Wenn es um Brauwirtschaft geht, ist das Freisinger Traditions-Unternehmen Steinecker auf der ganzen Welt bekannt. Zum 150. Jahrestag der Gründung gab es am Samstag deshalb eine rauschende Party.
Freising – „150 Jahre, darauf sind wir stolz“, begrüßte Steinecker-Geschäftsführer Marcus Michel die rund 1200 geladenen Gäste auf dem Freisinger Firmen-Areal. Unter dem Titel „Steinecker Family & Friends“ hat sich Steinecker nämlich nicht lumpen lassen und eine rauschende Geburtstagsparty bis kurz vor Mitternacht auf die Beine gestellt – einer Show nahe den Wolken inklusive. Denn Slackline-Weltrekordhalter Lukas Irmler beeindruckte bereits am späten Nachmittag mit einer halbstündigen atemberaubenden Hochseil-Show in 15 Metern Höhe die Gäste. Rund 1200 Einlass-Bändchen wurden verteilt, um jenes Unternehmen hochleben zu lassen, das laut Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher wie kaum ein anderes das Gütesiegel „Made in Freising“ trägt.
Es begann mit einer kleinen Werkstatt
„1875 hat Steinecker mit einer kleinen Werkstatt begonnen – jetzt sind wir in einer Führungsposition beim Brau-Thema. Weltweit sind wir in 145 Ländern im Einsatz, überall dort, wo Bier gebraut wird“, führte Michel weiter aus. Das alles ginge freilich nicht ohne den Einsatz der Mitarbeiter, die über all die Zeit das Unternehmen geprägt haben und denen Michel von ganzem Herzen dankte. „Seit 150 Jahren sind wir mit Freising verbunden – und dieser Standort bietet die idealen Voraussetzungen, auch für die nächste Generation. Gerade mit der Verbindung zum Campus Weihenstephan und der TU München“, so Michel. Denn eines sei schon auch klar: „Jede Zeit hat ihre Herausforderungen, aber Steinecker hat sie immer alle gemeistert und wird es auch weiterhin schaffen.“
Ein Meilenstein sei für Michel vor allem die Aufnahme in der Krones-Gruppe im Jahr 1982 gewesen – seit 2021 ist Steinecker wiederum als GmbH eine Tochtergesellschaft der Krones AG. „Ohne die Familie Kronseder wären wir heute alle nicht da“, so sein besonderer Dank in Richtung Volker und Harald Kronseder. „Ja, wir denken Brautechnik weiter und neu, aber unsere Werte wie Qualität und Partnerschaft bleiben“, versicherte Michel.
Themen wie die Schonung von Ressourcen und Nachhaltigkeit stünden heutzutage im Vordergrund – und auch diesbezüglich erfinde sich Steinecker durch Innovationen immer wieder neu. „Wir eröffnen neue Märkte. Wir passen uns an und wandeln uns, aber immer in der Tradition von Steinecker. Wir haben eine bewegte Geschichte und eine beeindruckende Zukunft – es liegen noch sehr viele Kapitel vor uns“, so Michel abschließend, wofür er tosenden Applaus einheimste.
Die Mitarbeiter seien das Wichtigste
Deutlich kürzer, aber nicht weniger bewegend fasste sich dann im rappelvollen Bierzelt Christoph Klenk, CEO der Krones AG: „Sie alle tragen die Marke Steinecker in die Welt – und das mit einer großen Leidenschaft, die wir auch in Zukunft brauchen. Dafür danke ich ihnen allen sehr“. Am wichtigsten seien die Mitarbeiter, das bestätigte auch Staatsminister Florian Herrmann. Was ihm imponiere: „Hier sagt man nicht, man arbeitet bei dem Unternehmen Steinecker – sondern man arbeitet beim Steinecker. Diese Identifikation ist großartig.“ Woran Herrmann erinnerte: „Das ist schon faszinierend, vor 150 Jahren gab es zwar noch kein Automobil, aber den Steinecker gab es schon.“
Steinecker ist mehr als Brautechnologie
Übrigens: Seit dem Jahr 2023 nimmt sich Steinecker die Prozesse aus der Brautechnologie unter anderem für die industrielle Herstellung von alternativen Lebensmitteln als Vorbild. Im Steinecker Bioreaktor werden Proteine hergestellt und dienen als Grundlage für etwa die Nachbildung von Fleisch. 2013 eröffnete darüber hinaus ein Ausbildungszentrum für Nachwuchskräfte, fünf Jahre später ist das Steinecker Technology Center in Betrieb gegangen. Kunden können hier gemeinsam mit dem Steinecker-Team Brauversuche durchführen und neue Technologien testen.