigungsstufe, einer zweistufigen biologischen Reinigungsanlage, Phosphatfällung, Kaltfaulung sowie einem Schlammspeicher und einer Entwässerung.
Explosionsschutz muss nachgerüstet werden
Trotz der Leistung sei die Kläranlage in die Jahre gekommen, und „es gibt verschiedene Betriebsprobleme“, so Waldinger weiter. Gebäude zeigen Risse, daher ist eine Betonsanierung an zahlreichen Bauteilen erforderlich. Auch fehlen Absturzsicherungen wie etwa ein Geländer am Sandfang. Des Weiteren ist ein Explosionsschutz aufgrund der Gase bei der Schlammentwässerung und am Emscherbecken notwendig. Auch das Betriebsgebäude für den Klärwärter weist Mängel auf. „Es ist dort sehr beengt und nicht mehr zeitgemäß“, berichtete Waldinger.
Gemeinde wählt mittlere Variante
Bereits im November 2022 entschied sich der Gemeinderat für den Bau einer neuen Belebungsanlage im Durchlaufbetrieb, nachdem mehrere Varianten zur Sanierung der Kläranlage diskutiert worden waren – die damals von günstig bis zum kompletten Neubau reichten. Die mittlere der drei Vorschläge stellte sich für das Gremium als die sinnvollste und wirtschaftlichste Lösung heraus (wir berichteten).
Diverse Neuerungen
Diese beinhaltet nun den Einbau einer modernen Zulaufmessung sowie einen neuen Rechen und Sandwischer. Auch sollen der Sandfang erneuert und der Damm der dortigen Räumerbrücke zwecks Absturzsicherung erhöht werden. Neu gebaut werden auch ein Kombibecken, eine Gebläsestation sowie eine sogenannte LAU-Anlage, die zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen von wassergefährdenden Stoffen dient.
Es braucht zudem eine neue Lüftungsanlage fürs Emscherbecken. Außerdem wird das Betriebsgebäude aufgestockt, um dort ausreichend Platz für Labor, Technik, sanitäre Anlagen sowie einen Aufenthaltsraum unterzubringen, „damit es wieder auf dem Stand der Zeit ist“. Den jetzigen Schönungsteich wird es nicht mehr geben. So etwas werde laut Waldinger heutzutage nicht mehr gebaut. „Der ist kontraproduktiv, weil dort immer viele Enten drin sind.“ Abgebrochen wird auch die Tropfkörper-Anlage.
Maßnahme „aufwendig und teuer“ – Zahlen muss auch der Bürger
Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) machte keinen Hehl daraus, dass hier „eine aufwendige und teure“ Sanierung für die Gemeinde ansteht, bei der auch die Bürger tief in Tasche greifen müssen. Wie berichtet, muss ein Teil der Kosten umgelegt werden. Insgesamt beläuft sich die Generalsanierung auf 6,3 Millionen Euro. Eine Förderung von etwa 400 000 Euro ist möglich. Allerdings müssen die Voraussetzungen dafür noch geprüft werden.
Die Baumaßnahmen sollen im Frühjahr 2026 starten und Mitte 2027 abgeschlossen sein. „Die Sanierung müssen wir jetzt angehen“, betonte der Bürgermeister mit Blick auf die alte Anlage. „Auch wenn es für den Bürger keine Freude wird, da wir für die Kostenbeteiligung auch an jeden einzelnen Hausbesitzer herantreten müssen.“