Bernbeuren: Keine neuen Schulden

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Ums Geld ging es in der jüngsten Bernbeurener Gemeinderatssitzung. © Patrick Pleul7/dpa

Die Gemeinde Bernbeuren hat ihren Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet. Während man 2024 nicht einmal die Pflichtzuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt schaffte, sieht die Finanzlage heuer etwas besser aus.

Erst jetzt, im Juli, hat die Gemeinde Bernbeuren ihren Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet. Dass man damit heuer so spät dran ist, liege vor allem an dem plötzlichen Planer-Wechsel beim Schnitzer-Stadel-Projekt, erklärte Kämmerin Marie Burg. Wie berichtet, war der mit dem Umbau beauftragte Architekt im Januar gestorben, im April wurde ein neues Planungsbüro beauftragt.

Der Todesfall war aber nicht das einzig Unerwartete, das der Gemeinde die Haushaltsplanung erschwerte. Denn auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer fielen 2024 deutlich niedriger aus als angesetzt: Anstatt 880 000 Euro flossen am Ende nur rund 700 000 Euro in die Gemeindekasse. Das habe den Planansatz „gehörig durcheinandergewirbelt“, meinte Burg. Laut der Kämmerin sind die Steuereinbrüche, die erst im Dezember deutlich wurden, vor allem „auf die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage“ bei vielen Betrieben zurückzuführen. Für 2025 ist man entsprechend „pessimistisch“ im Ansatz: Es wird von Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 500 000 Euro gerechnet.

Kreisumlage, Verwaltungs- und Betriebskosten schlagen zu Buche

Deutlich besser sieht die Situation derweil bei der Einkommenssteuer aus. Hier konnte Bernbeuren 2024 dank allgemein gestiegener Löhne ein deutliches Plus verzeichnen (150 000 Euro). Auch für heuer geht Burg von einem guten Einkommenssteuer-Ergebnis aus, angesetzt ist ein Plus von vier Prozent auf 1,8 Millionen Euro.

Zu den größten Ausgaben im Vermögenshaushalt zählt nach wie vor die Kreisumlage, die wie in 2024 rund 1,7 Millionen Euro ausmacht. Kräftig zu Buche schlagen auch Verwaltungs- und Betriebskosten (1,4 Millionen Euro) und die Personalkosten (550 000 Euro).

Die gesetzlich vorgeschriebene Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt soll heuer 389 000 Euro betragen. Vergangenes Jahr hat die Gemeinde diese Pflichtzuführung erstmals nicht geschafft: Die nötigen 108 000 Euro mussten laut Burg aus dem Vermögenshaushalt genommen werden, um sie dem Verwaltungshaushalt zuzuführen.

Generell war der Haushalt des Vorjahres stark belastet, was auch an den hohen Zuschüssen an den Kindergarten lag. Für 2025 ist Entspannung in Sicht, denn: „Der Kindergarten hätte gar keine so hohe Vorauszahlung gebraucht“, sagte Burg. Dadurch habe sich ein „Guthaben“ von rund 300 000 Euro bilden können, auf das man dieses Jahr zurückgreift.

Dafür schreibt ein anderer Posten ein Minus in den Haushalt: Das Betriebskostendefizit, das die Gemeinde für den Dorfladen „S‘Lädele“ ausgleichen muss, steigt seit Jahren an. Für 2025 rechnet man mit einem Minus von 77 000 Euro (2024: 64 000 Euro). Bürgermeister Karl Schleich nannte das „sehr unerfreulich“. Diese Last falle aber weg, sobald der Vollsortimenter im Schnitzer-Stadel aufsperrt und „S‘Lädele“ geschlossen wird.

Weitere Investitionen in Planung

Mit der Sanierung der Trinkwasseranlage gehört der Schnitzer-Stadel-Umbau seit Jahren zu den größten Investitionen in Bernbeuren. Während man für die Projekte in 2024 über 1 Million Euro neue Schulden gemacht hat, ist für heuer keine Kreditaufnahme vorgesehen. Tatsächlich sollen für den Schnitzer-Stadel, der 5,4 Millionen Euro kostet (Eigenanteil der Gemeinde: 2,6 Millionen Euro), erste Fördermittel fließen, sagte Burg.

Die Sanierung der Trinkwasseranlage kostet die Gemeinde insgesamt rund 3,2 Millionen Euro. Ein großer Batzen davon fällt erst noch an: Ab 2026 steht mit über 1,1 Millionen Euro die Edelstahlverkleidung der Hochbehälter an. Der neue Verbesserungsbeitrag soll für die Finanzierung am Ende gut 2,8 Millionen Euro einbringen.

Bald werden weitere große Investitionen anfallen, blickte Burg voraus. Unter anderem muss der Kindergarten für den Brandschutz umgebaut werden, und der Bauhof braucht einen neuen Radlader. Diese Projekte werden teilweise jetzt in die Wege geleitet, aber erst im nächsten Jahr bezahlt. „Das ist etwas Neues in Bernbeuren“, sagte Burg. Das Landratsamt muss diese sogenannten Verpflichtungsermächtigungen aber erst noch genehmigen.

Der Gemeinderat nickte das Zahlenwerk samt Investitionsprogramm bis 2028 schließlich einhellig ab.

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