Die Halbzeitbilanz für das Freisinger Volksfest fällt durchwachsen aus: weniger Hektoliter und weniger Besucher als im Vorjahr. Als Grund gaben die Verantwortlichen das wechselhafte Wetter an. Dafür war aber auch weniger zu tun für die Sicherheitskräfte, die sich mit dem bisherigen Verlauf hochzufrieden zeigten.
Freising – Die Ergebnisse sind rückläufig – sowohl was Besucherzahlen als auch Hektoliter betrifft. Dennoch zeichneten Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, Polizeichef Andreas Wegmaier und Rotkreuz-Sprecher Benedikt Popken zur Halbzeit des Freisinger Volksfests ein positives Bild. Auch Festwirt Jochen Mörz war zufrieden.
Dass die Leute nicht mehr so viel trinken und der Bierkonsum zurückgeht, ist laut Eschenbacher Fakt, weshalb man die Zeichen der Zeit auch erkannt habe und nicht mehr nur die Hektoliter als Maßstab für den Erfolg heranziehe. „Man sollte das nicht mehr unbedingt am Alkoholkonsum festmachen“, erklärte der Rathauschef nach dem ökumenischen Schaustellergottesdienst im Bierzelt, weshalb man seit dem vergangenen Jahr als Gradmesser auch die Besucherzahlen heranziehe.
Unabhängig davon sei festzuhalten, dass „insgesamt etwas weniger los war als im vergangenen Jahr“. Bei den Besucherzahlen betrage die Differenz zu 2024 rund 2000. Was die Hektoliter betrifft, seien an den ersten fünf Tagen knapp 50 weniger zu verzeichnen gewesen. Einer Aufstellung zufolge kamen heuer bis dato rund 68 500 Besucherinnen und Besucher aufs Volksfest, die knapp 330 Hektoliter Bier konsumiert haben. Laut Eschenbacher lässt sich trotzdem sagen, „dass es gut angenommen wird“. Und es habe sich gezeigt, „dass eben nicht nur im Zelt, sondern auch draußen was los ist“, sagte er im Beisein von Schaustellern und Standlbetreibern.
Positiv sah der Oberbürgermeister auch, dass sich die Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte erneut als „einwandfrei und reibungslos“ herausgestellt habe. Die Eishalle als Einsatzzentrale zu nutzen, habe sich bewährt. Polizeichef Wegmaier sagte, dass es für die Polizei bisher ein vergleichsweise friedliches Volksfest gewesen sei.
Als wichtig und richtig erachtete es der Leiter der PI Freising, dass man im Zusammenwirken mit dem Ordnungsamt bereits im Vorfeld 15 Betretungsverbote ausgesprochen habe. Unabhängig davon sei es nicht gänzlich ohne Streitereien und Auseinandersetzungen gegangen. Sechs Körperverletzungen, zwei Diebstähle und eine sexuelle Belästigung seien zu bearbeiten gewesen. Vorfälle, die Wegmaier allerdings dahingehend relativierte, dass eine Person an der Lippe genäht werden musste, dass es sich bei den Diebstahlsdelikten um Maßkrüge und bei der sexuellen Belästigung darum gehandelt habe, dass einem Lederhosenträger ans Hosentürl gefasst worden sei. Man dürfe so etwas natürlich nicht „ins Lächerliche ziehen“, betonte Wegmaier. Das so wenig passiert sei innerhalb von 675 Einsatzstunden, führte Wegmaier aber auch darauf zurück, „dass wir sehr stark versuchen, hier Präsenz zu zeigen“.
Benedikt Popken vom BRK sprach von einer durchschnittlichen Auslastung der Rotkreuz-Bereitschaft. „Wir sind relativ wenig zum Zug gekommen“, sagt er mit dem Hinweis auf 43 Versorgungen und neun Abtransporte. Er lobte die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, die sich in Stoßzeiten wie am Samstag als hilfreich erwiesen habe.
Im Großen und Ganzen zufrieden zeigte sich auch Festwirt Jochen Mörz. Er habe viel positive Resonanz bekommen. erklärte er auf FT-Nachfrage – sowohl von seiner 130 Leute zählenden Belegschaft als auch von den Gästen. Vor allem das Ochsenfleisch-Essen am Sonntag sei gut angekommen. Dass er, respektive seine Tochter und sein Sohn, auch im nächsten Jahr gerne wieder Festwirte in Freising sein würden, daraus machte Mörz keinen Hehl. Wie er verriet, habe man nach drei Jahren erneut an der Ausschreibung der Stadt teilgenommen.
Wie die Vergabe ausgeht, darüber konnte Eschenbacher indes noch nichts sagen. Das Ergebnis werde erst nach dem Volksfest bekanntgegeben. Dass die Stadt mit der Arbeit der Familie Mörz zufrieden sein könne, brachte der OB jedoch klar zum Ausdruck, als er Jochen Mörz zum 35. Berufsjubiläum als Festwirt und zum 60-jährigen Bestehen der Mörz Festzeltbetriebs GmbH gratulierte.