Nachhaltig und zertifiziert: Moosburgs neue Kinderkrippe nun offiziell eingeweiht

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Bei der offiziellen Einweihungsfeier übergaben Architekt Rudolf Heinz (hinten, 4. v. l.) und Bürgermeister Josef Dollinger (hinten, 5. v. l.) das Kinderhaus in der Sonnensiedlung an Leiterin Felicitas Onken-von Rochow (vorne M.) sowie ihre Kolleginnen und Kollegen. © Hermann

Mit der neuen Kinderkrippe in der Sonnensiedlung hat die Stadt Moosburg dringend benötigte Betreuungsplätze geschaffen. Durch seine Bauweise ist es zudem ein Novum im Landkreis.

Moosburg – Noch ist es ruhig im neuen Kinderhaus in der Sonnensiedlung in Moosburg: Erst am 22. September werden Kindergartenleiterin Felicitas Onken-von Rochow, ihre Stellvertreterin Sabrina Krause sowie ihre zwölf Kolleginnen und zwei Kollegen die ersten der insgesamt 36 Kinder begrüßen. Denn – und das ist laut Architekt Rudolf Heinz der „einzige Wermutstropfen“ dieser Baustelle: „Wir sind drei Wochen in Verzug“ – die Punktlandung zum Start des neuen Kindergartenjahres habe man nicht ganz geschafft. Dafür sei binnen eineinhalb Jahren ein „nachhaltiges, recyclingfähiges und zertifiziertes“ Gebäude entstanden, in dem nicht nur drei Krippen-Gruppen im Erdgeschoß Platz finden, sondern im Obergeschoß auch fünf (Mitarbeiter-)Wohnungen untergebracht sind. Auf das Bauwerk ist Heinz besonders stolz, denn: Das Haus ist „das erste nachhaltigkeitszertifizierte Gebäude im Bildungsbereich im Landkreis Freising und das zweite in ganz Bayern“.

Was diese Zertifizierung genau bedeutet, erklärte er den Gästen am Freitag bei der offiziellen Einweihung. „Es sind keine Schadstoffe verbaut“ – jedes verwendete Material sei überprüft und zertifiziert worden. Beim Bau hätte man sehr viele Auflagen erfüllen müssen – angefangen von Klimaschutz und Energieeffizienz über umweltverträgliche Materialgewinnung und Recyclingfreundlichkeit bis hin zu Innenraumluftqualität und Barrierefreiheit. „Der Katalog hatte 300 Seiten“, berichtete Heinz.

Mit Weihwasser-Spritzern weihte Pastoralreferent Markus John die neue Kinderkrippe ein.
Mit Weihwasser-Spritzern weihte Pastoralreferent Markus John die neue Kinderkrippe ein. © Hermann

Die Zahlen zum Neubau lieferte Bürgermeister Josef Dollinger: Das „zukunftsträchtige Gebäude“ mit 560 Quadratmetern Fläche sei 34 Meter lang, 16,35 Meter breit und 7,80 Meter hoch. Die Kinderkrippe im Erdgeschoß sei in Massivbauweise errichtet worden, die fünf Wohnungen in Holz-Ständer-Bauweise. Einige Besonderheiten: „Wir sind an ein Nahwärmenetz mit Hackschnitzelheizung angeschlossen, wir haben eine Dachbegrünung mit heimischen Gewächsen und eine Photovoltaikanlage“, ergänzte Heinz. Zudem hätte man das Gebäude als sogenannte „Schwammstadt“ angelegt. Will heißen: Das Regen- oder Oberflächenwasser werde Dank Rigolen (unterirdisches System zur Sammlung und langsamen Versickerung von Wasser) wie von einem Schwamm „weggesaugt“, weshalb man bei Starkregen „nie ein Problem“ haben werde. Die Kosten bezifferte Heinz mit 5,4 Millionen Euro und damit acht Prozent unter der Kostenschätzung (5,85 Millionen Euro).

So sieht das Modell des Kinderhauses in der Sonnensiedlung aus: Unten ist Platz für drei Krippengruppen, oben für fünf (Mitarbeiter-)Wohnungen.
20250912_121536(1).jpg © Hermann

Nach der offiziellen Einweihung ist für Rudolf Heinz noch wichtig, dass der Aufzug endlich funktioniert. „Wir warten seit sieben Monaten auf die Inbetriebnahme.“ Dass die Wohnungen im Obergeschoß trotzdem schon genutzt werden können, hat übrigens Moosburgs neuer Kinderarzt Ilia Nikitin bereits getestet: Als er von Berlin in die Dreirosenstadt gezogen sei, hätte er anfangs noch keine Wohnung gehabt, berichtete Heinz. Kurzerhand habe er eine der fünf Wohnungen „Probe gewohnt“ – damals waren diese allerdings noch ohne Türen. Trotzdem „hat es funktioniert: Er war zwei Monate drinnen und hat‘s gut überstanden“, so Heinz.

Was jetzt noch fehlt, sind die Kinder, die die hellen, freundlichen Gruppen- und Ruheräume mit Leben füllen. Auf die kleinen „Schnecken“, „Libellen“ und „Glühwürmchen“, wie die Gruppen heißen, freut sich das 16-köpfige Team schon.

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