Trotz steigender Gästezahlen ist der Ausschank beim Freisinger Volksfest zurückgegangen. Das freut nicht nur die Polizei.
Freising - Das 94. Freisinger Volksfest geht als eines der friedlichsten in die Geschichte ein. Das haben die Verantwortlichen am Montag bei der Abschlusspressekonferenz im Rathaus erklärt. Unterm Strich waren es zwar mehr Besucher, aber es wurde viel weniger getrunken.
„Die Zahlen sprechen für sich.“ Mit diesen Worten beschrieb Bürgermeisterin Eva Bönig, die den erkrankten OB Tobias Eschenbacher vertrat, die Bilanz nach zehn Tagen Volksfest. Einer Aufstellung zufolge fanden rund 136 00 Besucherinnen und Besucher den Weg zum Festplatz, das waren 13 000 mehr als im Vorjahr. Die ausgeschenkten Hektoliter gingen dagegen von 680 auf knapp 630 zurück. 51 Hektoliter reines Schankbier weniger, lautete die Botschaft aus Sicht der beiden Freisinger Brauereien.
Die Zufriedenheit im kleinen Sitzungssaal des Rathauses mit dem Verlauf des Volksfests war dennoch groß und die Kommentare überwiegend positiv. Sowohl von den beiden Brauereien, vertreten durch Hofbrauhausgeschäftsführer Oliver Lentz und Georg Semmler, Vertriebsleiter der Staatsbrauereien Weihenstephan, als auch von Festwirt Jochen Mörz. Nicht zu vergessen die Vertreter der Polizei, des Roten Kreuzes und der Feuerwehr. „Ich kann sagen, dass ich zufrieden bin, es ist noch friedlicher gewesen. Keine weiteren Körperverletzungen“, erklärte Polizeichef Andreas Wegmaier zur Entwicklung seit der Halbzeitbilanz. Allerdings sei es zu drei weiteren Sexualdelikten gekommen, bei denen Personen unsittlich berührt worden seien. Außerdem habe man eine Person in Gewahrsam nehmen müssen, weil sie ein bereits erlassenes Betretungsverbot missachtet habe.
Stromverteiler lief beinahe heiß
Florian Kugler, Chef der Rot-Kreuz-Wache, lobte ebenso wie Stadtbrandinspektor Oliver Sturde die gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte, die erstmals gemeinsam in der Eishalle untergebracht waren. „Das hat sehr gut funktioniert“, sagte Kugler, der von 32 Bagatellfällen, 37 Notfallversorgungen und 19 Abtransporten ins Krankenhaus berichtete. Vier hätten von Notärzten begleitet werden müssen. Überwiegend seien das aber „Kreislaufgeschichten“ gewesen. Die alkoholbedingten Einsätze seien dagegen klar rückläufig, wie Kugler feststellte. Sturde verwies auf die eine oder andere Hilfestellung, bei denen seine Truppe das Rote Kreuz unterstützt habe.
Wie wichtig es ist, dass die Feuerwehr vor Ort ist und im Ernstfall nur kurze Wege zurücklegen muss, habe sich gezeigt, als ein Stromverteiler wohl etwas über der Betriebstemperatur gelaufen war. Man habe das mit Hilfe einer Wärmebildkamera jedoch schnell feststellen und Abhilfe schaffen können. Von allen Seiten betont wurde auch, wie gut die Kooperation der Sicherheitskräfte und den Verantwortlichen der Stadt funktioniert habe.
Aus Sicht von Festreferent Anton Frankl hat „alles gepasst“. Auch bei den Schaustellern habe er nichts Negatives gehört. Er sagte aber auch, dass man es nie allen recht machen kann. Und er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, im nächsten Jahr wieder ein Riesenrad anbieten zu können.
Vier Wirte bewerben sich für das nächste Freisinger Volksfest
Gerhard Semmler, Verkaufsleiter der Staatsbrauerei, wollte wissen, wie es um die Ausschreibung des Festzeltbetriebs bestellt ist. Stefan Klopfer, Leiter des Ordnungsamts, und Bönig erklärten hierzu, es seien vier Bewerbungen eingegangen. Mehr Infos dazu werde es im Oktober im Finanzausschuss geben. Mörz hatte auf FT-Nachfrage bereits kundgetan, dass er und seine Familie sich wieder beworben haben und gerne weitermachen würden.
Gegen Ende der PK sprachen sich Frankl und Bönig erneut dafür aus, die Hendl- und Biermarken für die Seniorinnen und Senioren beizubehalten. Wie beide bekräftigten, hat es viele positive Rückmeldungen zu dem Thema gegeben.