Deutscher Politiker berichtet aus Grönland: „Kann nur eine Antwort der Stärke geben“

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Mit Peter Beyer besucht der erste deutsche Politiker Grönland. Das oberste Gebot lautet: Solidarität mit Dänemark. Doch der CDU-Mann mahnt auch zum Dialog.

Nuuk – Als erster deutscher Politiker besucht der CDU-Abgeordnete Peter Beyer derzeit Grönland, um angesichts der jüngsten Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach Kontrolle über die arktische Insel „Solidarität mit Grönland und Dänemark zu zeigen“. Auf die Drohgebärden und Zoll-Ankündigungen Trumps könne es jetzt „nur eine Antwort der Stärke geben: Geschlossenheit Europas“, sagte Beyer gegenüber dem Münchner Merkur von Ippen.Media.

Dänische Soldaten gehen im Hafen von Nuuk an Land. Auch die Bundeswehr war zwei Tage lang auf Grönland.
Dänische Soldaten gehen im Hafen von Nuuk an Land. Auch die Bundeswehr war zwei Tage lang auf Grönland. © Mads Claus Rasmussen/dpa/Ritzau Scanpix Foto

Trump hatte am Samstag erneut gefordert, die USA müssten aus Gründen der nationalen Sicherheit die Kontrolle über das zum NATO-Partner Dänemark gehörende Grönland übernehmen. Gleichzeitig kündigte er neue Zölle für acht europäische Länder an, darunter Deutschland, Norwegen und Frankreich, die sich seinen Forderungen widersetzen. Ab dem 1. Februar sollen zusätzliche Zölle von zehn Prozent fällig werden, ab Juni dann von 25 Prozent.

Besuch auf Grönland: Gespräche zu „sicherheitspolitischen Entwicklungen“

Beyer, der von 2018 bis 2022 Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung war, besichtigt die Arktis-Insel als Vertreter des auswärtigen Ausschusses der CDU im Bundestag. Auf seinem Programm stehen Gespräche mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – unter anderem mit Handels- und Justizministerin Naaja H. Nathanielsen. Dabei gehe es um „die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen und wirtschaftlichen Fragen“, so Beyer.

Vor dem Hintergrund von Trumps Drohungen hatte auf Einladung Dänemarks vergangene Woche bereits eine Erkundungsmission mehrerer NATO-Länder in Grönland stattgefunden, an der sich auch die Bundeswehr mit 15 Soldatinnen und Soldaten beteiligte. Alle beteiligten Länder sind nun von Trumps Zolldrohung betroffen.

CDU-Politiker betont Grönland-Unterstützung – und pocht auf konstruktiven Dialog mit den USA

„Jetzt geht es darum, wie wir in Deutschland und Europa Grönland und Dänemark konkret unterstützen können. Dazu tausche ich mich auch mit dem EU-Büro in Nuuk aus“, sagte Beyer unserer Redaktion. Er betonte, die Souveränität Grönlands und Dänemarks müsse jederzeit gewahrt bleiben. „Sie sind unsere Partner, deren Position wir stärken wollen.“

Gleichzeitig warb der CDU-Politiker für einen konstruktiven Dialog mit der Trump-Regierung. „Wir müssen die USA davon überzeugen, dass wir in Grönland und der Arktis gemeinsame Sicherheitsinteressen gegenüber Russland und China haben und nur gemeinsam, abgestimmt und im Rahmen des Völkerrechts handeln können“, sagte Beyer.

Der CDU-Abgeordnete Peter Beyer war von 2018 bis 2022 Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung. (Archivfoto)
Der CDU-Abgeordnete Peter Beyer war von 2018 bis 2022 Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung. (Archivfoto) © Sabina Crisan/dpa

Grönland-Konflikt: Trump-Minister warnt vor Vergeltungszöllen – Merz lässt Vorsicht walten

In den USA bleibt man jedoch stur. US-Finanzminister Scott Bessent warnte europäische Staaten bereits vor Vergeltungszöllen. „Ich halte das für sehr unklug“, sagte Bessent am Montag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Trump bestehe auf Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, wiederholte der Republikaner die Behauptung aus Washington.

Der Bundeskanzler gab sich indes zurückchaltend. So hatte Friedrich Merz die Zoll-Drohungen von Donald Trump zwar kritisiert, sich aber mit der Ankündigung von Gegenmaßnahmen zurückgehalten. Man wolle als Europäer „besonnen und auch angemessen“ auf „solche Herausforderungen“ agieren, sagte er nach Beratungen der CDU-Spitzengremien. „Wir sind uns einig, dass wir möglichst jede Eskalation in diesem Streit vermeiden wollen.“ (Quellen: Eigene Recherche, dpa, AFP) (nak/smu)

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